Das Summer Breeze gehört zu den größten Metal-Festivals in Europa. Die 50.000 Besucher bringen viel Geld nach Dinkelsbühl
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Das Summer Breeze gehört zu den größten Metal-Festivals in Europa. Die 50.000 Besucher bringen viel Geld nach Dinkelsbühl
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Das Summer Breeze gehört zu den größten Metal-Festivals in Europa. Die 50.000 Besucher bringen viel Geld nach Dinkelsbühl

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Metalfranken: Summer Breeze als Wirtschaftsmotor für Dinkelsbühl

Metalfranken: Summer Breeze als Wirtschaftsmotor für Dinkelsbühl

Wenn Mittelfranken zu Metalfranken wird. In Dinkelsbühl findet seit Mittwoch das viertägige Summer Breeze statt, mit bis zu 50.000 Besuchern eines der größten Heavy Metal-Festivals Europas. Und ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Region

Über dieses Thema berichtet: Stadt Land Leute am .

Es ist ein Marathon für Metal-Fans: Vier Tage, vier Bühnen, mehr als 120 Bands. Und für das sonst so beschauliche Dinkelsbühl ist es ein Kontrastprogramm. Auf dem Festivalgelände laute, harte Musik, und in der Altstadt Menschen, die für volle Geschäfte, Restaurants und Hotels sorgen. Laut Oberbürgermeister Christoph Hammer ist das Summer Breeze inzwischen einer der wichtigsten Tourismus-Motoren für Dinkelsbühl.

Vor 20 Jahren, beim Debüt am Flugplatz vor den Toren der Stadt habe es bei manchen Bürgern und auch in der Verwaltung noch Bedenken gegeben angesichts eines zumeist schwarz gekleideten und oft stark tätowierten Publikums. Doch heute sei von solchen Ressentiments nichts mehr übrig, sagte Hammer dem BR. Im Gegenteil. Die ganze Stadt freue sich jedes Jahr auf bis zu 50.000 Metal-Fans.

"Von der Gastro ist es toll, vom Einzelhandel ist es toll. Und die Stadt ist vor allem stolz, dass wir dieses Festival bei uns haben, nach Wacken das zweitgrößte in diesem Bereich. Dadurch sind wir vernetzt. Von Spanien bis Skandinavien, von Polen bis an die Atlantikküste. Ganz Europa findet sich hier wieder." Christoph Hammer, Oberbürgermeister von Dinkelsbühl

Deswegen sei man sehr stolz, für jeden August für knapp eine Woche der Mittelpunkt der europäischen Metal-Welt zu sein. Genau beziffern lasse es sich nicht, was das Festival an Wirtschaftskraft in die Stadt bringe, so der Oberbürgermeister. Er geht von mehreren Millionen Euro binnen weniger Tage aus.

Rocken ohne Konzern - Der Veranstalter sitzt in der Region

Zu den Umsätzen durch die Besucher kommen Jobs in der Region, etwa beim örtlichen Veranstalter. Denn das Summer Breeze ist heute eines der ganz wenigen großen Festivals, die nicht von einem international agierenden Entertainment-Konzern organisiert werden. Das weltberühmte Wacken Open Air in Norddeutschland zum Beispiel gehört inzwischen mehrheitlich einem US-Investor. Viele Metal-Fans kritisieren, damit habe Wacken seine Seele verkauft.

Bier als Indikator für Verwurzelung

Das merke man an vielen Details, hießt es in der Metal-Szene. So wird zum Beispiel kritisiert, dass in Wacken mittlerweile Bier eines US-Großbrauerei ausgeschenkt wird. Beim Summer Breeze undenkbar, so Veranstalter Achim Ostertag. Hier arbeitet man seit Jahren mit einem mittelständischen Braubetrieb aus Bayern zusammen.

Hinter dem Summer Breeze steht nach wie vor ein lokaler Mittelständler. Das spüre man auch, und das im positiven Sinn sagt Joel O´Keeffe, der Gitarrist und Sänger der australischen Band Airbourne. In Dinkelsbühl schaffen die Veranstalter einen Spagat, der nur wenigen gelinge: Ein riesiges Festival auf die Beine zu stellen, das sich trotz seiner Größe familiär anfühle.

Man spüre, dass das ein liebevoll gemachtes Festival sei, das nicht zu irgendeinem einem Konzern gehört, so O´Keeffe: "Es fühlt sich immer noch wie ein kleines, lokales Festival an, obwohl es so riesig ist."

Airbourne gehören in diesem Jahr zu den sogenannten Headlinern auf der großen Hauptbühne und überzeugten mit schnellem Hardrock und einer Energieleistung trotz brütender Hitze. Die Band ist momentan in Europa auf Tour, um ihr kommendes Album zu promoten. Nach Angaben der Musiker seien sie die Hitze Australiens gewöhnt, weswegen ein Auftritt bei mehr als 30 Grad für sie nichts ungewöhnlich sei.

Riesiges Festival ohne Aggressionen

Die Dimensionen des Summer-Breeze sind gewaltig. Von den entferntesten Ecken der Campingplätze bis zur größten der vier Bühnen ist es ein kilometerlanger Marsch. Für knapp eine Woche entsteht auf dem Dinkelsbühler Flugplatz eine eigene Stadt. Doch trotz der vielen Menschen bleibe alles friedlich und freundlich, berichten Polizisten und Sanitäter. Das liege auch am Selbstverständnis der Metal-Szene, sagt Veranstalter Achim Ostertag.

Für Außenstehende sähen die zunächst oft grimmig wirkenden oder martialisch gekleideten Menschen vielleicht schlimm oder gefährlich aus. Aber in Wirklichkeit sei es völlig anders. Das fange beim respekt- und rücksichtsvollen Umgang miteinander an und gehe bis zur Sauberkeit. So hinterlasse das Publikum - von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen - so gut wie keinen Müll und räume hinter sich auf. Und das finde man bei keiner "normalen" Pop- oder Rock-Veranstaltung, ist Ostertag überzeugt.

Das bestätigt auch Dinkelsbühls Oberbürgermeister Christoph Hammer. Die Festival-Besucher seien geradezu mustergültige, höfliche Gäste. Auch deswegen freue er sich schon jetzt auf das nächste Summer Breeze im kommenden Jahr.

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