Ein Mann hält ein Smartphone in seiner Hand, darauf ist der Wert seines Börsen-Depots zu sehen und wie sich die Kurse zuletzt entwickelt haben.
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An der Börse fürs Alter vorsorgen geht am leichtesten mit ETFs.
Bildrechte: picture alliance / photothek.de | Thomas Trutschel
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An der Börse fürs Alter vorsorgen geht am leichtesten mit ETFs.

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Mit ETFs sparen: Der MSCI World ist nicht mehr die erste Wahl

Mit ETFs sparen: Der MSCI World ist nicht mehr die erste Wahl

Ob direkt an der Börse oder künftig mit dem Altersvorsorgedepot: Experten empfehlen das ETF-Sparen, um privat vorzusorgen. Warum der "MSCI World" dabei nicht mehr die erste Wahl ist, welche Alternativen es gibt und was man sonst noch beachten sollte.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Jahrelang schien es wie ein ungeschriebenes Gesetz der Aktienmärkte: Sprach jemand von einem "ETF-Sparplan", folgte sogleich der Zusatz "auf den MSCI World". Dieser bekannte Index galt vielen als erste Wahl, um langfristig an der Börse Vermögen aufzubauen. Doch inzwischen ist er bei immer mehr Anlegern in Ungnade gefallen.

Wahl des ETF: Alternativen zum MSCI World

Die Kritikpunkte: zu US-lastig, zu Tech-lastig, keine Schwellenländer. Anders als sein Name suggeriert, bildet der MSCI World eben nicht die gesamte Börsenwelt ab. Sollten Sparerinnen und Sparer den Index also noch wählen, etwa beim Altersvorsorgedepot, das für Anfang 2027 geplant ist?

Im MSCI World stehen US-Unternehmen derzeit für rund 72 Prozent der knapp 1.300 Aktien. Eine Alternative: der "MSCI All Country World Investable Market". Darin kommen die USA auf 63 Prozent bei knapp 8.200 Aktien, die zudem Schwellenländer umfassen. Dieser Index ist inzwischen die neue Standard-Empfehlung des Verbraucherportals Finanztip. Häufig genannt werden auch: "MSCI All Countries World", "FTSE All World" und "FTSE Global All Cap".

Grafik: Entwicklung des MSCI ACWI IMI Index

Wie man den richtigen ETF-Anbieter findet

Wer weiß, welcher Index es sein soll, der muss sich anschließend für einen ETF-Anbieter entscheiden. Einen ersten Anhaltspunkt liefert das Mindestvolumen; das heißt, wie viel Geld insgesamt in einem ETF steckt. Christian W. Röhl, der für den Neobroker Scalable Capital die Finanzmärkte analysiert, empfiehlt mindestens 100 Millionen Euro oder Dollar.

Die nächste Frage: ausschüttend oder thesaurierend? Sollen laufende Gewinne aufs Konto überwiesen oder direkt wieder in den ETF investiert werden? Am Ende bleibt so vermutlich eine Handvoll Optionen übrig. Zu den größten Anbietern am Markt zählen Ishares, Vanguard, Xtrackers und Amundi. "Unter diesen ist es dann weitgehend egal, für wen ich mich entscheide", sagt Röhl.

Einzelaktien, Themen-ETFs, Fonds? Nur kleine Beträge investieren

Damit ist das Fundament gelegt. Auch die Stiftung Warentest sieht in einem Sparplan auf Welt-Aktien-ETFs die "Basisanlage für ein gut gestreutes Depot". Christian W. Röhl vergleicht das mit einem herzhaften Eintopf, den man bei Bedarf noch ein wenig verfeinern könne.

Die Gewürze dafür heißen Einzelaktien, Fonds oder Themen-ETFs. Doch wie beim Kochen sollte man nicht zu viel nehmen, fünf Prozent des gesamten Depotwerts reichten für Privatanleger aus. Denn Röhl ist überzeugt: "Es läuft höchstwahrscheinlich gegen mich und befriedigt eher meinen Spieltrieb, als dass es nachhaltig zu meinem Vermögen beiträgt."

Aktiver Fonds vs. ETF: Gebühren und Performance entscheidend

Im Unterschied zu ETFs werden Fonds aktiv von einem Management verwaltet, das Wertpapiere kauft und verkauft. Die jährliche Gebühr liegt laut Verbraucherzentrale in der Regel bei 1,5 bis zwei Prozent des Fondsvermögens, was die Rendite schmälert. Für ETFs sind es dagegen meist nur 0,07 bis 0,3 Prozent.

Zugleich schlagen nur wenige Fonds den Markt. Die Ratingagentur Morningstar hat in einer Studie 32.000 Fonds und ETFs (externer Link) über einen Zeitraum von zehn Jahren untersucht: Die aktiven Manager schafften dabei nur eine Erfolgsquote von rund elf Prozent, meistens wäre der ETF die bessere Wahl gewesen.

Themen-ETFs: Hype um Branchen soll Anleger locken

Ein prüfender Blick ist auch bei Themen-ETFs wichtig, die gezielt Investment-Schwerpunkte setzen. Sie kommen laut Anlageprofi Röhl oft auf den Markt, wenn jeder darüber spricht, zum Beispiel über Weltraum oder Quantencomputer, "aber dann ist das Thema eigentlich schon durch."

Das bestätigten auch Forschende der Universität von Ohio in einer Studie zu den US-Börsen (externer Link). Demnach entwickeln sich Themen-ETFs in ihren ersten fünf Jahren im Schnitt deutlich schlechter als breit aufgestellte ETFs. Wie für Fonds gilt auch hier: Ausnahmen bestätigen die Regel – doch die Zukunft kann an den Finanzmärkten bekanntlich niemand voraussagen.

Vorhandenden MSCI-World-ETF nicht überstürzt verkaufen

Die Vergangenheit ist dagegen eindeutig: Wer über die Jahre Gewinne mit seinem MSCI World gemacht hat, sollte jetzt nicht schlagartig verkaufen, sonst fallen unnötige Steuern und Gebühren an. Ein Fehlgriff ist der Index auch weiterhin nicht.

Für die Zukunft schlagen Anlageberater aber beispielsweise vor, einen zweiten ETF mit Schwellenländern wie den "MSCI Emerging Markets" zu besparen. Oder man stellt den Sparplan komplett auf einen neuen ETF um.

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