Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder
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Söder: Eine Stunde Mehrarbeit ist nicht zu viel verlangt
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Söder: Eine Stunde Mehrarbeit ist nicht zu viel verlangt

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Söder verlangt "eine Stunde Mehrarbeit" – Schwesig widerspricht

Söder verlangt "eine Stunde Mehrarbeit" – Schwesig widerspricht

Eine Stunde Mehrarbeit pro Woche sei "nicht zu viel verlangt" und würde Deutschland enorm viel bringen, so CSU-Chef Söder in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin". Bei der SPD hält man nichts von Söders Forderung.

Über dieses Thema berichtet: BAYERN 3-Nachrichten am .

CSU-Chef Markus Söder sieht in Mehrarbeit eine Lösung für die wirtschaftlichen Probleme Deutschlands. "Eine Stunde Mehrarbeit in der Woche würde uns enorm viel Wirtschaftswachstum bringen und ist wirklich nicht zu viel verlangt", sagte Söder in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin".

Söder fordert Reformen bei Krankschreibung und Rente

Zudem brauche es die von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bereits geforderte Abschaffung der telefonischen Krankschreibung und einen schrittweisen Abbau der sogenannten Rente mit 63, also der abschlagsfreien frühzeitigen Rente für besonders langjährig Versicherte.

Der bayerische Ministerpräsident forderte, diese Reformen in der Koalition so schnell wie möglich umzusetzen. Auf keinen Fall dürften Reformen wegen der anstehenden Landtagswahlen verschoben werden.

"Wir brauchen weniger Verbote"

Ähnlich wie bei der Agenda 2010 des damaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder sei eine Befreiung der Regeln im Arbeitsrecht vonnöten, so Söder im "Bericht aus Berlin" weiter. Denn gesetzliche Regularien schadeten, belasteten und führten dazu, dass der Arbeitsmarkt immer enger und starrer werde. So sei es auch nicht sinnvoll, Teilzeit zu verbieten. Mit freiwilligen Anreizen zu arbeiten hielte er für "viel, viel besser", mit steuerlichen Anreizen etwa, damit die Menschen länger arbeiten wollen, weil sie dann "am Ende mehr Geld bekommen".

Wichtig sei auch die Abschaffung des Bürgergelds, denn "wenn all diejenigen, die arbeiten könnten, aber soziale Unterstützung bekommen, wenn diejenigen, die dann also quasi viel Geld bekommen von anderen, die arbeiten, auch zur Arbeit kommen, würde das Deutschland schon helfen".

Für die SPD liegt das Problem in den hohen Energiepreisen

Klagen über zu viel Krankschreiben oder zu wenige Arbeitsstunden gingen "total an der Lebensrealität und Arbeitsrealität vieler Menschen vorbei", sagte dagegen Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) in derselben Sendung. Der Kern des Problems für viele Unternehmen sei vielmehr, dass die Energiepreise zu hoch seien. Das gelte für Handwerker und große Industrieunternehmen. Bisherige Schritte der Bundesregierung dagegen reichten nicht. Schwesig unterstrich: "Ich teile überhaupt nicht, dass die Deutschen zu wenig arbeiten, was wir hier in den letzten Wochen vor allem von der Union hören."

Schwesig: "Da muss der Kanzler ran"

"Das Problem der hohen Arbeitslosigkeit ist nicht, dass die Menschen zu wenig arbeiten, sondern dass gerade ganz viele Stellen abgebaut werden." Hier sei Regierungschef Friedrich Merz (CDU) gefragt. "Da muss der Kanzler ran", sagte Schwesig. "Wir müssen die Unternehmen sichern, und das geht vor allem mit Wettbewerbsfähigkeit durch kleine Energiepreise."

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