Zeitung, Börsenteil, Bundesanleihen
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Anleihen werden an der Börse gehandelt. Ihr Kurs schwankt – je nach Nachfrage und Bonität des Staates.
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Anleihen werden an der Börse gehandelt. Ihr Kurs schwankt – je nach Nachfrage und Bonität des Staates.

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Staatsanleihen sind zurück – Rendite oder Risiko?

Staatsanleihen sind zurück – Rendite oder Risiko?

Die Renditen für Staatsanleihen sind so hoch wie seit 15 Jahren nicht mehr. Fürs Depot ist das interessant – für Staaten aber teuer. Wie sicher die Geldanlage ist, ob jetzt neue Staatsschuldenkrisen drohen und was Anleger konkret tun können.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Lange galten Staatsanleihen als angestaubt: sicher, solide, niedrig verzinst – eher etwas fürs Großeltern-Depot. Doch jetzt sind sie zurück. 30-jährige US-Anleihen brachten zuletzt über fünf Prozent Rendite, auch zehnjährige Bundesanleihen stiegen auf fast 3,3 Prozent – so viel wie seit rund 15 Jahren nicht mehr. Das macht sie für Anlegerinnen und Anleger attraktiv, setzt aber Staaten und Kreditnehmer unter Druck.

Wie funktionieren Staatsanleihen?

Der Name "Staatsanleihen" sagt es schon: Der Staat leiht sich Geld. Dafür gibt er Anleihen heraus. Die haben eine feste Laufzeit und einen festen Zins, den Kupon. Wer sie kauft, bekommt jedes Jahr Zinsen. Am Ende der Laufzeit zahlt der Staat das geliehene Geld zurück – den sogenannten Nennwert. Anleger vergeben also eine Art Kredit. Der entscheidende Unterschied ist aber: Man kann Anleihen an der Börse handeln, sie kaufen und verkaufen. Und ihr Kurs schwankt, je nach Nachfrage und Bonität des Staates. Und wenn sich der Kurs verändert, dann verändert sich auch die Rendite.

Was bedeuten hohe Renditen für Anleger?

Die Rendite ergibt sich aus dem festen Zins und der Kursentwicklung. Gibt der Staat neue Anleihen mit höheren Zinsen heraus, verlieren ältere Papiere mit niedrigeren Zinsen an Reiz. Die Kurse fallen. Wer dann einsteigt, kann günstig Anleihen kaufen, bekommt für die Restlaufzeit Zinsen und kassiert am Ende den vollen Nennwert. Neue Anleger können so Gewinne und hohe Renditen erzielen – direkt oder über Anleihe-ETFs. Für bestehende Anleger bedeutet das umgekehrt: Ihre Anleihen im Depot können deutlich ins Minus rutschen.

Warum sind die Renditen für Staatsanleihen gerade so hoch?

Dass die Renditen steigen, hat mehrere Gründe. Viele Staaten benötigen derzeit viel Geld – für Verteidigung, Transformation der Wirtschaft oder Sondervermögen. Sie bringen entsprechend mehr Anleihen auf den Markt. Steigt das Angebot, drückt das die Kurse. Hinzu kommt die Inflation. Höhere Preise erhöhen den Druck auf Notenbanken, die Zinsen anzuheben oder zumindest hochzuhalten.

Wer mit weiter steigenden Zinsen rechnet, kauft nur dann langlaufende Staatsanleihen, wenn der Staat attraktivere Konditionen bietet. Das treibt die Renditen – und die Zinskosten für Staaten und Kreditnehmer. Menschen, die einen Immobilienkredit aufnehmen, bekommen das aktuell zu spüren und müssen höhere Zinsen zahlen.

Was bedeuten hohe Zinskosten für Staaten?

Im internationalen Vergleich steht Deutschland mit einer Schuldenquote von rund 63 Prozent der Wirtschaftsleistung relativ solide da. Andere Länder sind deutlich stärker belastet: Italien kommt auf etwa 140 Prozent, die USA auf rund 125 Prozent. Dennoch steigt auch hierzulande die Zinslast. Das zeigen die Haushaltspläne des Bundes: Für 2027 sind Zinsausgaben von rund 42 Milliarden vorgesehen, bis 2030 könnten sie bereits auf knapp 81 Milliarden steigen.

Hinzu kommt, dass Deutschland mit den anderen Volkswirtschaften eng verflochten ist. Die Player auf den Finanzmärkten erinnern sich an die Euro-Schuldenkrise und die beinahe Staatspleite Griechenlands vor 15 Jahren – damals waren die Renditen ebenfalls hoch. Ökonomen warnen daher vor einer neuen Staatsschuldenkrise.

Droht wirklich eine Schuldenkrise?

Der Chefvolkswirt der Bayerischen Landesbank, Jürgen Michels, sagt, dass wir uns noch keine Gedanken über eine Schuldenkrise machen müssen. Aber: "Wenn wir sorglos weiterhandeln, wird es ungemütlich." Das Worst-Case-Szenario: Unternehmen halten sich wegen der hohen Zinsen und der Unsicherheit bei Investitionen zurück. Menschen könnten ihre Jobs verlieren oder auch große Teile ihres Vermögens. Das Land würde in eine tiefe Rezession schlittern.

Jetzt sparen – und Schulden vermeiden: Davon hält der Chefvolkswirt nichts. Die Bundesregierung solle das geliehene Geld "geschickt" einsetzen und in den kommenden Jahren ein interessanter Ort für Anleger werden.

Comeback der Staatsanleihen: Darum geht es auch in der aktuellen Folge des ARD Wirtschaftspodcast Plusminus. Die Hosts Anna Planken und David Ahlf sprechen über das eine Wirtschaftsthema, das morgen deinen Alltag verändert. Die besten Experten, ein klares Plus, ein klares Minus – und ein konkretes Takeaway.

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