Der Gewinn des Volkswagen-Konzerns ist im vergangenen Jahr um knapp die Hälfte eingebrochen. Im Vergleich zum Vorjahr sei das Konzernergebnis nach Steuern 2025 um rund 44 Prozent von 12,4 Milliarden Euro auf 6,9 Milliarden Euro gesunken, teilte Europas größter Autobauer in Wolfsburg mit. Der Umsatz sank um 0,8 Prozent auf knapp 322 Milliarden Euro.
Verbrenner-Verlängerung kostet Porsche viel Geld
Im Schlussquartal schnitt VW dabei aber wieder besser ab als in den ersten neun Monaten. Im dritten Quartal war der Konzern noch tief in die roten Zahlen gerutscht und hatte mehr als eine Milliarde Euro Verlust verbucht. Grund waren vor allem die Belastungen bei der Tochter Porsche wegen des Strategie-Schwenks zur Verbrenner-Verlängerung, die auf die Konzernmutter durchschlugen. Hinzu kamen Milliardenbelastungen aus den US-Zöllen.
"Das Jahr 2025 war geprägt von geopolitischen Spannungen, Zöllen und hoher Wettbewerbsintensität", sagte Finanzvorstand Arno Antlitz laut Mitteilung. Vor Sondereffekten und US-Zöllen hätte das operative Ergebnis aber bei 17,7 Milliarden Euro gelegen, was eine Marge von 5,5 Prozent bedeutet hätte. Laut Betriebsrat belastet allein Porsches Strategie-Schwenk die Konzernbilanz mit fast 5 Milliarden Euro. Mit rund 3 Milliarden schlugen die US-Zölle zu Buche.
Bei den Verkäufen war der Konzern 2025 knapp unter die Marke von neun Millionen gerutscht: Weltweit lieferte der Konzern 8,98 Millionen Fahrzeuge aller Konzernmarken aus, 0,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. In Europa legte der Konzern zwar sogar zu. Das konnte Rückgänge in China und Nordamerika aber nicht ausgleichen. Der Anteil vollelektrischer Fahrzeuge stieg auf 22 Prozent vom Auftragsbestand. Im Absatz legten E-Autos um 55 Prozent zu.
Imageeinbußen in China und US-Zölle
Die einstige Ertragsperle Porsche verdiente 2025 im Autogeschäft operativ nur noch 90 Millionen Euro. 2024 hatte Porsche noch 5,3 Milliarden Euro verdient. Und das schlägt natürlich durch auf das Gesamtergebnis des Konzerns. Als Gründe für den starken Ergebnisrückgang bei Porsche nennt der Vorstand unter anderem ein grundlegend verändertes Marktumfeld in China, dort haben die deutschen Marken zuletzt deutlich an Image eingebüßt. Hinzu kommen die US-Zölle.
Das führte dazu, dass der Absatz von Porsche in den beiden Ländern stark zurückging. Auch die Elektrostrategie blieb ohne Erfolg, die Modelle des Sportwagenherstellers waren nicht so gefragt wie gedacht. Nun schwenkt Porsche um, er bremst bei seiner Elektrooffensive und will künftig wieder mehr Verbrenner bauen. Doch der Strategiewechsel kostet erst einmal viel Geld.
Die Kernmarke VW verbesserte sich dagegen leicht von 2,59 auf 2,61 Milliarden Euro operatives Ergebnis, Audi verschlechterte sich von 3,9 auf knapp 3,4 Milliarden Euro.
Zehntausende Stellen sollen abgebaut werden
Der Konzern bekräftigte das Ziel, bis 2030 Zehntausende Jobs zu streichen. "In Summe sollen im Volkswagen Konzern bis 2030 rund 50.000 Stellen in Deutschland wegfallen", heißt es im Geschäftsbericht des Konzerns. Das Ziel hatte der Konzern bereits ab Ende 2024 in Tarifeinigungen bei den einzelnen Marken genannt.
35.000 Stellen fallen allein bei der Kernmarke Volkswagen weg. Weitere kommen bei Audi und Porsche hinzu: Bei Audi sollen bis 2029 bis zu 7.500 Stellen wegfallen, bei Porsche bisherigen Plänen zufolge 3.900 Stellen inklusive Leiharbeitern. Der Abbau soll vor allem über Altersteilzeit und Abfindungen erfolgen. Betriebsbedingte Kündigungen wurden dabei ausgeschlossen.
Konzernchef Blume verdient drei Millionen weniger als im Vorjahr
Der Gewinneinbruch lässt auch den Verdienst von Konzernchef Oliver Blume sinken. Einschließlich Altersvorsorge und variabler Vergütung für mehrere Jahre erhielt er im vergangenen Jahr 7,4 Millionen Euro, wie aus dem Geschäftsbericht des Konzerns hervorgeht. Im Jahr zuvor waren es noch rund drei Millionen Euro mehr gewesen, die Blume von VW und Porsche zusammenbekommen hatte.
Mit Informationen von dpa
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