Preisunterschiede von 30 bis 40 Cent je Liter Benzin sind in unseren Nachbarländern nichts Ungewöhnliches. Polen lockt sogar mit bis zu 60 Cent niedrigeren Preisen. Da ist die Verlockung groß, noch ein paar Kanister auf die Tankspritztour mitzunehmen. Doch Vorsicht: Auch der Tanktourismus hat seine rechtlichen Grenzen.
Lohnt sich der Tanktourismus?
In aller Regel lohnt sich Tanktourismus nur selten. Es sei denn, man lebt in unmittelbarer Nähe zur Grenze. Je weiter weg, umso unattraktiver ist es. Bei einer Anreise aus 100 Kilometern mit einem Spritverbrauch von acht Litern fallen schon einmal rund 16 Euro Kosten an. Da ist im Endeffekt nicht viel gespart. Wer außerdem zu viel importiert und erwischt wird, zahlt die in Deutschland geltenden Steuern nach und riskiert noch eine Strafe.
Grundsätzlich ist es aber nicht verboten, regelmäßig über die Grenze ins EU-Nachbarland zu fahren, um seinen Tank vollzumachen. Der Kraftstoff im fest eingebauten Tank darf innerhalb der EU grundsätzlich ohne Abgaben über die Grenze gebracht werden. Dabei ist es unerheblich, ob man gleich direkt hinter der Grenze tankt.
Für viele Autofahrer zählt inzwischen jeder Cent – und der führt sie über die Grenze. BR24 vor Ort zeigt, warum Tschechien und Österreich beim Tanken so attraktiv sind und wie groß der Frust hier und jenseits der Grenze ist. Jetzt hierunter im Video ansehen.
Im Video: Flucht vor Spritpreisen - zum Volltanken nach Tschechien
Wie viel Sprit darf ich "importieren"?
Die Versuchung ist groß, die Spritztour ins Nachbarland zum Großeinkauf von Benzin und Diesel zu nutzen. Bei einem Preisunterschied von 30 Cent macht das bei einem 20-Liter-Kanister rund sechs Euro Ersparnis.
Aber die Idee, gleich fünf Kanister in den Kofferraum zu packen, damit sich die Tour so richtig lohnt, geht nicht auf. Denn in EU-Ländern sind maximal 20 Liter im Reservekanister erlaubt. Aus Nicht-EU-Ländern sind es nur zehn Liter. Es gilt zu beachten: Die Mengen können je nach Land unterschiedlich ausfallen. Der Zoll, so heißt es, macht derzeit häufigere Stichproben. Der ADAC rät, sich aus Sicherheitsgründen auf zehn Liter zu beschränken.
Aus den Kanistern können zudem gefährliche Dämpfe entweichen, die sich möglicherweise rasch entzünden. Die Kanister müssen eine UN- oder Reservekraftstoff-Zulassung (RKK) haben. Eine entsprechende Kennzeichnung ist eingeprägt.
Lagern in Garagen und Kellern
So mancher kommt auf die Idee, sich zu Hause ein Benzinlager anzulegen. "Hamstern" ist in Tagen wie diesen sehr beliebt. In Bayern dürfen in der Garage zwar 200 Liter Diesel, aber nur 20 Liter Benzin gelagert werden.
Die Kanister müssen dicht verschlossen und bruchsicher sein. Im Keller dürfen nur 20 Liter gelagert werden. Das gilt auch, wenn sich in größeren Häusern mehrere Mieter einen Keller teilen. Die Regel ist unmissverständlich: Alle zusammen 20 Liter, nicht jeder. In privaten Wohnungen ist nur ein Liter erlaubt, aber nur als Wasch- oder Feuerzeugbenzin.
"Sonderfall" Österreich
Aktuell schauen viele auf Österreich, weil dort die Preise an den Tankstellen nur einmal täglich angehoben werden dürfen. Nun wird das noch verschärft auf maximal dreimal pro Woche. Die Bundesregierung überlegt, sich daran ein Vorbild zu nehmen.
Wichtig ist hier zu wissen: Wer mit einem älteren Auto unterwegs ist und seinen Tank in Österreich auffüllen möchte, sollte außerdem vorher einmal schauen, an welchen Tankstellen man dort noch E5 bekommt. Das ist dort nämlich selten geworden.
Dieser Artikel ist erstmals am 12. März 2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.
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