Mit zahlreichen Veranstaltungen im ganzen Land haben die Menschen in den USA an die Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung vor genau 250 Jahren erinnert. Die zentrale Feier fand dabei in der Hauptstadt Washington statt. Dort musste das Festgelände wegen Unwetterwarnung allerdings zwischenzeitlich evakuiert werden. Auch US-Präsident Donald Trump wandte sich in einer Rede an die Nation.
Trump rühmt Erfolge der USA – Warnung vor Kommunismus
Darin beschwor Trump das Bild einer von Gott auserwählten Siegernation, die dazu bestimmt sei, die Welt anzuführen. Die USA seien Krönung in der Geschichte der Menschheit und das Land der Freiheit, so der Republikaner in seiner Ansprache auf der National Mall in Washington. Überall auf der Welt versuchten Staaten, so gut wie die USA zu sein, doch das schaffe niemand. Vor der riesigen Bühne in der US-Hauptstadt hatten sich zehntausende Menschen versammelt.
Auf die bei ihm sonst üblichen Anfeindungen gegen kritisch berichtende Medien oder in Ungnade gefallene Staaten verzichtete Trump jedoch. Dafür teilte er wie am Vortag gegen "Kommunisten" aus, die er mit einem Krebsgeschwür verglich. "Amerika wird niemals ein kommunistisches Land sein. Das wird nicht passieren." Trump spielte damit auf die Wahlsiege linksgerichteter Demokraten unter anderem in New York City an.
Chaos bei Evakuierung wegen Gewitters
Zwischen allerhand Ehrungen für Veteranen und Astronauten, die er auf die Bühne holte, wechselte Trump auch immer wieder in den Wahlkampfmodus und warb etwa für seinen "Save America Act". Das Gesetz sieht neue Regeln für Wahlen vor und findet seit Monaten keine Mehrheit im Kongress. Zudem rühmte er sich seiner angeblichen politischen Errungenschaften in der zweiten Amtszeit. Die Demokraten warfen dem Präsidenten daher vor, die 250-Jahr-Feiern für parteipolitische Zwecke zu missbrauchen und das Land damit weiter zu spalten. In knapp vier Monaten finden die wichtigen Zwischenwahlen zum Kongress statt.
Trumps Auftritt und seine etwa 40-minütige Rede hatten sich wegen eines Unwetters um fast zwei Stunden verzögert. Das Festgelände um die Nationalpromenade im Zentrum von Washington musste vorübergehend geräumt werden. Die Organisatoren riefen die Gäste auf, sich in umliegenden Museen, Ministerien und anderen öffentlichen Gebäuden in Sicherheit zu bringen. Bei der Evakuierung kam es zu chaotischen Szenen. Einige weigerten sich, das Gelände zu verlassen, andere stürmten mit "Trump, Trump"-Rufen durch die Eingänge.
Hitzewelle mit nahe 40 Grad beeinträchtigt Feierlichkeiten
Zuvor hatte es eine mehrstündige Flugschau gegeben, bei der Kampfjets über Washington donnerten. Am Boden traten verschiedene Live-Acts auf. Im Anschluss an Trumps Rede erleuchteten dann hunderte Raketen den Himmel über der US-Hauptstadt. Laut den Veranstaltern sollte es das größte Feuerwerk der Geschichte sein: Die Rede war von 850.000 Pyroeffekten in 35 Minuten.
Die Feierlichkeiten zum 4. Juli waren von einer Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 39 Grad Celsius geprägt. Die traditionelle Parade zum Unabhängigkeitstag in Washington war deshalb abgesagt worden. Auch andernorts fielen bei Temperaturen um die 40 Grad Celsius die Paraden aus – darunter in Philadelphia, wo Vertreter der 13 Ostküsten-Kolonien am 4. Juli 1776 die Unabhängigkeitserklärung von Großbritannien unterzeichnet hatten.
Rechtsextreme US-Gruppierung marschiert durch Washington
Die tiefe Spaltung der US-Gesellschaft im Jubiläumsjahr machte auch ein Aufmarsch hunderter vermummter Mitglieder der rechtsextremen Gruppe Patriot Front nahe des Kapitols deutlich. Sie riefen "Reclaim America!" (zu Deutsch: "Erobert Amerika zurück"). Einige von ihnen schwenkten Konföderiertenflaggen – die Flagge der sklavenhaltenden Südstaaten im US-Bürgerkrieg (1861 bis 1865), die heute als rassistisches Symbol gilt.
Video: 250. Jahrestag der Unabhängigkeit
Feier in Washington
Video: US-Garnison feiert in Katterbach
US-Garnison feiert in Katterbach
Mit Informationen von dpa, AFP und Reuters
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