Nicht jeder Platz im Garten bekommt viel Sonne – etwa Nordseiten, Innenhöfe oder Flächen unter Bäumen. Trotzdem muss dort niemand auf Grün oder Blüten verzichten. Auch schattige Ecken lassen sich abwechslungsreich bepflanzen.
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Schatten ist nicht gleich Schatten: Standort richtig einschätzen
Wer im Schatten pflanzen will, sollte sich den Platz vorher genau anschauen. Halbschatten bedeutet: täglich einige Stunden direkte Sonne, meist morgens oder abends - typisch für Ost- oder Westseiten. Ganz anders sieht es an Nordwänden oder unter großen Bäumen aus. Dort bleibt es dauerhaft schattig.
Während der Boden in geschützten Ecken oder Senken oft kühl und feucht bleibt, herrschen unter dichten Gehölzen häufig gegenteilige Verhältnisse: Dort kommt wenig Regen durch, und starke Baumwurzeln entziehen dem Boden Wasser und Nährstoffe. Wer solche Standorte bepflanzen möchte, braucht robuste Arten, die mit wenig Licht und mitunter auch mit Trockenheit zurechtkommen. Ohne Licht wächst zwar keine Pflanze, doch viele Arten kommen auch mit wenig Sonne gut zurecht.
Welche Pflanzen wachsen auch bei wenig Sonne?
Es gibt viele Pflanzen, die im Schatten gut wachsen – je nach Standort und Bodenverhältnissen. Besonders verbreitet sind Funkien (Hosta). Ihre großen, oft gemusterten Blätter machen sie zu einem Blickfang, und sie gelten als pflegeleicht und robust. Auch Farne wie der heimische Wurmfarn oder der feinblättrige Frauenfarn kommen mit wenig Licht gut zurecht. Für Farbe sorgen Stauden wie Astilben, Tränendes Herz, Akelei oder Schaumblüte. Sie alle brauchen keine volle Sonne, um zuverlässig zu blühen. Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau stellt in einer Broschüre zahlreiche geeignete Arten für schattige Standorte vor.
Wer schattige Flächen einfach und dauerhaft begrünen möchte, kann auf Elfenblume, Golderdbeere oder Waldsteinie setzen. Diese bodendeckenden Pflanzen eignen sich gut für dunklere Gartenecken: Sie wachsen dicht, gelten als pflegeleicht und halten Unkraut fern. Gleichzeitig schützen sie den Boden vor dem Austrocknen – vorausgesetzt, er ist locker und humusreich.
Pflegeleichte Schattenpflanzen für schattige Lagen
Manche Pflanzen machen im Schatten besonders wenig Arbeit. Funkien, Elfenblumen oder das Immergrün gehören dazu. Sie sind robust, kommen jedes Jahr wieder und brauchen kaum Pflege, sobald sie einmal eingewachsen sind. Auch Waldmeister, der früher gern als Würzkraut genutzt wurde, fühlt sich im Halbschatten wohl – vor allem, wenn der Boden feucht und humos ist.
Bunte Blütenpracht trotz Schatten
Viele Gartenbesitzer glauben, schattige Bereiche wären langweilig und blütenarm. Das stimmt so nicht: Pflanzen wie Tränendes Herz, Astilben, Lungenkraut oder Schneeglöckchen bringen selbst dunkle Ecken zum Blühen. Wer verschiedene dieser Arten kombiniert, sorgt dafür, dass im Garten von den ersten Frühlingstagen bis in den Spätsommer kontinuierlich Blüten erscheinen.
Video: Tipps zum Schattengarten von Querbeet-Expertin Sabrina Nitsche
Schattengarten: Sabrina mit Schattenstauden
Welche Gemüse wachsen im Halbschatten?
Auch im Gemüsebeet muss nicht alles in der prallen Sonne stehen. Einige Sorten fühlen sich auch im Halbschatten wohl und bringen dort gute Erträge. Dazu zählen Feldsalat, Spinat, Mangold, Rucola, Schnittlauch, Petersilie oder Radieschen. Zwar wachsen diese Pflanzen im Schatten langsamer als an sonnigen Plätzen, aber Geschmack und Ertrag leiden kaum darunter.
Wie pflegt man Schattenpflanzen am besten?
Schattenpflanzen brauchen meistens nicht viel Aufwand, wenn der Standort gut gewählt ist. Wichtig ist, dass der Boden locker und humusreich ist. Eine Mulchschicht aus Laub oder Kompost sorgt dafür, dass der Boden länger feucht bleibt und gleichzeitig Nährstoffe bekommt. Besonders unter Bäumen ist regelmäßiges Gießen sinnvoll, idealerweise morgens, damit das Wasser tief einsickern kann. Staunässe hingegen schadet den Pflanzen, das Wasser sollte gut abfließen können.
Video: Schattenpflanzen (ab Minute 00:29)
Hortensie
Dieser Artikel ist erstmals am 12. Juli 2025 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.
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