Jugendliche in Deutschland rauchen wieder mehr. Das zeigt die Drogenaffinitätsstudie 2025 [externer Link] des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). Im Jahr 2025 rauchten 9,6 Prozent der 12- bis 17-Jährigen nikotinhaltige Produkte. Besonders der Konsum von Mehrweg-E-Zigaretten, also Vapes, hat in den letzten Jahren zugenommen.
Per neuer systematischer Übersichtsarbeit aus Großbritannien wurden Daten von Kindern und Jugendlichen aus mehreren Studien miteinander verglichen. Sie zeigt Zusammenhänge zwischen Vapen und verschiedenen gesundheitlichen Beschwerden.
Wie schädlich sind Vapes für Jugendliche?
Die Metastudie des Royal College of Paediatrics and Child Health und weiterer britischer Institutionen [externer Link] wertete 81 Studien zu gesundheitlichen Folgen des Konsums von E-Zigaretten bei Kindern und Jugendlichen aus. Die meisten Teilnehmenden waren zwischen 12 und 19 Jahren alt. Manche Studien bezogen auch Kinder unter fünf Jahren sowie mögliche Folgen einer E-Zigaretten-Exposition während der Schwangerschaft in die Analyse mit ein.
Einzelne eingeschlossene Studien fanden Zusammenhänge zwischen dem Vapen während der Schwangerschaft und ungünstigen Folgen für Neugeborene. Die Ergebnisse müssen allerdings vorsichtig eingeordnet werden.
Welche Beschwerden treten beim Vapen häufiger auf?
Besonders konsistente Zusammenhänge fanden die Forschenden bei Husten, pfeifender Atmung und bronchitischen Beschwerden sowie bei Angststörungen, Depressionen und Panikattacken. Dazu kommen Hinweise auf Zusammenhänge mit häufigeren Allergien, schlechter Mund- und Zahngesundheit, Augenproblemen und Schlafstörungen.
Viele der ausgewerteten Untersuchungen sind Beobachtungsstudien. Ein statistischer Zusammenhang beweist deshalb nicht automatisch, dass das Vapen die Beschwerden verursacht haben könnte.
Was ist über psychische Belastungen bekannt?
Einzelne Studien fanden bei rauchenden und vapenden Jugendlichen häufiger psychische Belastungen und Suizidgedanken bis -pläne. Dabei ist nebensächlich, ob Zigaretten oder Vapes geraucht wurden. Besonders gefährdet sind jüngere Personen und Menschen, die mehrere Nikotin- oder Tabakprodukte zu sich nehmen. Auch hier lässt sich jedoch nicht ableiten, dass das Vapen die Ursache ist. Psychische Belastungen können den Konsum ebenfalls begünstigen. Außerdem sind weitere Einflussfaktoren möglich.
Sollten Sie selbst akut Hilfe benötigen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge. Beratung erhalten Sie unter der kostenlosen Rufnummer 0800-1110111 oder 0800-1110222. Weitere Hilfsangebote gibt es bei der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.
Warum machen süße Aromen Vapes für Jugendliche attraktiv?
Statt Tabak enthalten E-Zigaretten ein Liquid, also eine Flüssigkeit, die Propylenglykol oder Glycerin, Aromastoffe und häufig Nikotin enthält. Die gelösten Nikotinsalze lassen beim Verdampfen ein weniger unangenehmes Kratzen im Rachen entstehen als etwa beim Verbrennen von Tabak. Das kann neben den künstlichen Aromastoffen das Vapen für Kinder und Jugendliche attraktiver machen. Oft schmecken Vapes nach Erdbeere, Blaubeere oder Käsekuchen. Sie riechen beim Dampfen für viele Konsumenten gut und schmecken süß.
Darin sieht Katharina Sternberg von der Tabakambulanz an der Ludwig-Maximilians-Universität München ein Problem: "Das senkt natürlich die Hemmschwelle." Ein Produkt, das helfen sollte, mit dem Rauchen aufzuhören, brauche weder süße Aromen noch eine "wunderschöne" Verpackung, so Sternberg. Gerade die "massive" Werbung auf Social-Media-Plattformen macht ihr Sorgen: "Weil die Kinder und Jugendlichen halten sich vor allem leider dort auf und sehen das."
Warum können Vapes schneller zur Gewohnheit werden?
Katharina Sternberg spricht auch von einem veränderten Konsumverhalten bei Vapes. Im Vergleich zu Zigaretten seien die E-Zigaretten leichter handhabbar. Außerdem schrecke der künstliche Geruch Menschen weniger davon ab, E-Zigaretten auch in Innenräumen zu benutzen. Auch direkt beim Aufwachen könne man schnell einmal vapen. Das könnte die Arbeit in der Tabakambulanz in Zukunft verändern. Möglicherweise müssen deshalb auch Programme zur Nikotinentwöhnung stärker an den Konsum von Vapes angepasst werden.
Kann Vapen den Einstieg ins Rauchen fördern?
Langfristige Folgen des E-Zigaretten-Konsums bei Kindern und Jugendlichen sind laut den Wissenschaftlern der aktuellen Übersichtsarbeit noch nicht ausreichend erforscht. Langzeitstudien zeigen jedoch, dass vapende Jugendliche später deutlich häufiger mit dem Zigarettenrauchen beginnen.
Nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums starben 2023 in Deutschland rund 131.000 Menschen [externer Link] an tabakbedingten Erkrankungen. Das entsprach etwa 13,7 Prozent aller Todesfälle in Deutschland.
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