Noah mit Schutzweste der Polizei.
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Vom Juristen zum Polizisten: Quereinstieg bei der Polizei.
Bildrechte: Bayerischer Rundfunk 2026/BR/Paul Kraneis
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Vom Juristen zum Polizisten: Quereinstieg bei der Polizei

Vom Juristen zum Polizisten: Quereinstieg bei der Polizei

Noah hat Jura studiert und als Rechtsanwalt gearbeitet. Jetzt wagt er den Quereinstieg bei der Polizei Berlin und steigt in den höheren Polizeivollzugsdienst ein. Bei einer Brennpunkteinheit erlebt er Einsätze hautnah.

Über dieses Thema berichtet: alpha Uni am .

Noah ist Jurist, arbeitet aber inzwischen bei der Polizei. Nach seinem Jurastudium an der Ludwig-Maximilians-Universität München war er zuerst als wissenschaftlicher Mitarbeiter und später als Rechtsanwalt im Immobilienrecht tätig. Doch der Büroalltag hat ihn nicht erfüllt: zu viel Zeit vor dem Laptop, zu wenig Kontakt mit Menschen.

Quereinstieg bei der Polizei

2025 entschied sich der 35-Jährige deshalb für einen ungewöhnlichen Schritt: den Quereinstieg in den höheren Polizeivollzugsdienst. "Ich habe mich an meine Bundeswehrzeit zurückerinnert und mich gefragt: Wie kann ich Jura und öffentliche Sicherheit kombinieren? Dann bin ich zufälligerweise auf diese Annonce der Berliner Polizei gestoßen", erzählt Noah. Seit März 2026 arbeitet er bei der Polizei Berlin im höheren Polizeivollzugsdienst.

Warum das Jurastudium ein Vorteil ist

Seine beiden juristischen Staatsexamen ermöglichen Noah den direkten Einstieg in den höheren Polizeivollzugsdienst. Ein weiteres Studium ist dafür nicht notwendig. Auch wenn er später vor allem Führungs- und Managementaufgaben übernehmen wird, gehört die praktische Polizeiarbeit zu seiner Einarbeitung.

Noah erhält Einblicke in verschiedene Dienststellen der Polizei Berlin (externer Link). Dazu gehören unter anderem eine Schießausbildung und ein Fahrsicherheitstraining. Auch einen halbjährigen Lehrgang an der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster muss er absolvieren. "Man wird ein bisschen als Polizist ausgebildet, auch wenn die Tätigkeit danach eigentlich ein Schreibtischjob ist", erklärt der Jurist.

Im Video: Wie ist es, Jura zu studieren? Noahs Erfahrungen

Polizeialltag in Berlin: Einsatz gegen Drogenhandel

9.45 Uhr, Berlin-Moabit: Noah begleitet an diesem Tag eine Brennpunkt- und Präsenzeinheit (BPE) der Polizei Berlin. Sie ist an Orten im Einsatz, an denen besonders viele Straftaten registriert werden, zum Beispiel am Kottbusser Tor oder im Görlitzer Park. Was ihn erwartet, ist ungewiss. "Es kann Körperverletzung, Diebstahl oder Raub dazugehören, eigentlich das Potpourri an Straftaten", sagt Noah. Während seiner Hospitanz beobachtet er die Einsätze zunächst.

12.00 Uhr Berlin, Volkspark Hasenheide: Zivile Kräfte haben einen mutmaßlichen Drogenhandel beobachtet. Die Polizisten sprinten zum Einsatzort, durchsuchen den Verdächtigen und kontrollieren seine Tasche. Dabei finden sie ein Taschenmesser und Cannabis. Kurz darauf kommt ein Drogenspürhund zum Einsatz. In einem Park entdecken die Polizisten weiteres Cannabis, das mutmaßlich für den Verkauf versteckt wurde.

Was macht man im höheren Dienst bei der Polizei?

Im höheren Polizeivollzugsdienst kann Noah später unterschiedliche Führungsaufgaben übernehmen, zum Beispiel bei der Landespolizeidirektion, beim Landeskriminalamt oder in einem Stab. Zu den möglichen Aufgaben gehören unter anderem Personalführung, Einsatzplanung, strategische Entscheidungen, die Entwicklung von Konzepten zur Kriminalitätsbekämpfung und Prävention sowie die Leitung von Dienststellen.

Im höheren Polizeivollzugsdienst wechseln die Einsatzbereiche regelmäßig. "Alle drei bis sechs Jahre wechselt man 'die Verwendung', sagt man im höheren Dienst", erklärt der 35-Jährige. "Man kann Pressesprecher sein, Dezernatsleiter werden, im Stab arbeiten, ein unfassbares Potpourri an Verwendungen. Das wird nie langweilig." Wo Noah später eingesetzt wird, steht noch nicht fest.

Gehalt im höheren Polizeivollzugsdienst

Volljuristen starten bei der Berliner Polizei (externer Link) als Polizei- oder Kriminalrat in der Besoldungsgruppe A 13. Das monatliche Grundgehalt beträgt in der ersten Gehaltsstufe 5.060,75 Euro brutto (externer Link).

Vom Rechtsanwalt zur Polizei: Ein neuer Berufsalltag

Nach einem weiteren Einsatz und einer Festnahme am Kottbusser Tor ist für Noah um 18.00 Uhr Schichtende. Nach seinem dritten Tag bei der Brennpunkteinheit geht es für ihn zurück auf die Wache. Einsätze bei dieser Einheit gehören zwar in Zukunft nicht zu seinem normalen Arbeitsalltag, die Erfahrungen auf der Straße nimmt er trotzdem mit. Denn als Führungskraft will er später nicht ausschließlich vom Schreibtisch aus entscheiden. "Auf der Streife dabei zu sein, bringt mir sehr viel, weil ich sonst aus dem Elfenbeinturm heraus Entscheidungen treffen muss, ohne die Basisarbeit zu kennen."

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