(Symbolbild) Zwei Personen mit Sonnenschirmen gehen bei starker Sonneneinstrahlung über den Platz vor dem Weißen Turm in Nürnberg.
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(Symbolbild) Regenschirm oder Sonnenschirm? Ansichtssache! Genau wie "schönes" und "schlechtes" Wetter.
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(Symbolbild) Regenschirm oder Sonnenschirm? Ansichtssache! Genau wie "schönes" und "schlechtes" Wetter.

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Warum "schönes Wetter" (nicht immer) schön ist

Warum "schönes Wetter" (nicht immer) schön ist

"Kaiserwetter" oder "Badewetter": Sonnige und heiße Tage werden oft als "schönes Wetter" bezeichnet und von vielen, auch in Medien, gefeiert. Dabei werden die Folgen oft außer Acht gelassen, finden BR24-User.

Über dieses Thema berichtet: BR24 am .

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Die Pfingstferien starten in Bayern mit Sonne und Temperaturen um die 30 Grad. Viele freuen sich, endlich die Freibad-Saison starten zu können oder Ausflüge an Seen zu unternehmen. Das spiegelt sich auch in den Kommentarspalten wider. Auch der BR verwendet, neben der Berichterstattung unter anderem über die Folgen der Hitze, manchmal Phrasen wie "Sommer wie aus dem Bilderbuch" und "bei erwarteten 30 Grad [stehen] alle Zeichen auf Eisdiele, Freibad und Biergarten".

Gerade dann gibt es einige Nutzer, die in den Kommentaren auf die Risiken für Mensch und Natur verweisen und darauf, dass "schönes Wetter" in Zeiten des Klimawandels nicht mehr unbedingt Sonne und Wärme bedeuten muss. BR24-User "KeineMachtfürNiemand" schrieb kürzlich: "Sonne, schönes Wetter, draußen sitzen ist toll, aber manche feiern dann noch schönes Wetter, wenn das offensichtlich für viele nicht mehr so toll ist." Nutzer "Rook" pflichtete dem bei: "Dieses dumme Jubeln über Temperaturen von 30 Grad oder mehr. Vielleicht könnte man aufhören zu jubeln und es einfach sachlich melden. Vielleicht wäre sogar eine Warnung angebracht für alle vulnerablen Personen."

Warum sonnig und warm überhaupt "schön" ist

Dass viele Menschen mit "schönem Wetter" wolkenlosen Himmel und Wärme meinen, das hat sich, wie alle sprachlichen Ausdrucksweisen, über sehr lange Zeit entwickelt. Der Linguist und Küstenforscher Martin Döring hat das in einem Interview mit dem Deutschlandfunk [externer Link] 2025 so erklärt: "Sonne ist erstmal positiv besetzt. Das ist kulturell so gelernt." Das gelte auch für Wörter wie "strahlend". Kulturell gelernt bedeutet das zum Beispiel, dass in Kinderbüchern eigentlich immer die Sonne scheint und damit die perfekte "Bullerbü"-Stimmung herrscht, also das sprichwörtliche "Bilderbuchwetter".

Sonnenlicht kann außerdem auch gut für den Körper sein: Es erzeugt Glücksgefühle durch die Ausschüttung von Serotonin. Vitamin D, auch als "Sonnenhormon" bezeichnet, ist ebenfalls wichtig.

Hitze und Sonne wirken öfter eher bedrohlich als schön

Doch die Wahrnehmung wandelt sich genauso wie das Klima: Sonnenschein und Temperaturen von 30 Grad und mehr werden zunehmend als bedrohlich empfunden. Obwohl der Deutsche Wetterdienst (DWD) aufgrund seiner Arbeit mit Messdaten einen neutralen Blick auf das Wetter wirft und entsprechend sachliches Vokabular wie "wolkenloser Himmel" oder "Temperaturen von 30 Grad" verwendet, herrscht auch dort das Bewusstsein dafür, was solches Wetter bedeuten kann.

Dirk Mewes vom DWD sagt BR24 im Gespräch: "Es gibt Bevölkerungsgruppen, die natürlich etwas leiden, wenn es zu heiß und zu trocken bleibt. Und es ist für einen Organismus doch eine ziemliche Belastung, wenn man über einen längeren Zeitraum sehr hohen Temperaturen ausgesetzt ist." Vor allem dann, wenn Niederschläge mit entsprechender Kühlung ausblieben und es auch nachts nicht merklich kälter werde, sei das "eine echte Herausforderung", so Mewes.

Schönes Wetter ist für Dirk Mewes Wetter, bei dem der DWD keine Warnungen herausgeben muss: vor Sturm, Starkregen – und vor allem auch nicht vor Hitze.

Ideales Wetter aus Sicht der Landwirtschaft: "Schöner langer Landregen"

Ähnlich sieht das Stephan Weigand vom Bayerischen Landesamt für Landwirtschaft – aber aus einem anderen Grund. "Wenn es um die wichtigen landwirtschaftlichen Kulturen geht, haben wir Probleme, sobald wir klassische, sogenannte "heiße Tage" haben." Ein "heißer Tag" ist ein Tag, an dem das Maximum der Lufttemperatur 30 Grad Celsius oder höher beträgt. Und diese Tage werden im Zuge des Klimawandels mehr: Seit den 1950er-Jahren haben sie sich fast verdreifacht.

Die Verknüpfung von Hitze und Trockenheit, also ausbleibendem Regen, und dem damit verbundenen Austrocknen der Böden [externer Link] mache Pflanzen zu schaffen. Weigand würde sich wünschen, dass die Landwirtschaft öfter "mitgedacht" werde, bevor man über anhaltendes Sommerwetter juble. "Das muss ja nicht als Spaßbremse für den Rest der Nation wirken. Man drückt einfach nur aus, dass man auch an die Landwirtschaft denkt." Für ihn ist schönes Wetter "immer mal wieder mehrere Tage schönen langen Landregen, der die Böden durchfeuchtet".

Das "schöne Wetter" der Zukunft

Bis Regen allerdings als "schönes Wetter" bezeichnet wird, werden wohl trotz des Klimawandels noch mehrere Jahrzehnte ins Land gehen. Laut Linguist Döring dauert es oft 20 bis 30 Jahre, bis sich ein neuer Sprachgebrauch durchsetzt. Obwohl sich durch Worte wie "Hitzewelle" der Wandel bereits andeute.

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