Das Wort Zuckersteuer ist in eine Zuckerschicht geschrieben. Das Bild steht symbolisch für die politische Diskussion um neue Abgaben auf Zucker, steigende Preise für zuckerhaltige Produkte und Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge.
Das Wort Zuckersteuer ist in eine Zuckerschicht geschrieben. Das Bild steht symbolisch für die politische Diskussion um neue Abgaben auf Zucker, steigende Preise für zuckerhaltige Produkte und Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge.
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Eine Steuer auf Zucker ist umstritten, könnte aber teilweise dazu beitragen, das Risiko für einige Zivilisationskrankheiten zu verringern
Bildrechte: picture alliance / CHROMORANGE | Michael Bihlmayer
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Eine Steuer auf Zucker ist umstritten, könnte aber teilweise dazu beitragen, das Risiko für einige Zivilisationskrankheiten zu verringern

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Zuckersteuer: Weniger Konsum, aber kaum gesundheitliche Effekte

Zuckersteuer: Weniger Konsum, aber kaum gesundheitliche Effekte

Steuern auf zuckerhaltige Getränke bremsen den Konsum und bewegen Hersteller zur Rezepturänderung. Eine neue Analyse zeigt jedoch: Für messbare Gesundheitseffekte reicht eine Zuckersteuer allein nicht aus. Warum und wem sie trotzdem helfen könnte.

Über dieses Thema berichtet: Bayern 2 Die Welt am Abend am .

Eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke könnte in Deutschland den Konsum spürbar senken und damit zur Vorbeugung ernährungsbedingter Erkrankungen beitragen. Das sagt eine Studie [externer Link] des Wissenschaftlichen Instituts des Verbands der Privaten Krankenversicherung (WIP). Allerdings gebe es nur begrenzt Nachweise für direkte gesundheitliche Effekte. Die hingen stark davon ab, wie eine mögliche Steuer ausgestaltet würde.

Deutschland isst zu viel Zucker

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, weniger als 50 Gramm sogenannten "freien Zucker" pro Tag aufzunehmen. "Freier Zucker" umfasst alle Zuckerarten, die Lebensmitteln zugesetzt werden – vom Hersteller oder Verbraucher –, sowie den in Honig, Sirupen, Fruchtsäften vorkommenden Zucker.

In Deutschland wird dieser Wert deutlich überschritten – Frauen liegen nach Angaben des Max Rubner-Instituts [externer Link] bei 61 Gramm pro Tag, Männer bei 78 Gramm pro Tag. Vor allem zuckerhaltige Getränke gelten als mitverantwortlich für die Entstehung von Adipositas [externer Link], Diabetes Typ 2 und Herz-Kreislauf-Erkrankungen [externer Link]. Wer eine Portion (200 Milliliter) eines solchen Getränks zu sich nimmt, schluckt 20 bis 34 Gramm freien Zucker.

Studie: Höhere Zuckersteuer = weniger Konsum, neue Rezepturen

Die WIP-Studie ist in einem Punkt eindeutig: "Typischerweise bezieht sich die Zuckersteuer auf zuckerhaltige Getränke, und man konnte beobachten, dass der Konsum von zuckerhaltigen Getränken nach Besteuerung zurückgegangen ist. Wir haben auch gesehen, dass die Industrie reagiert und die Rezepte für zuckerhaltige Getränke verändert hat", so Institutsleiter Frank Wild.

Teils positive gesundheitliche Effekte bei weniger Zuckerkonsum

Weniger eindeutig ist laut WIP die Datenlage zu gesundheitlichen Verbesserungen. Beobachtungsstudien, die reale Verhaltensänderungen nach Einführung einer Steuer auf Softdrinks untersuchten, zeigten "keine größeren gesundheitlichen Effekte. Das Problem ist häufig, dass der Gesamtzuckerkonsum oft unverändert geblieben ist", so Institutsleiter Frank Wild.

Besonders wirksam erscheinen Steuermodelle mit gestaffelten Sätzen, die Hersteller zu zuckerärmeren Rezepturen bewegen.

Kinder und sozial Schwächere könnten von Zuckersteuer profitieren

Positive Effekte einer Zuckersteuer seien allerdings bei Kindern, Jugendlichen und sozial benachteiligten Bevölkerungsgruppen zu beobachten.

Auch Forschende am Institut für Public Health und Pflegeforschung der Uni Bremen weisen darauf hin [externer Link]: Menschen mit niedrigem sozioökonomischem Status seien häufiger von Krankheiten betroffen und könnten von einem geringeren Zuckerkonsum besonders profitieren.

Kritik an "freiwilliger Selbstverpflichtung"

Die Debatte um die Zuckersteuer reiht sich ein in zahlreiche Beispiele zögerlicher gesundheitspolitischer Regulierung in Deutschland, beklagt Versorgungsforscherin Monique Bialojan von der Hochschule Anhalt: "Aus wissenschaftlicher Sicht ist das ziemlich eindeutig: Aufklärung allein reicht nicht aus, um Verhalten auf Bevölkerungsebene nachhaltig zu verändern. Wissen ist wichtig, aber es führt nur selten automatisch zu gesünderem Verhalten."

Bialojan spricht sich auch gegen das Konzept "freiwillige Selbstverpflichtung" der Industrie aus: "Gesetzliche Regelungen sind deutlich wirksamer. Sie schaffen gleiche Bedingungen für alle Marktteilnehmer und führen schneller zu messbaren Veränderungen auf Bevölkerungsebene."

Dieser Artikel ist erstmals am 8. Februar 2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.

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