Der Stopp von Beförderungen für Unteroffiziere bei der Bundeswehr hat in der Truppe für Verärgerung gesorgt. Dies sei ein Schlag gegen das ohnehin schon beschädigte Vertrauen und sei mit Blick auf das Bestandspersonal inakzeptabel, kritisierte Tobias Brösdorf vom "Verband der Soldaten der Bundeswehr" (VSB) am Sonntag. Zuvor hatte Generalinspekteur Carsten Breuer den Stopp der Beförderungen etwa von Feldwebeln mit Gerichtsurteilen begründet.
Keine Beförderung nach Dienstjahren
Demnach ist eine Beförderung nur nach Dienstzeit nicht rechtmäßig, Beurteilungen müssten eine größere Bedeutung haben. Die Bundeswehr will ab 2027 ein neues System für den Aufstieg etablieren. Bis dahin sollten Beförderungen in bestimmten Diensträngen ausgesetzt werden. Der VSB betonte, die Rechtsprechung sei schon lange bekannt gewesen. Es sei aber nicht gehandelt worden.
Breuer räumte in einem Instagram-Beitrag ein, dass sich Beförderungen verschieben würden: "Das ist nicht schön, und es gefällt auch mir nicht." Man wolle aber mit neuen Regelungen sicherstellen, dass auch künftig Unteroffiziere ihre Laufbahnziele erreichen könnten. "Um kriegstüchtig zu sein, brauchen wir sie", sagte Breuer weiter.
Tausende Feldwebel und Bootsmänner betroffen
Es geht um mehrere Tausend Feldwebel (bei der Marine: Bootsmänner) und ihren Aufstieg zum Stabsfeldwebel. In der Vergangenheit wurde Unteroffizieren dieser grundsätzlich nach 16 Jahren Dienstzeit gewährt. Gerichte hatten hier aber einen Widerspruch zum Leistungsgedanken gesehen und eine stärkere Orientierung an Beurteilungen durch Vorgesetzte gefordert.
Aus der Truppe gibt es immer wieder Unmut über die Behandlung von Langgedienten. Dazu trägt auch die intensive Werbung um neue Soldaten mit Vergünstigungen bei, die frühere Jahrgänge nicht bekommen haben.
Mit Informationen von Reuters.
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