Im ersten Quartal 2026 verzeichnete die Bundeswehr einen deutlichen Anstieg bei den Bewerbungen und Neueinstellungen. Bis Ende März hatten sich etwa 22.700 Personen für eine militärische Laufbahn interessiert, was einem Anstieg von 20 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres entspricht. Das berichtet das Verteidigungsministerium. Die Zahl der Neueinstellungen lag demnach bei rund 5.800, was einen Zuwachs von zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr darstellt.
Auch mehr freiwillig Wehrdienstleistende und Zeitsoldaten
Zudem stieg die Zahl der freiwillig Wehrdienstleistenden und Zeitsoldaten, die für eine kürzere Dienstzeit verpflichtet sind, im Jahresverlauf um 13,5 Prozent auf 12.700. Die Gesamtzahl der aktiven Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr beträgt derzeit etwa 185.400, was einen Zuwachs von rund 3.300 im Vergleich zum März 2025 bedeutet. Das Ministerium betonte, dass die Personalstärke saisonalen Schwankungen unterliegt, da im Frühjahr traditionell viele Soldaten und Soldatinnen planmäßig ausscheiden.
Das Ministerium äußerte sich zufrieden mit dem positiven Personaltrend und betonte, dass das hohe Interesse an der Bundeswehr als Arbeitgeber besonders erfreulich sei, was sich in den hohen Bewerbungs- und Einstellungszahlen widerspiegle.
Deutschland muss Nato-Vorgaben erfüllen
Seit Anfang des Jahres intensiviert die Bundeswehr ihre Bemühungen, mehr junge Menschen für den freiwilligen Wehrdienst zu gewinnen, was im Kontext neuer Nato-Vorgaben aufgrund der erhöhten Bedrohung durch Russland steht. Deutschland muss bis 2035 in der Lage sein, im Krisen- und Kriegsfall rund 460.000 Soldaten zu stellen.
Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat das Ziel ausgegeben, die Zahl der aktiven Soldaten bis 2035 auf etwa 260.000 zu erhöhen. Zudem soll die Zahl der einsatzbereiten Reservisten auf 200.000 verdoppelt werden. Im Rahmen der seit diesem Jahr geltenden Wehrdienstreform müssen alle 18-jährigen Männer ab Jahrgang 2008 einen Fragebogen ausfüllen und zur Musterung gehen, während für Frauen sowohl das Ausfüllen des Fragebogens als auch die Musterung freiwillig bleibt.
Mit Informationen von AFP
BR24 auf TikTok: Bewerbungsboom bei der Bundeswehr
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