Der Jagdminister zu Gast in "jetzt red i"
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Hubert Aiwanger
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Aiwanger: "Fischotter wird am Ende ganz Bayern erobert haben"

Aiwanger: "Fischotter wird am Ende ganz Bayern erobert haben"

Immer mehr Teichwirte und Fischer beklagen immense Schäden durch Fischotter. Naturschützer und Gerichte haben Abschüsse bislang verhindert. In "jetzt red i" diskutierten Betroffene, Jagdminister Aiwanger und der Bund Naturschutz über das Problem.

Über dieses Thema berichtet: jetzt red i am .

In manch einem Weiher von Teichwirt Franz Kühn gibt es keinen einzigen Karpfen mehr. Denn der Fischotter hat sie gefressen. "Man verliert die Lust. Man wird vielleicht entschädigt, aber das ist nicht der Sinn und Zweck, weshalb man Fische setzt", so Kühn in der Sendung "jetzt red i" am Mittwochabend im BR Fernsehen.

Die Region um Tirschenreuth in der Oberfpfalz, wo Kühn Karpfen züchtet, leidet besonders unter dem Fischotter. Viele Fischer und Teichwirte beklagen mittlerweile immense Verluste. In den rund 5.000 Teichen, in denen seit vielen Generationen Fische gezüchtet werden, hätten die Otter ein Fressparadies gefunden.

Wirtschaftsminister Aiwanger warnt vor Otter-Ausbreitung

Bayerns Wirtschafts- und Jagdminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler), ebenfalls zu Gast bei "jetzt red i", sprach sich deshalb erneut für ein Gesetz zur Entnahme des Fischotters aus. Aiwangers Warnung: Die Tiere könnten sich weiter ausbreiten. "Wir sehen, dass der Otter schon gut halb Bayern erobert hat. Er wird am Ende ganz Bayern erobert haben", sagte Aiwanger. Laut dem Chef der Freien Wähler braucht es also dringend Regeln, die einen Abschuss des Fischotters erlauben. Aiwangers Prognose, wenn nichts unternommen würde: "Es wird in Ostbayern die Teichwirtschaft erledigt sein."

Aiwanger warnt vor Rückgang der Artenvielfalt

Neben der Teichwirtschaft sieht der Wirtschaftsminister auch die bayerische Artenvielfalt durch den Fischotter bedroht. Denn die Tiere würden sich rasant vermehren und dadurch nicht nur Karpfenteiche trockenlegen, sondern auch andere Arten ausrotten: "Bevor der Teich leer ist, wird am Ende noch die letzte Rohrdommel, der letzte Forsch draußen weggefressen sein", so Aiwanger.

In "jetzt red i" ärgerte sich der Wirtschaftsminister auch darüber, dass ein Gericht die letzte bayerische Regelung zur Tötung von Fischottern im März außer Kraft gesetzt hatte. Nach Klagen der Deutschen Umwelthilfe und des BUND Naturschutz Bayern kam das Gericht zu dem Schluss, dass diese Regelungen rechtswidrig seien. Unter anderem, weil Jagd und Schonzeiten für die Otter gefehlt hätten, die unter strengem Naturschutz stehen.

"Wir können nicht einfach schießen"

Martin Geilhufe, der Vorsitzende des BUND Naturschutz Bayern, bemängelte das in der Sendung. "Wir können nicht einfach schießen. Diese Verordnungen sind nicht rechtens gewesen", so Geilhufe. Der BUND habe Verständnis für die Sorgen und Nöte der Teichwirte. Geilhufe zeigte sich zwar durchaus bereit dazu, über Regeln für eine Otter-Entnahme nachzudenken. Tiere abzuschießen, sei jedoch nicht der einzige Weg, das Problem zu lösen.

"Der Fischotter hat schon immer Amphibien gefressen, aber wir haben halt viel zu wenige in der Landschaft", sagte Geilhufe. Durch Flussverbauungen, Landwirtschaftseinträge oder Pestizide habe man viel Naturraum zerstört – es sei dementsprechend wenig überraschend, dass Fischotter sich an den Karpfen der Teichwirte bedienen. Auch hier könnte die Landesregierung Geilhufes Ansicht nach ansetzen.

Tirschenreuther Teichwirte teilen Naturschutz-Argumente nicht

Die Teichwirte aus der Region sehen das anders. Sie fürchten vor allem um ihre Arbeit. "Es ist für uns sehr schwierig, in die Zukunft zu planen", sagte Lena Bächer, Teichwirtin in der zehnten Generation. Laut Bächer dürfe Naturschutz nicht an der Wasseroberfläche aufhören. "Es macht keinen Spaß, zentnerweise die Fische zusammenzuklauben, die zum Teil sogar noch leben", so die Fischzüchterin. Das Argument der Züchter: Auch Teichwirte seien Naturschützer, weil sie Fische und damit die "aquatische Fauna" aufrechterhalten. Diese Arbeit sei durch den Fischotter jedoch massiv bedroht.

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