Das Alkoholverbot gilt künftig an allen deutschen Bahnhöfen
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Das Alkoholverbot gilt künftig an allen deutschen Bahnhöfen.
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Alkoholverbot: In Bayerns Bahnhöfen zum Teil schon in Kraft

Alkoholverbot: In Bayerns Bahnhöfen zum Teil schon in Kraft

Wegen immer mehr Übergriffen auf Bahnmitarbeiter erlässt die Deutsche Bahn für alle 5.400 Bahnhöfe ein Alkoholverbot. In Bayern existiert solch ein Konsumverbot in München, Nürnberg und Regensburg bereits seit Jahren – mit gemischter Bilanz.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Raphael Dirnberger betreibt seit mehreren Jahren einen Supermarkt im Regensburger Hauptbahnhof. Bereits seit 2018 ist hier Alkoholtrinken verboten. Dirnberger sieht das Alkoholverbot mit gemischten Gefühlen: "Die Leute, die da was trinken wollen, die gehen halt zehn Meter weiter und trinken es da, in den Parkanlagen oder in der Nähe. Ich sehe keinen so großen Sinn in dem Ganzen, es verlagert sich halt einfach." Auch Passanten hegen in einer spontanen BR-Umfrage Zweifel, ob das Verbot in Regensburg wirklich etwas gebracht hat.

Bahn weitet Alkoholverbot auf alle Bahnhöfe aus

Die Bahn kennt den Vorwurf, dass sich das Alkoholtrinken nur verlagere. Dennoch sieht Bahnsprecherin Anja Bröker große Vorteile im rigorosen Alkoholverbot in Bahnhöfen: "Wir haben jetzt schon gute Erfahrungen an großen Bahnhöfen gemacht – Hamburg, Köln, München, da funktioniert das sehr gut, die Rückmeldungen sind sehr positiv und das weiten wir jetzt aus auf alle Bahnhöfe in Deutschland."

Übergriffe alkoholisierter Menschen auf Bahnmitarbeiter

Die Bahn zieht ihre Lehren aus den jüngsten Übergriffen gegen ihre Mitarbeiter: Bei einem Vorfall am Freitagabend Baden-Württemberg wurde ein 26-jähriger Sicherheitsmitarbeiter der Bahn bei einer Ticketkontrolle in einem Regionalzug nach bisherigen Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft von einem 36 Jahre alten Fahrgast geschlagen und getreten. Der 36-jährige Fahrgast soll alkoholisiert gewesen sein. Während des Gerangels gab die Zugtür nach und der Bahnmitarbeiter fiel durch einen Spalt aus dem fahrenden Zug. Der Bahnmitarbeiter wurde dabei schwer verletzt und schwebte zwischenzeitlich in Lebensgefahr.

Der Bahnkonzern hofft auf weniger Konflikte durch das Alkoholverbot: "Wir erhoffen uns davon mehr Sicherheit an den Bahnhöfen, ein sicheres Gefühl für unsere Reisenden, wir hören immer wieder, dass die Menschen sich das wünschen", so Bahnsprecherin Bröker. Alkohol führe oft zu Konflikten, Belästigungen, Gewalt, "damit machen wir jetzt Schluss.“

Bahn: Umsetzung "mit Augenmaß"

Das Verbot soll ab Oktober an allen 5.400 Bahnhöfen in Deutschland gelten, also auch an S-Bahnhöfen in München und Nürnberg. Wie hart die Regelung durchgesetzt wird, daran gibt es beim ein oder anderen Zweifel. Die Bahn teilt dazu mit: "Bei Verstößen gegen das Alkoholkonsumverbot erfolgt ein Platzverweis. Im Wiederholungsfall spricht die DB ein Hausverbot aus." Würde gegen dieses verstoßen, folge ein Strafantrag bei der Bundespolizei, so die Bahn. Das Unternehmen betont jedoch auch auf BR24-Anfrage: "Das Verbot wird mit Augenmaß umgesetzt." Zuerst würden Mitarbeiter der DB über die geänderte Hausordnung hinweisen und anhand von Durchsagen und Aushänge im Bahnhof dazu informieren.

Gewerkschaft: Bundespolizei sei nicht für Durchsetzung zuständig

Die Bundespolizeigewerkschaft DPolG verweist in dem Zusammenhang bereits vorsorglich auf die angespannte Personallage bei der Bundespolizei. Es müsse von Beginn an deutlich werden, dass die Bundespolizei hier nicht die Verantwortung habe und für die Durchsetzung dieses Verbotes nicht zuständig sei, sagt der Vorsitzende der Gewerkschaft, Manuel Ostermann.

Alkoholverbot am Münchner Hauptbahnhof mit positiver Bilanz

In München gilt bereits seit August 2019 ein ganztägiges Alkoholverbot. Alkoholtrinken ist sowohl am Bahnhof als auch in umliegenden Straßen verboten. Die Einhaltung des Alkoholverbots kontrollieren Polizei und der Kommunale Außendienst (KAD) der Landeshauptstadt. Die Bilanz fiel nach einem Jahr positiv aus. Damals sagte Polizeisprecher Werner Kraus: "Die Kriminalitätsentwicklung im unmittelbaren Bereich des Hauptbahnhofs hat sich verbessert." Die Straftaten, insbesondere Körperverletzungs- und Raubdelikte, seien "deutlich zurückgegangen", so die Polizei.

Nürnberg - 2012 erste Stadt mit Alkoholverbot am Bahnhof

Auch in Regensburg gilt seit November 2018 ein Alkoholverbot im und am Bahnhof. Nach einer ersten Testphase wurde auch dort per Hausrecht der Deutschen Bahn das öffentliche Trinken strikt untersagt.

Als bundesweit erste Stadt hatte Nürnberg bereits 2012 am Hauptbahnhof ein Alkoholverbot verhängt. Zuerst galt dies nur an den Wochenenden, seit November 2018 rund um die Uhr und im gesamten Bahnhofsumfeld.

In Bayern wurde das Alkoholverbot außerdem bereits in den Bahnhöfen Augsburg-Oberhausen, Günzburg, Passau und Vilshofen eingeführt.

Nur Konsum und Mitführen von offenem Alkohol ist untersagt

Wohlgemerkt sind nur das Konsumieren und Mitführen von offenem Alkohol untersagt. Nicht verboten sind der Kauf von Alkohol am Bahnhof, das Mitführen von geschlossenen alkoholischen Getränken und der Konsum von Alkohol in Gastronomiebetrieben in und am Bahnhof. Auch eine Flasche Bier und ein Glas Wein sind im Zug weiterhin möglich.

Die Deutsche Bahn verbietet das Trinken von Alkohol an allen deutschen Bahnhöfen.
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Die Deutsche Bahn verbietet das Trinken von Alkohol an allen deutschen Bahnhöfen.

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