Wenn Hanna Sammüller auf die Wahlhelfer in der Bayerischen Landeshauptstadt zu sprechen kommt, dann huscht ein Lachen über ihr Gesicht. Die für die Münchner Kommunalwahl zuständige Kreisverwaltungsreferentin ist sichtlich stolz. Man habe 14.000 Menschen motivieren können, sich freiwillig als Wahlhelfer zu melden, so Sammüller.
Deutlich mehr Briefwähler
Wenn am 08. März die Kommunalwahlen auch in München abgehalten werden, dann wird es in der bayerischen Landeshauptstadt einiges zu tun geben. Rund 1,1 Millionen Menschen sind in München zur Wahl aufgerufen. Ein knappes Drittel, sprich 340.000 haben nach Angaben von KVR-Chefin Sammüller bereits die Briefwahlunterlagen beantragt und damit mehr als am Ende der letzten Kommunalwahl vor sechs Jahren. Damals beantragten "nur" 330.000 Bürgerinnen und Bürger die Briefwahl in München.
Ob die vielen Briefwähler am Wahltag die Schlangen in den Stimmlokalen verkürzen werden, bleibt abzuwarten. Es wird sicher dauern, bis der ein oder die andere ihre Stimmen verteilt oder das Kreuz gemacht hat. Denn neben dem Stimmzettel für 13 OB-Kandidaten gibt es auch noch den nicht ganz übersichtlichen Stimmzettel zur Münchner Stadtratswahl. Dort warten rund 1.000 Kandidaten verteilt auf 14 Parteien oder Wählervereinigungen auf ein Kreuz oder maximal drei Stimmen.
Münchner XL -Stimmzettel
Entsprechend groß ist auch deswegen der Stimmzettel zur Münchner Stadtratswahl. Exakt 1,48 Meter auf 60 Zentimeter, einen knappen Quadratmeter misst der. Oder, um es bildlicher zu machen: Wenn man die Arme ausbreitet, kann man ihn grad mal so aufspannen.
Noch kann man Briefwahl beantragen
Wer also gern in Ruhe seine 80 Stimmen auf Kandidaten verschiedener Wählervereinigungen oder Parteien verteilen möchte, für den könnte sich Briefwahl durchaus noch anbieten. Falls die noch nicht beantragt ist - bis spätestens Montag, den 2. März könne man dies tun, so Sammüller. Allerdings rät die Münchner KVR-Chefin dazu, die Unterlagen dann rasch auszufüllen und möglichst bald per Post zurückzuschicken. Spätestens vier Tage vor der Wahl sollten die Unterlagen im Briefkasten sein, damit sie rechtzeitig im Wahlamt ankommen, rät die KVR-Chefin. Für Wähler die sich spät entschließen, stehen dann laut Sammüller immer noch Briefkästen in den Bezirksinspektionen, dem KVR oder dem Münchner Rathaus bereit.
Ausgezählt werden die Briefwahlunterlagen am 08. März ab 18 Uhr. Dazu hat die Stadt eine Messehalle des MOC in München Freimann, sowie eine Halle in der Messe Riem angemietet.
Keine Barcodes in München
Während in anderen Gemeinden das Auszählen durch Barcodes auf den Stimmzetteln in Teilen maschinell erfolgt, müssen in München die Wahlzettel händisch ausgezählt werden. Auf sogenannten Zählzetteln werden die einzelnen Stimmen pro Kandidat mit Strichen vermerkt. Würde man in München Barcodes neben die Kandidatennamen drucken, dann hätte der Stimmzettel laut Stadt eine Größe von rund 2,50 Metern.
München testet neue Auszählsoftware
Allerdings testet München bei dieser Kommunalwahl in einem kleinen Teil der Briefwahlbezirke eine neue Auszählsoftware. Statt die Stimmen in den Zählzettel einzutragen, werden sie direkt in den Computer getippt und von der Software dann zusammengezählt. Diese arbeitet ohne Internet und ohne Künstliche Intelligenz, versichert die städtische Münchner IT-Chefin Laura Dorneheim. Sollte das System bei Kommunalwahl erfolgreich sein, könnte es bei zukünftigen Wahlen auch zum Einsatz kommen, so Dornheim.
Dass man die Wahlzettel komplett maschinell auszählt – da seien die nötigen Scanner noch zu teuer, und sind laut Dornheim auch zu noch fehleranfällig. In absehbarer Zeit, so die städtische IT-Chefin, könnte die Technologie aber so weit sein. Den menschlichen Wahlhelfer werden solche Systeme bei einer Wahl aber nicht ersetzen, ist sich Dornheim sicher.
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