Beschilderung auf der österreichischen Bundesstraße 179 Richtung Fernpass.
Beschilderung auf der österreichischen Bundesstraße 179 Richtung Fernpass.
Bild
Der Fernpass: Eine der wichtigsten Verbindungen in Österreich Richtung Brenner, Reschen und Italien.
Bildrechte: picture alliance/dpa | Karl-Josef Hildenbrand
Schlagwörter
Bildrechte: picture alliance/dpa | Karl-Josef Hildenbrand
Audiobeitrag

Der Fernpass: Eine der wichtigsten Verbindungen in Österreich Richtung Brenner, Reschen und Italien.

Aktualisiert am
Audiobeitrag
Erschien zuerst am
>

Angst vor noch mehr Verkehr: Anwohner machen Fernpass dicht

Angst vor noch mehr Verkehr: Anwohner machen Fernpass dicht

Wegen der Protestaktion einer Bürgerinitiative ist der Fernpass in Tirol am Samstagvormittag für zwei Stunden gesperrt. Die Polizei stellt sich wegen des Ferienstarts in drei Bundesländern auf lange Staus ein. Autofahrer sollten den Fernpass meiden.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Schwaben am .

Im Jahr sind es fünfeinhalb Millionen Fahrzeuge, die sich über den Fernpass schlängeln. Eine halbe Million davon sind Lastwagen, rechnet Ludwig Gruber von der Bürgerinitiative vor. Das sei "die absolute Grenze von dem, was wir ertragen können".

Und Gruber sagt, mehr dürfe es nicht werden. Der Protest, der am Samstag erst einmal in der Zwei-Stunden-Blockade auf dem Fernpass gipfelt, gibt sich keiner Illusion hin: Die Menge von 30.000 Fahrzeugen am Tag zu verringern, ist illusorisch. Die Menge an Fahrzeugen soll nur nicht noch weiter nach oben gehen, das ist das Ziel.

"Fernpass-Paket" für eine halbe Milliarde

Aber genau das, noch mehr Verkehr, befürchten sie im Gurgltal, im Außerfern und auf dem Mieminger Plateau. Denn der Fernpass soll ausgebaut werden. Nicht die Fahrbahnen an sich, geplant sind aber zwei neue Tunnel:

Die Tiroler Landesregierung will eine zweite Röhre für den Lermooser Tunnel bauen und – am Pass-Scheitel – den neuen Fernpasstunnel. Die beiden Röhren sollen die wichtige, aber störanfällige Transitroute schneller, zuverlässiger und sicherer machen. Die Baukosten von 500 Millionen Euro will das Land Tirol über eine Maut finanzieren. So eine Maut wird etwa auf der Arlberg-Schnellstraße S16 für den Tunnel zwischen Tirol und Vorarlberg schon lange verlangt.

Anwohner warnen: Ausgebaute Straßen locken mehr Verkehr an

Das Versprechen der Landesregierung in Innsbruck: Es gehe darum, "die negativen Auswirkungen des Verkehrs auf die Bevölkerung zu reduzieren, den Verkehr zu lenken und eine verlässliche Anbindung an den Zentralraum zu schaffen". Ein Ausbau der Strecke werde es nicht geben, die Kapazität der Straße werde nicht erhöht.

Dem wollen die Anwohner keinen Glauben schenken und wehren sich gegen das "Fernpass-Paket" mit seinen beiden Tunnelbauten. Geplant ist am Samstagvormittag eine Kundgebung auf der Strecke bei Reutte, ähnlich dem Protest der Anwohner am Brenner vor genau vier Wochen. Dafür wird der Fernpass zwischen Reutte und Nassereith zwischen 10 und 12 Uhr komplett gesperrt.

Im Stau bei 35 Grad? Polizei rät zu ganz anderer Routenplanung

Je nach Verkehrsaufkommen rechnet die Polizei mit langen Rückstaus bis ins Allgäu und Blockabfertigung am Füssener Grenztunnel. Von Fahrten Richtung Fernpass raten die Behörden deshalb ab. Autofahrer werden gebeten, den Pass großräumig zu umfahren.

Über 50 Kilometer schlängelt sich die B179-Fernpassstraße durch die Tiroler Berge und verbindet den Bezirk Reutte mit dem Inntal. Bis zu 30.000 Fahrzeuge nutzen den Pass nach Angaben der Tiroler Landesregierung täglich. Damit ist die die Fernpassroute eine der meistfrequentierten Straßenverbindungen in Tirol.

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!