Ein großes Loch in einer der Fensterscheiben.
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Unbekannte haben ein israelisches Restaurant in München angegriffen und mehrere Fensterscheiben zerstört.
Bildrechte: BR/Henning Pfeifer
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Unbekannte haben ein israelisches Restaurant in München angegriffen und mehrere Fensterscheiben zerstört.

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Anschlag auf israelisches Restaurant: Was bisher bekannt ist

Anschlag auf israelisches Restaurant: Was bisher bekannt ist

Unbekannte haben in der Nacht zum Freitag ein israelisches Lokal in München angegriffen und beschädigt. Die Ermittler vermuten hinter dem Anschlag ein antisemitisches Motiv. Was bisher bekannt ist – und wie es nun weitergeht.

Über dieses Thema berichtet: BAYERN 3-Nachrichten am .

Kurz vor ein Uhr in der Nacht zum Freitag schmettern drei laute Knallgeräusche durch die Münchner Maxvorstadt – kurz darauf geht ein Anruf bei der Einsatzzentrale der Polizei ein. Die Streife vor Ort findet das israelische Restaurant "Eclipse" mit mehreren zerstörten Fensterscheiben vor. Die Ermittler gehen von einem antisemitischen Motiv aus, auch der Staatsschutz ist eingeschaltet. Was zu dem Anschlag bisher bekannt ist.

Was ist passiert?

Ein oder mehrere unbekannte Täter sollen in der Nacht zunächst die Schaufensterscheiben des Lokals beschädigt und anschließend wohl Feuerwerkskörper hineingeworfen haben. Zum Tatzeitpunkt war das Restaurant seit rund zwei Stunden geschlossen, verletzt wurde bei der Attacke niemand.

"Nach derzeitigem Ermittlungsstand wurden die Schaufensterscheiben gewaltsam beschädigt und pyrotechnische Gegenstände in das Restaurant geworfen", teilte die Polizei am Freitag mit. "Um welche Art es sich dabei handelte, ist Gegenstand der Ermittlungen." Der Sachschaden wurde auf mehrere Tausend Euro geschätzt. 

Wie ist der Stand der Ermittlungen?

Der oder die Täter konnten bisher nicht gefasst werden. Die Polizei und die Justiz gehen derzeit von einem judenfeindlichen Motiv aus. "Das Besondere bei diesem Einsatz ist die politische Brisanz, die dahintersteckt. Die Betreiber dieses Restaurants sind jüdischen Glaubens", sagte Sprecher Tobias Schenk am Freitag. "Wir ermitteln in alle Richtungen"; weitere Details nannte er zunächst nicht.

Der zentrale Antisemitismusbeauftragte der bayerischen Justiz hat die Ermittlungen übernommen. Nach Polizeiangaben soll auch ein Zeugenaufruf gestartet werden. 

Wie geht es weiter für das israelische Restaurant?

"Wir werden auch heute wieder öffnen", kündigte der Schwager des Betreibers und Mitarbeiter des Lokals, Grigori Dratva, am Freitagmorgen gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) an. "Wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir machen auf."

Auch er vermutet, dass die Täter politisch motiviert waren. "Also, wir wollen natürlich nichts erfinden, niemandem was unterstellen, aber wir sind natürlich ein sichtbares israelisches Lokal, und da liegt halt die Vermutung nahe", sagte Dratva. Der Angriff kam nach Angaben eines Restaurantmitarbeiters ohne Vorwarnung. "Es gab keine direkten Drohungen", so Dratva.

Das Restaurant betreibe sein Schwager seit 2007. "Wir haben uns eigentlich in München immer sehr sicher gefühlt." Seinen Angaben zufolge sind die Scheiben des Restaurants, das im Innenbereich etwa 70 Plätze für Gäste anbietet, mittlerweile provisorisch verklebt. Sie sollen später repariert werden. 

Wie reagieren die jüdische Gemeinde und die Politik?

Die in München ansässige Europäische Rabbinerkonferenz (CER) erklärte: "Dieser Anschlag ist kein Einzelfall, sondern Teil eines gefährlichen Trends, den wir seit dem 7. Oktober 2023 sehen."

Nach dem Hamas-Massaker mit mehr als 1.000 getöteten Israelis am 7. Oktober 2023 und dem folgenden Gaza-Krieg mit Tausenden zivilen palästinensischen Opfern ist die Zahl antisemitischer Vorfälle in Bayern nach Angaben der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (Rias) stark gestiegen. 

CER-Generalsekretär Gady Gronich sagte weiter: "München war bislang ein sicherer Ort für Juden und muss es bleiben. Es braucht klare Kante: Null Toleranz gegenüber Antisemitismus, mit harten Strafen, die nicht zu Wiederholungen animieren, und kein Raum für diejenigen, die Hass in unserer Gesellschaft säen."

Auch Münchens neu gewählter Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) äußerte sich bestürzt: "Das ist unerträglich", sagte er und betonte: "Über den heutigen Tag hinaus sind wir alle dazu aufgefordert, Antisemitismus in allen gesellschaftlichen Bereichen klar und entschieden entgegenzutreten – ganz egal, in welcher Form, aus welcher Richtung und mit welcher ideologischen Aufladung er sich äußert." Er hoffe, dass die Täter bald gefasst würden, "und die Stadtgesellschaft im Kampf gegen Antisemitismus noch näher zusammenrückt".

Der Antisemitismus-Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Ludwig Spaenle, verurteilte ebenfalls den "feigen Übergriff". Man könne die israelische Regierung kritisieren, aber nicht solche Einrichtungen attackieren. Das israelische Restaurant sei ein "wunderbarer Ort der Begegnung". Der Angriff richte sich gegen den interkulturellen Dialog.

Mit Informationen von dpa und KNA

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