Archäologe Luigi Corrado säubert mit einem Pinsel die Knochen im Boden
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Archäologe Luigi Corrado legt im Inneren Burghof der Würzburger Festung menschliche Knochen frei
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Archäologe Luigi Corrado legt im Inneren Burghof der Würzburger Festung menschliche Knochen frei

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Archäologen finden Knochen an der Würzburger Festung

Archäologen finden Knochen an der Würzburger Festung

Bei den Bauarbeiten an der Würzburger Festung sind Archäologen auf menschliche Knochen gestoßen. Im Inneren Burghof legen die Fachleute derzeit mittelalterliche Grabreste frei – nur knapp 50 Zentimeter unter den Pflastersteinen.

Über dieses Thema berichtet: Frankenschau aktuell am .

Mit einem Pinsel streicht Luigi Corrado über einen Knochen, der aus dem Boden hervorragt. Der Archäologe entfernt die überschüssige Erde, die er entlang des Knochens ganz vorsichtig abgekratzt hat. Millimeter für Millimeter arbeitet sich Corrado weiter vor. Zusammen mit seinen Kolleginnen und Kollegen legt er derzeit menschliche Knochen im Inneren Burghof der Festung Marienberg in Würzburg frei. Bei Bauarbeiten sind die Archäologen auf vier mittelalterliche Gräber gestoßen. Und vermutlich kommen noch mehr dazu.

Mittelalterlicher Friedhof neben Marienkirche

Von den Funden ist Corrado nicht sonderlich überrascht: "Uns war schon bekannt, dass hier Gräber sind", sagt der Archäologe. Bei früheren Bauarbeiten, zum Beispiel in den 60er-Jahren, sei man bereits auf menschliche Knochen gestoßen. Und: Die Lage der Gräber, direkt neben der Marienkirche im Inneren Burghof, ist nicht ungewöhnlich, sagt Corrados Kollege Marcus Simm: "Die Kirche war eine Pfarrkirche und dazu gehört auch ein Friedhof, das ist jetzt nichts Erstaunliches."

Die Archäologen gehen davon aus, dass die Menschen zwischen dem 7. und dem 12. Jahrhundert bestattet wurden. Darauf lassen Knochen-Untersuchungen von früheren Funden schließen. Wer genau in den Gräbern liegt, lässt sich aber noch nicht genau sagen: "Dass man jetzt sagen kann: Es waren nur die Reichen oder ein Querschnitt durch die Bevölkerung, dafür ist es zu früh", sagt Matthias Merkl vom Landesamt für Denkmalpflege.

Einzelne Knochen fehlen

Die Gräber sind in keinem guten Zustand: Die Knochen sind teilweise zersplittert und die Skelette nicht vollständig erhalten. Die Archäologen begründen das damit, dass im Inneren Burghof in der Vergangenheit schon viel gebaut wurde. In dem Boden sind bereits Erdkabel verlegt, Kanäle und Blitzableiter. Marcus Simm vermutet, dass etwa Schädelknochen für frühere Bauarbeiten weichen mussten.

Archäologen erwarten weitere Funde

Doch auch wenn die Gräber im Burghof für die Archäologen nicht überraschend sind: "Wir freuen uns trotzdem immer über solche Funde. Gerade bei Gräbern kommt man den Menschen am nächsten. Jedes Grab ist individuell und birgt Informationen, die Aufschluss geben über den Menschen, der da liegt", sagt Simm. Der Archäologe geht davon aus, dass das nicht die letzten Gräber waren, die im Burghof der Festung freigelegt werden: "Wir haben ja jetzt erst angefangen."

Gesamter Burghof wird aufgegraben

In den nächsten eineinhalb Jahren soll der gesamte Innere Burghof Stück für Stück aufgegraben werden, in insgesamt 25 Abschnitten. Für Verzögerungen auf der Baustelle sorgen die Funde bisher nicht. Die archäologische Begleitung ist im Zeitplan der Baustelle berücksichtigt, sagt Tobias Ruppert, der Bauleiter im Bereich Ingenieurbau. "Wir planen immer die Archäologie im Vorfeld mit ein", so Ruppert. Für das Gesamtprojekt sei es nicht zeitkritisch. "Wir sind in einem hochsensiblen Bereich, wo wir genau wissen, dass uns was vor die Hacke kommt."

Wenn die Knochen freigelegt sind, kommen sie nach Angaben des Landesamtes für Denkmalpflege nach München in die anthropologische Staatssammlung. Dort werden sie weiter untersucht und aufbewahrt.

Umbau der Würzburger Festung

Die Festung Marienberg wird derzeit aufwändig umgebaut und saniert. Ziel ist es, den ältesten Teil des Würzburger Wahrzeichens künftig anders zu nutzen – als Museum für Franken. Mit einer Bauzeit von zehn Jahren und Kosten in Höhe von 300 Millionen Euro ist die Würzburger Festung das größte Umbauprojekt in der Geschichte der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung.

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Fingerknochen im Inneren Burghof der Würzburger Festung

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