Bartgeier Alosa liegt in einer Felsnische in den Berchtesgadener Alpen.
Bartgeier Alosa liegt in einer Felsnische in den Berchtesgadener Alpen.
Bild
Bartgeier Alosa liegt in einer Felsnische in den Berchtesgadener Alpen.
Bildrechte: Michael Koller/Landesbund für Vogel- und Naturschutz/dpa
Schlagwörter
Bildrechte: Michael Koller/Landesbund für Vogel- und Naturschutz/dpa
Audiobeitrag

Bartgeier Alosa liegt in einer Felsnische in den Berchtesgadener Alpen.

Audiobeitrag
>

Ausgewilderter Bartgeier hält Vogelschützer auf Trab

Ausgewilderter Bartgeier hält Vogelschützer auf Trab

Erst vor wenigen Tagen war die junge Bartgeier-Dame Alosa im Nationalpark Berchtesgaden ausgewildert worden. Jetzt genießt sie schon die Freiheit – und stellt die Vogelschützer vor Herausforderungen.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Oberbayern am .

Seit 2021 wildern Naturschützer im Nationalpark Berchtesgaden Jungtiere des in Deutschland lange ausgestorbenen Bartgeiers aus. Erst vor wenigen Tagen waren Alosa und Zierli an der Reihe – so heißt der neueste Geier-Nachschub für Bayern.

Doch Alosa verhält sich ungewöhnlich: Die Bartgeier-Dame ist neugieriger und mutiger als erwartet. So habe das Jungtier die umzäunte Felsnische in 1.300 Metern Höhe im Klausbachtal erstaunlich früh verlassen. "So etwas haben wir im Projekt in den vergangenen fünf Jahren bisher nicht erlebt", sagte der Projektleiter im Landesbund für Vogel- und Naturschutz, Toni Wegscheider. 

Junger Bartgeier fliegt außergewöhnlich früh ab

Alosa sei bereits zwei Tage nach der Auswilderung in den Berchtesgadener Alpen außergewöhnlich früh abgeflogen und versuche seither, sich in der direkten Umgebung zurechtzufinden. "Derzeit geht es ihr gut und sie hat gefressen. Doch das ungewöhnliche Verhalten von Alosa stellt uns durchaus vor Herausforderungen." So habe der Vogel keinerlei Erfahrung, um beispielsweise gezielt an Futterstellen zu landen.

Auch bei der Erkundung des Geländes tut sie sich aufgrund der aktuell schwierigen Thermikverhältnisse schwer, sagte Wegscheider. "Wir beobachten sie daher engmaschig, um zeitnah auf jede Entwicklung reagieren zu können."

Normalerweise erkunden die eigentlich noch flugunfähigen Junggeier den Angaben nach erst einmal ausgiebig ihr neues Zuhause in der Felsnische. Drei bis vier Wochen später würden sie dann ihren ersten Flugversuch unternehmen. So lange müssten sie ihre Flugmuskulatur zunächst trainieren.

Alosa und Zierli im Nationalpark ausgewildert

Alosa war am 24. Juni zusammen mit Bartgeier Zierli im Nationalpark Berchtesgaden ausgewildert worden. Die beiden Jungvögel stammen aus belgischer und französischer Zucht. In den vergangenen Jahren kamen die Geier aus Zoos und Zuchtzentren in Spanien, Österreich und Finnland.

"Mit nun zwölf erfolgreich ausgewilderten Bartgeiern sind wir auf einem guten Weg, diesen wichtigen Aasfresser endgültig in unsere heimische Gebirgswelt zurückzubringen", betonte Nationalparkleiter Roland Baier. "Schon jetzt kehrt ein Großteil der Vögel bei den weiten Wanderungen durch den Alpenraum immer wieder in den Nationalpark zurück."

Die Flugversuche der Bartgeier lassen sich auf einer Webcam des LBV [externer Link] beobachten.

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!