Vier Meter unter der Erde haben Bauarbeiter vergangene Woche in Nürnberg bei der Sanierung von Abwasserleitungen Reste eines Wohnhauses im damaligen jüdischen Viertel der Stadt entdeckt: Eine kleine Sensation!
Erdschicht für Erdschicht tragen die Archäologen im Moment ab. Dabei kommen nicht nur die Teile des Hauses zum Vorschein, sondern auch interessante Gegenstände der jüdischen Einwohner von damals: Dank gefundener Keramikscherben können die Archäologen die Funde zeitlich gut datieren: Sie stammen aus dem 13. und 14. Jahrhundert und somit aus der Zeit vor den großen Nürnberger Pogromen, sagt Stadt-Archäologin Melanie Langbein im BR-Gespräch.
Stadtgeschichtlich hochinteressante Funde in Nürnberg
Solche Funde seien stadtgeschichtlich hochinteressant. Bislang seien hauptsächlich Wege aus dieser Zeit gefunden worden, nun handele es sich um erste Reste einer Bebauung. Diese müssten nun zunächst dokumentiert werden.
Die Funde beinhalten kleine Gegenstände aus dem Alltag oder dem Handwerk, darunter etwa Messer, ein kleiner Würfel, Metalle oder Murmeln. Das helfe zum einen, die Fundstelle zu datieren und das Alltagsleben aus der damaligen Zeit greifbarer zu machen.
Immer wieder Funde bei Ausgrabungen in Nürnberg
Es handele sich nicht um materiell wertvolle Funde, für die Stadtgeschichte seien sie aber von Bedeutung. Daher sei der Plan, sie in Zukunft der Bevölkerung auch mal im Rahmen einer kleinen Ausstellung zu zeigen, so Langbein.
In Nürnberg werden bei Ausgrabungen immer wieder Fragmente von früher gefunden: 2024 haben Fachleute etwa jahrhundertealte Knochen ausgegraben – es handelte sich dabei um den wohl größten Pestfriedhof Deutschlands.
Stadtarchäologin Melanie Langbein zeigt ausgegrabene Gegenstände, darunter Messer und ein kleiner Würfel.
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