Weg von der Partnachklamm durchs Reintal
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Bergführer nach tödlicher Familienwanderung verurteilt

Bergführer nach tödlicher Familienwanderung verurteilt

Vergangenen Sommer stürzte ein Elternpaar bei einer geführten Wanderung auf die Zugspitze einen Wasserfall hinunter – vor den Augen der eigenen Kinder. Nun wurde der Bergführer verurteilt. Dem Gericht zufolge überschritt er seine Qualifikation.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Oberbayern am .

Das Amtsgericht Garmisch-Partenkirchen hat einen Bergführer nach dem tödlichen Absturz einer Kundin zu einer Geldstrafe verurteilt. Der 58-Jährige hatte demnach bei der tragisch geendeten Bergtour im August 2025 seine Qualifikation überschritten, verurteilt wurde er zu 150 Tagessätzen.

Die Anklage hatte ihm fahrlässige Tötung vorgeworfen, wie das Amtsgericht am Montag bestätigte. Zuerst berichtet hatte die Ludwigshafener Tageszeitung "Rheinpfalz" [externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt].

Von Strömung in Gumpe mitgerissen

Die Frau wollte gemeinsam mit ihrem Mann und den beiden Kindern die Zugspitze auf dem einfachsten, aber längsten Weg durch das idyllische Reintal ersteigen. Dafür hatte sich die in Speyer in der Pfalz wohnende Familie einer von dem Bergführer geleiteten Gruppe angeschlossen. Den Angaben nach pries der Bergführer seinen Gästen auf dem Weg ein natürliches Wasserbecken – eine Gumpe – als "Whirlpool" mit vier Grad Wassertemperatur an. 

Mehrere Gäste hatten sich nacheinander in das eiskalte Wasser gewagt, die Mutter sogar zweimal. Beim zweiten Bad verlor sie jedoch den Stand, geriet in eine starke Strömung und wurde von dem Wasserfall am Abfluss der Gumpe über acht Meter hohe Felsen hinuntergespült. Der Ehemann versuchte noch, seine Frau zu retten, stürzte jedoch mit ihr gemeinsam ab. Zeugen waren unter anderem die beiden Kinder. Die Frau starb am Abend im Krankenhaus, der Mann überlebte schwer verletzt. 

Als Bergführer ausgebildet, aber nicht als Canyoning-Führer

Nach Überzeugung des Gerichts hätte der Bergführer seine Gäste nicht zum Bad in der Gumpe animieren dürfen. So war der Mann laut Gericht als Bergführer ausgebildet, nicht aber als Canyoning-Führer für den Umgang mit reißendem Wildwasser.

Beim "Canyoning" wandert man durch Schluchten (engl. canyons) und kann sich dabei unter anderem abseilen, klettern oder in Gumpen springen.

Oberhalb des Königssees im Nationalpark Berchtesgaden ertranken 2019 zwei junge Männer in einer Gumpe. Vermutlich konnten sie wegen der Strömung das Becken selbst nicht mehr verlassen. Dieser als "Infinity Pool" bekannte Influencer-Hotspot wurde gesperrt.

Mit Informationen von dpa

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