Die Entlastung durch den Tankrabatt schrumpft nach Einschätzung des ADAC schon wieder zusammen. Die seit 1. Oktober geltende Energiesteuersenkung "hat zwar zu einem deutlichen Preisrückgang bei den Kraftstoffen geführt", jedoch seien die Preise besonders bei Super E10 in den vergangenen Tagen wieder leicht gestiegen, teilte der Automobilclub in München am Montag mit. "Damit ist ein Teil der anfänglichen Entlastungswirkung bereits innerhalb weniger Tage teilweise wieder aufgezehrt worden."
- Zum Artikel: Tankrabatt – Start mit schnell fallenden Preisen
Tankrabatt: Das sind die Zahlen
Mit dem Tankrabatt sinken die Steuersätze auf Benzin und Diesel um jeweils rund 17 Cent pro Liter. Nach Angaben des ADAC kostete ein Liter Super E10 am Sonntag im Schnitt 2,137 Euro – nur 10,4 Cent weniger als am 30. September, dem Tag vor Inkrafttreten des Tankrabatts. Der Preis für einen Liter Diesel kostete demnach am Sonntag 2,253 Euro und damit 13,7 Cent weniger als am Tag vor dem Tankrabatt.
ADAC: Preisanstieg bei Super E10 kaum nachvollziehbar
"Für diese Entwicklung bei Super E10 gibt es derzeit keine offensichtliche Erklärung, denn Ölpreis und Euro-Dollar-Wechselkurs haben sich zuletzt nur wenig verändert", erklärte der ADAC. "Aus Verbrauchersicht ist dieser erneute Preisanstieg deshalb nur schwer nachvollziehbar."
Grafik: So entwickeln sich die Spritpreise in Bayern
Seltener unter 2 Euro
Dass die Preise im Vergleich zum Donnerstag angezogen haben, war auch beim üblichen Tagestief direkt vor dem Mittagssprung zu sehen. Hatte es einige Stunden nach dem Start des Steuernachlasses noch an vielen Tankstellen vorübergehend E10 für weniger als zwei Euro gegeben, suchte man am Montagvormittag vielerorts vergeblich danach.
Für Berlin, Hamburg oder Stuttgart zeigte die App des ADAC kurz vor dem Mittag keine solchen Angebote an. In Leipzig oder Köln fanden sich vereinzelt Preise unter 2 Euro – in München, das zuletzt oft besonders günstig war, bot zumindest mehr als jede dritte Tankstelle E10 unter 2 Euro an. Am Donnerstag war dies dort aber noch bei mehr als jeder zweiten der Fall gewesen.
Daten des Spritpreisportals Tankerkönig zeigen, dass insbesondere der Donnerstagvormittag auch im bundesweiten Durchschnitt deutlich günstiger war als die darauffolgenden Vormittage.
Zweiter Tankrabatt innerhalb weniger Monate
Es ist bereits der zweite Tankrabatt in diesem Jahr. Hintergrund sind die massiv gestiegenen Spritpreise infolge des Iran-Kriegs. Im Mai und Juni waren die Steuern auf Kraftstoffe gesenkt worden. Auswertungen zum ersten Tankrabatt ergaben, dass die Steuersenkung an den Zapfsäulen zwar größtenteils an die Verbraucher weitergegeben wurde. Laut Monopolkommission blieben aber gut 200 Millionen Euro des damaligen Entlastungsvolumens von 1,6 Milliarden Euro bei den Mineralölkonzernen hängen.
Weitergabe schwierig zu beurteilen
Wie gut die aktuelle Steuersenkung weitergegeben wird, ist schwierig zu beurteilen. Das hat mehrere Gründe. Die Spritpreise werden von zahlreichen Faktoren beeinflusst. Zudem hatten sie schon in den Tagen vor dem Start des Rabatts nachgegeben. Je nachdem, ob man die Sonntags-Preise mit den Tagesdurchschnittswerten vom 30., 29. oder 28. September vergleicht, sind sie beispielsweise bei E10 um 10,5 bis 13,9 Cent niedriger. Bei Diesel sind es 13,7 bis 17,2 Cent.
Der Branchenverband en2x betonte, dass die in ihm organisierten Tankstellengesellschaften die Steuersenkung – wie angekündigt – vom ersten Moment weitergegeben hätten: "Ohne den Tankrabatt wären die Tankstellenpreise seit Anfang Oktober an ihren Stationen zu jedem Zeitpunkt 17 Cent je Liter höher", sagte ein Sprecher. "Wir können allerdings keine Aussage zum deutschen Gesamtmarkt von rund 14.000 Tankstellen treffen, von dem unsere Mitglieder rund die Hälfte vertreten." Zudem seien – unabhängig vom Rohölpreis – die Einkaufspreise für Kraftstoffe am Weltmarkt zuletzt gestiegen. Das sei schon bei der Einführung der Tankrabatte im Sommer 2022 und im Frühjahr 2026 so gewesen.
Mit Informationen von AFP und dpa
Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.
"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!
