In den Produktionshallen von Moll-Batterien im oberfränkischen Bad Staffelstein laufen Maschinen, ein Roboterarm legt Platten in einen Behälter, der eine Starter-Batterie für ein Auto werden soll, Männer in Arbeitshosen legen die zusammengebauten Batterien auf Paletten. 120 Beschäftigte arbeiten in der Produktion des Unternehmens, 100 weitere in der Verwaltung, in Forschung und Entwicklung. Mit einer neuen Technologie, die unabhängig von Seltenen Erden ist, will der Batterie-Hersteller in diesem Jahr mit der Produktion beginnen.
Produktion von Natrium-Ionen-Batterien in Deutschland
Moll will ab Ende des Jahres Natrium-Ionen-Batterien in Deutschland herstellen. Und baut dafür einen neuen Standort in Lichtenfels-Schney auf. Die Basis von Natrium-Ionen-Batterien ist Salz. Diese Batterien kommen ohne Lithium aus.
"Wir sind nicht abhängig von Seltenen Erden wie Lithium, Kobalt, Mangan", sagt Benjamin Apel von Moll-Batterien. Mit der Entscheidung, auf Natrium-Ionen-Batterien zu setzen, klammere man die Abhängigkeit von Ländern wie China aus.
Neuer Standort, neue Arbeitsplätze
Am neuen Standort in Lichtenfels sollen Ende des Jahres die ersten Natrium-Ionen-Batterien vom Band laufen. 120 neue Beschäftigte werden dafür gebraucht. Seit fünf Jahren plant das Unternehmen, auf das neue Energiespeichersystem zu setzen. Es gehe um den Blick nach vorne, sagt Prokurist Christian Urban. "Wenn wir stehen bleiben, fallen wir irgendwann hinten runter."
Die Investition von über 100 Millionen Euro in die Natrium-Ionen-Produktion wird auch von der Europäischen Union und dem Freistaat Bayern gefördert.
Nicht in jedem Bereich finden sich einfach neue Mitarbeiter
Zahlreiche Bewerbungen erhält das Unternehmen vor allem aus dem Bereich Verwaltung, erklärt die Personal-Leiterin Katharina Baumann. Wenn es um Berufe rund um Elektrotechnik und Programmierung gehe, sei es schon schwieriger.
Auch das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat festgestellt, dass es in manchen Bereichen nach wie vor einen angespannten Arbeitsmarkt gibt: In der Energie- und Elektrotechnik brauchen die Firmen im Schnitt fast vier Monate, um eine offene Stelle besetzen zu können, so das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit.
Agenturchef: Betriebe bauen Personal ab
Entlassungen gebe es derzeit in vielen Bereichen, sagt der Chef der Arbeitsagentur Bamberg-Coburg, Stefan Trebes. Helfer sind darunter, auch Beschäftigte aus dem kaufmännischen Bereich oder dem Handel. Auch Akademiker und Spitzenkräfte würden sich arbeitslos melden. Einige von ihnen seien das erste Mal in der Arbeitsagentur, sagt Stefan Trebes. Für viele ein Schockmoment, aus dem man sie herausholen müsse.
Dennoch sieht der Agenturchef Bewegung auf dem Arbeitsmarkt. In unterschiedlichen Firmen führe etwa die Demografie dazu, dass man viele neue Stellen besetzen müsse. Er freut sich, wenn die Arbeitsvermittler auch dem oberfränkischen Batterie-Hersteller helfen können: "Das sind für viele Menschen, viele Familien wieder Perspektiven", so Trebes.
Von Karlsruhe nach Lichtenfels
Marius Schmidt ist einer der neuen Mitarbeiter im oberfränkischen Lichtenfels. Er hat in Karlsruhe Physik studiert und in Ingenieurswissenschaften promoviert. Bevor er nach Franken kam, hat er in Baden-Württemberg bei einem Start-up gearbeitet, bei dem es auch um Natrium-Ionen-Batterien ging. Bei Moll leitet der 32-Jährige in Zukunft die Qualitätssicherung und baut derzeit die Produktion in Oberfranken mit auf. Er freut sich auf seine neue Aufgabe in Lichtenfels.
Schmidt will Teil eines Projektes sein, wo er das Gefühl habe, dass er mit anderen an etwas Größerem arbeite. An der Energiewende, erneuerbaren Energien und eben Batteriespeichern. Es gebe Schlüsseltechnologien, sagt er, bei denen man mitmischen müsse. "Wenn das klappt, dann generiert das auch Arbeitsplätze und Wirtschaftsleistung."
Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version des Beitrags war an einer Stelle von der "Produktion in Mittelfranken" die Rede. Richtig ist jedoch Oberfranken. Wir haben dies am 30. Januar, 15 Uhr korrigiert.
Dieser Artikel ist erstmals am 30. Januar 2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel aktualisiert und erneut publiziert.
Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.
"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!
