(Symbolbild) Blick in ein Bewohnerzimmer mit zwei Betten.
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(Symbolbild) Der Freistaat hat fast 20.000 Unterkunftsplätze abgebaut.
Bildrechte: picture alliance / Sueddeutsche Zeitung Photo | Haas, Robert
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(Symbolbild) Der Freistaat hat fast 20.000 Unterkunftsplätze abgebaut.

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Bayern baut Asylunterkünfte ab – weitere Streichungen geplant

Bayern baut Asylunterkünfte ab – weitere Streichungen geplant

Bayern hat fast 20.000 Asylplätze abgebaut, bis Ende 2027 sollen weitere 22.000 wegfallen. Damit soll laut Innenminister Herrmann der Staatshaushalt entlastet werden. Der Flüchtlingsrat warnt derweil vor einer neuen Unterbringungskrise.

Über dieses Thema berichtet: BAYERN 3-Nachrichten am .

Der Freistaat Bayern hat nach dem Abebben des starken Flüchtlingszuzugs aus Ländern wie Syrien fast 20.000 Unterkunftsplätze abgebaut. Das gab Innenminister Joachim Herrmann (CSU) in München bekannt. Das gelte für alle sieben Regierungsbezirke. Im Vergleich zum Sommer 2025 seien in Oberbayern rund 4.250 Plätze reduziert worden, in Niederbayern rund 1.240, in der Oberpfalz rund 2.580, in Oberfranken rund 2.820, in Mittelfranken rund 3.280, in Unterfranken rund 2.560 und in Schwaben etwa 3.070 Plätze. 

Weiterer Abbau von Asylplätzen geplant

Bis Ende 2027 sollen nochmals mehr als 22.000 Asylplätze in ganz Bayern wegfallen, kündigte Herrmann an. Das gelte vor allem für die teuersten Plätze, um den Staatshaushalt zu entlasten. Unterkunftsplätze würden nur noch da verlängert oder gemietet, wo sie weiterhin benötigt würden und wirtschaftlich seien. "Die Entlastung kommt breit an und zeigt, dass die richtige Migrationspolitik etwas verändern kann", sagte Herrmann.

Experten: Regimewechsel in Syrien führt zu Rückgang der Asylbewerberzahlen

Allerdings sehen Migrationsexperten den Hauptgrund für den Rückgang der Asylbewerberzahlen nicht in nationalen politischen Entscheidungen in Deutschland, sondern vielmehr in der Situation in Syrien, die sich durch den Sturz des Regimes des früheren Machthabers Baschar al-Assad grundlegend verändert hat. Nach dem Regimewechsel hat sich die Zahl syrischer Erstanträge deutschlandweit fast um den Faktor zehn reduziert.

Inzwischen kommen der Statistik des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge zufolge viermal so viele Menschen aus Afghanistan mit einem Asylgesuch nach Deutschland wie aus Syrien. Syrern, die bereits in Deutschland sind, wird häufiger der Schutzstatus aberkannt. Syrien war über Jahre das Haupt-Herkunftsland von Asylbewerbern in Deutschland, inzwischen liegt es mit deutlichem Abstand nur noch auf Platz 2. 

Insgesamt stellten im ersten Halbjahr 2026 in Deutschland rund 40.000 Menschen einen Antrag auf Asyl. Im Jahr 2024, vor dem Sturz des Assad-Regimes Ende 2024, waren es dreimal so viele und allein mehr als 37.000 kamen aus Syrien. 

Flüchtlingsrat: "Grundstein für nächste Unterbringungskrise" gelegt

Der Bayerische Flüchtlingsrat (BFR) kritisierte die "vorschnelle" Schließung von Unterkünften. "Mit dieser Politik legt das Bayerische Innenministerium den Grundstein für die nächste Unterbringungskrise. Sobald wieder mehr Geflüchtete ankommen, beklagt man wieder einen Unterbringungsnotstand", sagte Stephan Dünnwald, Sprecher des Flüchtlingsrats.

Außerdem vermisse er Pläne, wie Geflüchtete schneller aus Gemeinschaftsunterkünften in privaten Wohnraum umziehen könnten. Der Flüchtlingsrat warf dem Innenministerium vor, "sehr schwachbrüstig" aufgestellt zu sein, obwohl Auszugshilfen viel Potenzial böten.

Mit Informationen von dpa und KNA

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