Luftaufnahme: Mindelheim im Unterallgäu
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Bayerns teure Pflaster: Wo Mieten am stärksten gestiegen sind

Bayerns teure Pflaster: Wo Mieten am stärksten gestiegen sind

Wer eine Wohnung sucht, ist nach wie vor nicht zu beneiden: Die Mieten steigen immer höher – auch in ländlichen Regionen mit hoher Lebensqualität und guter Infrastruktur. Zwei Landkreise in Bayern fallen mit besonders hohen Preissprüngen auf.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Bei der Internetrecherche stoßen Wohnungssuchende vielerorts auf deutlich gestiegene Mietpreise. Das zeigen Daten der Bundesregierung, die aus der Antwort auf eine Anfrage der Fraktion "Die Linke" hervorgehen. In Bayern fallen zwei Landkreise mit besonderen Anstiegen auf: Im Landkreis Bamberg kletterten die Angebotsmieten für unmöblierte Wohnungen auf durchschnittlich 12,43 Euro pro Quadratmeter (Vorjahr: 9,93 Euro), im Unterallgäu von 10,52 Euro auf 11,61 Euro.

Warum der Druck auch auf dem Land wächst

Die Ursachen für den Anstieg der Angebotsmieten sind vielschichtig. Für das Unterallgäu ordnet Landrat Alex Eder (Freie Wähler) die Situation als direkte Folge der hohen Attraktivität ein: "Das Unterallgäu ist eine lebenswerte und wirtschaftsstarke Region und auch die geringe Entfernung zu München und die gute Verkehrsanbindung spielen eine Rolle." Dies deckt sich mit den Prognosen des Bayerischen Landesamts für Statistik: Die Vorausberechnung bis 2044 sieht für den Landkreis Unterallgäu mit einem Zuwachs von 8,6 Prozent den stärksten Bevölkerungsanstieg in ganz Bayern. Eder betont in diesem Kontext, dass die Knappheit besonders bei bezahlbarem Wohnraum "für Familien, Geringverdiener oder auch für Rentner" eine schwierige Situation schaffe.

Im Landkreis Bamberg verweist man ebenfalls auf eine hohe Lebensqualität, eine gute Infrastruktur und eine starke industrielle Basis als treibende Mietpreis-Faktoren. Dass die Wohnungsnot dennoch auch bei nahezu stabiler Bevölkerungsprognose (minus 0,3 Prozent bis 2044) spürbar ist, unterstreicht den hohen Siedlungsdruck in der Region.

Fürth: Höchstpreise erreicht?

In Fürth ist der Anstieg der Angebotsmieten sogar "für Akademikerfamilien ein Thema geworden". Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung (SPD) betont: "Mehr können Menschen gar nicht zahlen". Die Angebotsmieten stiegen in Fürth von 11,80 Euro (2024) auf 12,95 Euro (2025). Als Gegenstrategie setzt die Behörde auf den Neubau von 2.000 Wohnungen.

Steigende Kosten für Investoren

Der Preisanstieg sei auch eine direkte Folge explodierender Baukosten durch Lohnsteigerungen sowie Rohstoff- und Energiepreise, so Landrat Alex Eder. Um Wohnraum wirtschaftlich zu schaffen, müsse das erzielbare Mietniveau mitsteigen. Zudem trieben aufwändige regulatorische Anforderungen an Brandschutz, Barrierefreiheit und energetische Standards die Kosten massiv in die Höhe.

Hausbesitzer durch Bürokratie verunsichert

Rudolf Stürzer, Vorsitzender von "Haus + Grund München", sieht die aktuelle Mietdynamik als direktes Ergebnis eines seit Jahren bekannten strukturellen Ungleichgewichts. Er warnt eindringlich davor, dass die Politik das Problem durch immer mehr Regularien weiter verschärft, anstatt das Bauen zu vereinfachen.

Besonders kritisch sieht er den Rückzug privater Investoren, die durch ein ständiges Auf und Ab bei den gesetzlichen Rahmenbedingungen verunsichert seien: "Wir beobachten […] dass sich gerade auch die privaten Investoren […] aus dem Mietwohnungsbau Schritt für Schritt zurück[ziehen]. Wir warnen davor seit Jahren, aber diese Warnungen werden von der Politik leider ignoriert."

Laut Stürzer führe diese Verunsicherung dazu, dass sich vor allem die Erbengeneration von der Vermietung abwende und ihre Immobilien zunehmend an große Investoren verkauften. Diese würden den Fokus stärker auf Gewinnmaximierung als auf langfristige Beständigkeit legen.

Aussagekraft der Zahlen

Bei der Betrachtung der zweistelligen Anstiegsraten der Angebotsmieten mahnt die Bundesregierung zur Differenzierung. Die Zahlen basierten auf der Auswertung von Internet-Inseraten: "Die verwendeten Daten umfassen nettokalte Angebotsmieten, also ohne kalte und warme Nebenkosten. Als Quelle werden die Datenbanken der IDN ImmoDaten GmbH mit Inseraten aus über 120 Immobilienportalen und Zeitungen verwendet." Die Daten seien oft verzerrt, da gerade Wohnungen im günstigen Mietsegment in Internetportalen unterrepräsentiert seien.

Trotz dieser methodischen Einschränkungen bleibt die Belastung für die Bürger real. Das Sozialamt im Landkreis Bamberg berichtet bereits, dass es zunehmend schwierig sei, "günstige und annehmbare Wohnungen zu finden".

Im Video: Wohnungen in Bayern - Mieten steigen ungebremst

Straße mit Häuserzeile und parkenden Autos
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