Auf dem Garagendach von Familie Schmid aus Zandt sind vier PV-Module angebracht – ein sogenanntes Balkonkraftwerk.
Auf dem Garagendach von Familie Schmid aus Zandt sind vier PV-Module angebracht – ein sogenanntes Balkonkraftwerk.
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Im Sommer kann Familie Schmid aus Zandt im Bayerischen Wald fast die Hälfte ihres Strombedarfs durch ihr Balkonkraftwerk auf ihrer Garage decken.
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Im Sommer kann Familie Schmid aus Zandt im Bayerischen Wald fast die Hälfte ihres Strombedarfs durch ihr Balkonkraftwerk auf ihrer Garage decken.

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Boomende Balkonkraftwerke: Das leisten sie für die Energiewende

Boomende Balkonkraftwerke: Das leisten sie für die Energiewende

58,6 Prozent des deutschen Stroms entfallen auf erneuerbare Energien – darunter 16 Prozent auf Photovoltaik-Anlagen. Immer mehr Haushalte verfügen über Balkonkraftwerke. Ihr Anteil zur Energiewende ist zwar gering, aber trotzdem wichtig, so Experten.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Wann bei Familie Schmid aus Zandt im Bayerischen Wald die Waschmaschine läuft, hängt vom Sonnenstand ab. Sie haben ein sogenanntes Balkonkraftwerk. "Ab circa neun Uhr weiß ich: Wenn Sonne da ist, kann ich mit Wäschetrockner und Geschirrspüler starten. Alles natürlich nacheinander, damit wir die volle Kapazität vom Balkonkraftwerk nutzen können", erzählt Maria Schmid.

Einzelne Module kosten ab 200 Euro

Ihr Balkonkraftwerk besteht aus vier Photovoltaik-Modulen, die auf dem Schrägdach ihrer Garage angebracht sind. Maximal 1.400 Watt Leistung können sie in der Praxis erbringen. Bis zu 800 Watt dürfen sie davon in den eigenen Haushalt einspeisen. Den Rest können sie für sonnenarme Stunden speichern. Die gesamte Anlage hat mit Speicher rund 3.000 Euro gekostet. Ohne Speicher sind Balkonkraftwerke deutlich günstiger. Teilweise ist ein Modul ab 200 Euro zu haben.

Über die Energiewende diskutiert am Mittwochabend auch die Münchner Runde im BR Fernsehen: "Teurer Strom, teurer Sprit, teures Heizen: Ist die Energiewende am Ende?“

Darüber sprechen ab 20.15 Uhr im Stream unter anderem CSU-Generalsekretär Martin Huber, die Fraktionsvorsitzende der bayerischen Grünen Katharina Schulze und der Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar. Die Sendung finden Sie anschließend auch in der ARD Mediathek.

1,3 Millionen Balkonkraftwerke bei Bundesnetzagentur registriert

1,3 Millionen Balkonkraftwerke sind deutschlandweit registriert. Sie erbringen laut Bundesnetzagentur eine Gesamtleistung von 1,3 Gigawatt. Das entspricht ungefähr einem Prozent der bundesweiten Leistung von Photovoltaik-Anlagen.

"In der Summe macht es das Kraut überhaupt nicht fett, vor allem nicht, weil diese Anlagen überhaupt nicht optimal ausgerichtet sind", sagt Michael Sterner, Professor für Energiespeicher an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg. Im Vergleich zu PV-Anlagen auf Dächern oder Freiflächen sei der Effekt von Balkonkraftwerken vernachlässigbar. Trotzdem könnten sie einen wichtigen Beitrag dazu leisten, bewusster mit Strom umzugehen, so Sterner. Vor allem für Mieter seien die Anlagen attraktiv, denn die könnten nur begrenzt an der Energiewende teilnehmen. "Eine Photovoltaik-Anlage auf das Dach schrauben ist meistens doch Angelegenheit vom Vermieter, aber eine Balkonanlage ist eine Möglichkeit, die jeder selber auch nutzen kann."

Experte: "Bessere Kontrolle des Stromverbrauchs"

Darüber hinaus könnten Balkonkraftwerke auch dafür sorgen, den eigenen Stromverbrauch über die zusätzlich angebotenen Apps besser zu kontrollieren und im Idealfall auch zu minimieren: "Viele wissen gar nicht mehr, was wie viel verbraucht. Das kann ein intelligenter Zähler beziehungsweise eine Balkonkraftwerksanlage schon bringen, weil ich mich damit mehr auseinandersetze", sagt Sterner.

Die Anlagen seien jedoch nicht dafür gedacht, Strom ins Netz einzuspeisen, erklärt Energieberater Thomas Bugert. Dafür sei die produzierte Leistung ohnehin zu gering. "Bei Spitzenleistung sorgen Balkonkraftwerke für die Grundlast."

Netzeinspeisung von Balkonkraftwerken nicht rentabel

Strom ins Netz einzuspeisen sei zwar technisch möglich, wegen der geringen Mengen aber nicht rentabel, sagt Wissenschaftler Sterner. Trotzdem kann das durchaus vorkommen, gerade wenn es wie am vergangenen Wochenende durch viel Sonnenenergie zu einem Überangebot an Strom im Netz kommt.

Das stelle die Netzbetreiber vor Herausforderungen, schreibt die Bundesnetzagentur auf Anfrage. "Dies gilt umso mehr, wenn die Balkonsolaranlagen beispielsweise ohne Kenntnis des Netzbetreibers, ohne Meldung im Marktstammdatenregister betrieben werden." In diesem Fall könne der Netzbetreiber den Strom nicht als Erneuerbare Energien-Strom vermarkten. "Die Einspeisung verursacht vermeidbare Kosten für den Netzbetreiber, die auf alle Stromkunden umgelegt werden müssen."

Kein Beitrag zum negativen Strompreis

Auswirkungen auf die Stabilität des Stromnetzes habe das aber keine, sagt Sterner. Wenn sehr viel Strom angeboten wird, aber nur wenig Nachfrage da ist, kann der Strompreis an der Börse negativ werden. Zu diesem negativen Strompreis tragen Balkonkraftwerke nicht direkt bei. Sie verringern lediglich die Nachfrage, weil viele Haushalte durch sie auf weniger Netzstrom angewiesen sind.

Familie Schmid aus Zandt im Bayerischen Wald hat ihr Balkonkraftwerk Anfang 2025 installiert. Andreas Schmid geht davon aus, dass sich die Kosten nach drei Jahren amortisieren. "Seit 2025 haben wir schon fast 900 Euro an Stromkosten gespart." Das liest er in einer App des Herstellers nach. Der Vier-Personen-Haushalt kann in den Sommermonaten die Hälfte seiner Stromkosten sparen. Sie würden aber gerne mehr Strom als die gesetzlich zugelassenen 800 Watt nutzen – um so noch mehr von der Sonnenergie im Haushalt zu haben, die auf ihr Garagendach einstrahlt.

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Energiewende - Billiger Strom vom Balkon?
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