Egweils Bürgermeister Johannes Schneider vor dem abgebrannten Waldkindergarten
Egweils Bürgermeister Johannes Schneider vor dem abgebrannten Waldkindergarten
Bild
Egweils Bürgermeister Johannes Schneider vor dem abgebrannten Waldkindergarten
Bildrechte: Susanne Pfaller
Schlagwörter
Bildrechte: Susanne Pfaller
Audiobeitrag

Egweils Bürgermeister Johannes Schneider vor dem abgebrannten Waldkindergarten

Audiobeitrag
>

Brand im Waldkindergarten Egweil: Glück im Unglück

Brand im Waldkindergarten Egweil: Glück im Unglück

Schreck für Kinder und Eltern: Im oberbayerischen Egweil ist vergangene Woche der Bauwagen des Waldkindergartens in Flammen aufgegangen. Nun ermittelt die Kriminalpolizei, und die Kinder müssen den Vorfall verarbeiten.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Oberbayern am .

Noch flattern die rot-weißen Absperrbänder der Brandfahnder rund um den ausgebrannten Kindergartenwagen im Wald bei Egweil. Hinweise auf vorsätzliche Brandstiftung oder einen technischen Defekt gibt es nicht. Die Ermittler forschen noch danach, was genau den Brand am vergangenen Freitagnachmittag verursacht hat.

Große Erleichterung, dass niemand verletzt wurde

Auch wenn die Feuerwehren sehr schnell vor Ort waren – der Kindergartenwagen ist völlig zerstört, von ihm sind nur Schutt und Asche übriggeblieben. Trotz dieser bitteren Bilanz erinnert sich Bürgermeister Johannes Schneider (CSU), der bei den Löscharbeiten dabei war, vor allem an den Augenblick der großen Erleichterung: "Das war um 16.15 Uhr. Als ich hingefahren bin und der Personalparkplatz auch leer war, war für mich klar, dass weder Personal noch Kinder im Wagen drin sein können. Kein Mensch verletzt."

Totalschaden am Kindergartenwagen: Kinder haben Paradies verloren

In der kleinen Gemeinde erfuhren auch die Kindergartenkinder schnell davon, dass ihr Waldplatz zerstört wurde. Für sie war es im ersten Moment "schockierend – das war jetzt ein Paradies für die Kinder, kann man nicht anders sagen", beschreibt Katharina Merl die erste Reaktion bei vielen Mädchen und Buben wie auch bei deren Eltern. Katharina Merl betreut mit weiteren Erzieherinnen die 17 Waldkinder. Zu ihnen gehört auch ihr kleiner Sohn.

Erklär- und Fragestunde für die Kinder an der Brandstelle

Damit die Mädchen und Buben das Ereignis besser verstehen können, durften sie noch am Wochenende die Brandstelle besuchen. Organisiert hat das der Feuerwehrmann, der den Brandeinsatz am Freitag geleitet hat. Auch er ist selbst Vater eines Waldkindergartenkindes, so berichtet es der Bürgermeister. Direkt an der Brandstelle durften "die Mädchen und Buben der Feuerwehr Fragen stellen, damit sie verstehen, was passiert ist, um so die Ängste ein bisschen zu nehmen".

Waldbuben und Waldmädchen haben Schreck gut verarbeitet

Die Kinder wollten vor allem wissen, ob sie auch weiterhin Werkzeuge benutzen und basteln dürfen, wie sie es aus dem Wald gewohnt sind, erzählt Katharina Merl. In diesem Punkt konnte sie Kinder beruhigen. Etwas Werkzeug zum Hämmern und Klopfen gebe es noch. Mittlerweile hätten die Kinder den ersten Schreck gut weggesteckt, versichert Merl: "Die haben das gut verkraftet. Wir sind starke Waldeltern, ich bin selbst auch Mama, und wenn starke Eltern da sind, sind die Kinder auch stark."

Die Kinder stecken demnach das Ereignis gut weg, weil die Rahmenbedingungen gut seien, auch weil sie als Gruppe zusammenbleiben können und ein Ausweichquartier haben, das sie schon kennen: das Gemeindezentrum. Dort haben sie im ersten Stock eigene Räume, für besonders stürmische Tage – und jetzt auch für die Zeit nach dem Brand.

Viele Hilfsangebote: Neueröffnung für Herbst geplant

Den rund neun Meter mal drei Meter großen Kindergartenwagen möchte Bürgermeister Johannes Schneider so schnell wie möglich ersetzen. Die Hilfsbereitschaft ist groß: Die Gemeinde hat bereits mehrere Angebote und konnte schon einen potenziellen Nachfolgewagen besichtigen. Sobald die Kripo den Brandort freigibt, wird der Platz geräumt und für einen Neustart vorbereitet.

Kinder weiterhin meistens draußen

Spätestens im Herbst, zum neuen Kindergartenjahr, sollen die 17 Buben und Mädchen dann wieder in den Wald zurückkehren dürfen – in einen dann rundum neu hergerichteten Waldkindergarten. Bis dahin haben sie im Gemeindehaus eine komfortable Bleibe mit kleiner Küche, Rutsche und viel Platz. Trotzdem sind die Kinder auch bei diesem Wetter weiterhin überwiegend draußen, auf den drei Spielplätzen von Egweil – wie sie es eben aus ihrem Wald gewohnt sind.

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!