Archivbild: Ein Zug der Österreichischen Bundesbahnen fährt über die Gleise der Bahntrasse durch das Inntal zwischen Rosenheim und Kufstein.
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Archivbild: Ein Zug der Österreichischen Bundesbahnen fährt über die Gleise der Bahntrasse durch das Inntal zwischen Rosenheim und Kufstein.
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Brenner-Nordzulauf: Planung fertig, jetzt entscheidet Berlin

Brenner-Nordzulauf: Planung fertig, jetzt entscheidet Berlin

Kurz bevor sich der Bundestag in Berlin mit dem Verkehrsprojekt Brenner-Nordzulauf befasst, hat sich die Bahn in Rosenheim zum aktuellen Planungsstand geäußert. Was könnte das Projekt kosten und welche Chancen haben die Forderungen aus der Region?

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Oberbayern am .

Von einem "Meilenstein" für das europäische Verkehrsprojekt Brenner-Nordzulauf sprachen Vertreter der Deutschen Bahn bei einer Veranstaltung am Montag. Die Vorplanung sei abgeschlossen, der Planungsauftrag damit erfüllt. Alle Unterlagen habe man übergeben. Jetzt sei der Bundestag am Zug.

DB plant mit Inflationspuffer

Die neu geplante Strecke für die Anbindung an den Brenner-Basistunnel sei leistungsfähig und erfülle alle Vorgaben des Bundesverkehrswegeplans. Sie ist 64 Kilometer lang, über die Hälfte davon liegt im Tunnel.

Die Planungs- und Baukosten sollen bei 8,57 Milliarden Euro liegen. Hinzu kommt eine Risikovorsorge von rund 1,11 Milliarden Euro – wenn es zum Beispiel Schwierigkeiten mit dem Untergrund gibt. Auch in Sachen Inflation wurde ein Kostenpuffer mit einberechnet: rund 6,48 Milliarden Euro. Die Planungs- und Baukosten seien die Grundlage der volkswirtschaftlichen Bewertung, erklärt Planer Manuel Gotthalmseder. Man erwarte hier eine EU-Förderung zwischen 30 und 50 Prozent.

Viel Arbeit liegt hinter den Planern – und hinter der Region

Es war ein langer Weg bis hierher: Hinter den Planern der Deutschen Bahn liegen zehn Jahre Dialogforen, knapp 600 Sitzungsstunden, diverse Infomärkte und das Sichten von rund 560 Trassenvorschlägen von Bürgerinnen und Bürgern. Manche Ideen und Forderungen hätten es durchaus in die Vorzugsvariante der Deutschen Bahn geschafft, betont Projektleiter Matthias Neumaier. Das Ziel sei gewesen: eine Planung mit der Region gemeinsam auf den Tisch zu bringen. Dass nicht alle mit der Vorzugsvariante der Deutschen Bahn zufrieden sind, ist dem Planerteam bekannt.

120 Forderungen aus der Region

Die Forderung des Landkreises Rosenheim nach einem Halbstundentakt sei ohne einen zweigleisigen Neubau nicht zu realisieren, betont Neumaier. Ohne Neubau könne es also keinen Halbstundentakt geben. Insgesamt gibt es 119 eingereichte Kernforderungen. Ein Beispiel laut DB: Auf der Bestandsstrecke Trudering–Grafing wird ein Lärmschutz über das gesetzliche Maß hinaus gefordert. Man habe dies geprüft: Eine Gleisoberfläche mit Lärmschutz versehen und ständig zu messen, würde 16,5 Millionen Euro kosten, Schallschutzwände bis sechs Meter dagegen insgesamt 263 Millionen Euro, rechnen die Planer vor.

Die Forderung nach einem großen Tunnel im Berg Wildbarren im Inntal und auch das Alternativkonzept der Bürgerinitiative Brennerdialog, das einen Ausbau der bestehenden Bahnstrecken in Südbayern vorsieht, halten die Ingenieure der DB teils für nicht machbar und nicht genehmigungsfähig. Trotzdem sind auch diese Forderungen Teil der Unterlagen, die an das Parlament gehen. Technisch möglich wäre hingegen eine Unterquerung des Inns bei Rosenheim, bringe aber neue Betroffenheit von Bürgern in der Gemeinde Schechen. Ob und welche Kernforderung zum Zug kommt, entscheidet der Bundestag, nicht die Bahn.

Deutschland liege nicht im Verzug

Deutschland liege entgegen aller Unkenrufe beim Projekt Brenner-Nordzulauf nicht im Verzug, sagt Projektleiter Matthias Neumaier auf Nachfrage. Die Vereinbarung mit den Partnern auf der Brennerachse sehe vor, dass abschnittsweise geplant und abschnittsweise gebaut werde. Ein Projekt in dieser Größenordnung brauche seine Zeit.

Zehn Jahre Dialogforen, knapp 600 Sitzungsstunden und rund 560 gesichtete Trassenvorschläge von Bürgerinnen und Bürgern - jetzt hat die Deutsche Bahn ihr Vorplanungsverfahren zum umstrittenen Brenner-Nordzulauf im Inntal abgeschlossen.
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Die Deutsche Bahn hat ihr Vorplanungsverfahren zum umstrittenen Brenner-Nordzulauf im Inntal abgeschlossen.

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