Fotocollage: Stau auf einer Autobahn, dahinter der Gardasee
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(Symbolbild) Am 30. Mai wird die Brennerautobahn in Österreich für eine Demo gesperrt – mit Folgen für Urlauber, die in den Süden wollen.
Bildrechte: Picture Alliance/dpa/Matthias Balk; (Collage: Amelie Pompe/BR24)
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(Symbolbild) Am 30. Mai wird die Brennerautobahn in Österreich für eine Demo gesperrt – mit Folgen für Urlauber, die in den Süden wollen.

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Brenner-Sperre ausgerechnet in den Ferien: Was ist da los?

Brenner-Sperre ausgerechnet in den Ferien: Was ist da los?

Kurz vor Italien wird die Autobahn für einen Tag komplett dichtgemacht – und zwar wegen einer Demo. Aus Bayern fliegen Vorwürfe nach Österreich und wieder zurück. Worum sich der Streit dreht und welche Alternativen Reisende zum Brenner-Chaos haben.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Karl Mühlsteiger reicht es. "Wir haben über Jahre versucht, intensiv zu verhandeln", sagt der parteilose Bürgermeister von Gries am Brenner. Es gehe um Lärmschutz, "damit die Leute zumindest hier ein bisschen mehr zur Ruhe kommen können – aber da sind wir leider auf taube Ohren gestoßen bei der hohen Politik".

Lärm und Abgase: Anwohner demonstrieren gegen Brenner-Verkehr

Seit Jahren rollt immer mehr Verkehr über die Brennerroute durch Österreich. Die Zahl der Lkw hat sich seit 2000 mehr als verdoppelt. Menschen, die entlang der Strecke wohnen, klagen über Lärm und Luftverschmutzung. "Ich komme am Wochenende nicht mal über die Straße", sagt eine Anwohnerin. "Ich kann einmal im Monat das Fenster putzen, weil sie so verschmutzt sind von den Abgasen." Eine Bäuerin berichtet: "Viele haben in der Gegend eine Staublunge. Ich weiß nicht, von was das kommt. Ich hab auch eine."

Mühlsteiger und seine Mitstreiter wollen sich gegen den vielen Verkehr wehren – und zwar mit einer Demonstration auf der Autobahn, mitten in den bayerischen Pfingstferien. Dafür wird die Brennerautobahn im Wipptal am Samstag, den 30. Mai, von elf bis 19 Uhr komplett gesperrt. Auch die parallelen Bundes- und Landesstraßen sind für Durchreisende dicht.

Im Video: Brenner blockiert – was jetzt?

Verkehrsminister Bernreiter: "So geht man nicht mit Nachbarn um"

Eine "Katastrophe" oder gar "idiotisch" nennen manche Urlauber die anstehende Brenner-Blockade kurz vor der Grenze zu Italien. Vor allem der Zeitpunkt der Demo stößt auf wenig Verständnis: "Wenn ich Kinder habe, die zur Schule gehen, muss ich in den Ferien fahren", sagt einer. "Da muss eine andere Lösung her", findet eine andere und fragt: "Dass sie das so einfach überhaupt dürfen?"

Tatsächlich hatte die Bezirksbehörde Innsbruck-Land noch versucht, die Demo-Pläne zu stoppen, aber das sah das Landesverwaltungsgericht Tirol anders. "Das Gerichtsurteil hat uns recht gegeben", sagt Bürgermeister Mühlsteiger. "Wir dürfen unsere freie Meinung äußern."

Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) ärgert sich über die geplante Sperrung. Er spricht von einem "Knüppel zwischen die Beine der Logistikbranche" und findet: "So geht man nicht mit Nachbarn um." Bürgermeister Karl Mühlsteiger kontert: "Willkommen in der Gegenwart, lieber Herr Verkehrsminister aus Bayern. Jahrzehntelang nicht den Nordzulauf zu bauen für den Brennerbasistunnel – so geht man wirklich nicht mit Nachbarn um."

Nordzulauf zum Brennerbasistunnel hakt in Bayern

Der Brennerbasistunnel soll eines Tages helfen, viele Güter von der Straße auf die Schiene zu bringen. Bestenfalls bedeutet das: weniger Lkw und weniger Verkehrslärm. "Gerade natürlich in den engen Bergtälern ist das ein Segen für die Anwohner", sagt Christian Böttger, Professor für Verkehrswesen und Eisenbahn an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin. "Deswegen sehnen ja die Österreicher auch die Fertigstellung dieses Tunnels so sehr herbei."

Doch es hakt beim Brenner-Nordzulauf aus Bayern, der Deutschland mit dem neuen Tunnel verbinden soll. Viele Anwohner sind dagegen und wünschen sich statt großer oberirdischer Bahntrassen auch hier einen Tunnel. Das würde aber länger dauern und teurer werden. "Zurzeit ist es wohl so, dass die Politik sich nicht so richtig traut, den Bürgern zu sagen: Leute, das müsst ihr jetzt ertragen", sagt Bahnexperte Böttger. Österreich und Italien bauen seit 18 Jahren am Brennerbasistunnel, in Bayern hat der Bau des Nordzulaufs noch nicht mal angefangen. Im Sommer will der Bundestag entscheiden, wie es weitergeht.

Verkehrschaos erwartet: Züge oder Flüge als Alternative?

Aber welche Alternativen haben Urlauber jetzt? Laut ADAC droht am Demo-Samstag ein Verkehrschaos, nicht nur am Brenner, sondern auch auf den Ausweichrouten.

Dann vielleicht mit dem Zug? Wer an jenem Wochenende zum Beispiel noch spontan von München nach Verona will, um an den Gardasee zu kommen, zahlt für eine vierköpfige Familie etwa 200 Euro. Ein Flug von München nach Verona und zurück kostet zwischen 300 und 400 Euro – pro Person.

Wer das Auto nehmen will oder muss, sollte möglichst nicht am Samstag fahren. Da ist der Urlaubsverkehr grundsätzlich am größten. Am 30. Mai, dem Demo-Tag, rät der ADAC von Reisen über den Brenner gänzlich ab.

Im Audio: Wie es zur Brenner-Sperrung kam – und welche Folgen sie hat

(Symbolbild) Fotocollage: Stau auf einer Autobahn, dahinter der Gardasee
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(Symbolbild) Die Brenner-Sperre sorgt für Unmut in Bayern – gibt es für Urlauber noch kurzfristige Alternativen?

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