Sensoren für die Frankenschnellweg-Brücke am Hafen werden angebracht.
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Brücken-Sensoren sollen Verkehrskollaps in Nürnberg verhindern

Brücken-Sensoren sollen Verkehrskollaps in Nürnberg verhindern

Baustellenbedingt brauchen Autofahrer in Nürnberg aktuell gute Nerven. Und es könnte schlimmer kommen: Die einsturzgefährdete, gesperrte Frankenschnellwegbrücke bedroht den Verkehr auf Südwesttangente und Main-Donau-Kanal. Doch es gibt eine Lösung.

Über dieses Thema berichtet: Frankenschau am .

Dass es um viele Brücken nicht gut steht, ist bekannt. Welche Folgen das hat, zeigt ein Blick auf das Beispiel der Frankenschnellwegbrücke in Nürnberg. Die mit 316 Metern längste Brücke der Stadt ist seit gut einem Monat gesperrt – weil das Spannbeton-Bauwerk laut einem Gutachten ohne ersichtliche Vorwarnung einstürzen könnte. Ähnlich wie die Carola-Brücke in Dresden.

Doch damit nicht genug: durch ihren maroden Bauzustand bedroht die Frankenschnellwegbrücke auch die beiden Verkehrsadern darunter: die Südwesttangente und den Main-Donau-Kanal. Sensoren an der Brücke sollen jetzt dabei helfen, den Verkehr auf diesen vielbefahrenen Routen zu sichern.

24 Sensoren hören in die marode Brücke hinein – "wie ein Stethoskop"

"Die Schallemissionssensoren kann man sich vorstellen wie ein Stethoskop beim Arzt" erklärt Philipp Göbel von der Spezialfirma MKP aus Dresden. Damit bekomme man mit, "was im Bauwerk passiert". 24 Sensoren installieren Göbel und seine Kollegen derzeit an der Frankenschnellwegbrücke in Nürnberg. Mit ihnen sollen die in der Brücke verbauten, maroden Spannstahldrähte technisch überwacht werden.

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Sensoren sollen unter der Frankenschnellwegbrücke für Sicherheit sorgen

"Im Fall eines Drahtbruchs wird sehr viel Energie freigesetzt. Es gibt einen richtigen Knall", sagt Göbel. Der Schall bewegt sich dann in Wellen durch das Bauwerk – und würde so von den Sensoren gemessen. Sollten tatsächlich Spannstahldrähte reißen, würde die Information an die Stadt weitergeleitet. Die Konsequenz wäre im Extremfall tatsächlich eine Vollsperrung der Brücke, sagt Christoph Miller vom Servicebetrieb Öffentlicher Raum (SÖR) der Stadt Nürnberg.

Die Folgen einer Vollsperrung wären immens

Falls sich der Bauzustand der Frankenschnellwegbrücke weiter verschlechtert und die Stadt die Verkehrsadern unter der Brücke sperren muss, käme man um das Wort "Verkehrskollaps" wohl kaum noch herum. Auf der Südwest-Tangente fahren laut SÖR täglich bis zu 120.000 Fahrzeuge. Sie ist damit eine der am meisten genutzten Straßen der Stadt. Der ebenfalls unter der Brücke laufende Main-Donau-Kanal sei als Bundeswasserstraße für den Schiffsverkehr "sehr, sehr wichtig", weiß Christoph Miller.

Dazu kommt, dass die Möglichkeiten, den Main-Donau-Kanal zu überqueren, im Nürnberger Süden ohnehin eingeschränkt sind. Auch die Zirndorfer Brücke einige Kilometer weiter nordwestlich ist zur Überfahrt gesperrt – auch hier wegen Einsturzgefahr. Und die weiter südlich gelegene Hafenbrücke ist zwar noch befahrbar. Auch hier laufen aber bereits die Arbeiten für Neubau und Abriss. Eine Sperrung des Verkehrs unter der Frankenschnellwegbrücke will man sich deshalb "nicht ausmalen".

Stadt sieht keine akute Gefahr - Zeitplan für Brückenneubau steht 

Auch wenn ein Notfallkonzept bereits erarbeitet ist: die Stadt Nürnberg geht aktuell nicht davon aus, es zu brauchen. Dass die Frankenschnellwegbrücke plötzlich und ohne Vorwarnung einstürzt, hält Christoph Miller für "ausgeschlossen". Auch weil die vor einem Monat erfolgte Sperrung des auf der Brücke laufenden Verkehrs das Bauwerk entlaste. Man sei hier mit Gutachtern, Tragwerksplanern und Statikern in Kontakt, heißt es.

Indessen schreitet der Neubau der Frankenschnellwegbrücken – eine je Fahrtrichtung – voran. Die erste Brücke soll im Spätsommer kommenden Jahres für den Verkehr freigegeben werden. Dann folgt laut Miller auch der Abriss der maroden alten Brücke, die der Stadt aktuell noch gewisse Sorgen bereitet.

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