ARCHIV - 12.03.2025, Niedersachsen, Ganderkesee: Cannabispflanzen wachsen auf einer Plantage. (zu dpa: «Drogenfahnder zu Cannabisgesetz: Kann so nicht funktionieren») Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Cannabisanbau in ehemaliger Gaststätte: Prozess in Schweinfurt

Cannabisanbau in ehemaliger Gaststätte: Prozess in Schweinfurt

Es geht um knapp 300 Cannabispflanzen: Zwei junge Männer sollen in einer ehemaligen Gaststätte in Unterfranken bandenmäßig Cannabis angebaut haben. Heute startet der Prozess am Landgericht Schweinfurt. Warum die Behörden misstrauisch wurden.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Mainfranken am .

297 Cannabispflanzen und über 62 Kilo ungetrocknetes Cannabis, darum geht es ab heute unter anderem vor dem Landgericht Schweinfurt. Verantworten müssen sich zwei aus Albanien stammende 22 und 23 Jahre Männer. Wegen eines "besonders schweren Falls" von unter anderem bandenmäßigem Anbau von Cannabis. Außerdem geht es um die Herstellung von Cannabis "in nicht geringer Menge".

Anbau in ehemaliger Gaststätte

Die beiden Angeklagten sollen sich von September bis Ende Oktober vergangenen Jahres in acht Räumen einer ehemaligen Gaststätte am Sambachshof im unterfränkischen Landkreis Rhön-Grabfeld um die Aufzucht von 297 Cannisbispflanzen als eine Art Gärtner gekümmert haben.

Bei einer polizeilichen Durchsuchung und einer – laut Anlage – "polizeilichen Ernte" kamen dabei "ungetrocknet“" 62,2 Kilogramm heraus. Die beiden Männer sollen auch weitere Cannabis-Setzlinge aufgezogen haben. Bei den Männern wurden zusätzlich knapp 8,7 Kilogramm Cannabis und 3,1 Kilogramm Marihuanadolden, also getrocknete Blütenstände, sichergestellt.

Stromnetz für Anbau angezapft

Laut Anklage wurde für die Cannabis-Aufzucht eine große Anzahl von Lampen, Filteranlagen, Trafos, Schläuche und Lüfter genutzt. Den Strom sollen die Männer am Stromzähler der ehemaligen Waldgaststätte vorbei abgezapft haben. So soll dem Netzbetreiber ein Schaden von täglich 641 Euro entstanden sein.

Die beiden Männer sollen mit dem gezielten Auftrag zur Pflege und Aufzucht der Cannabispflanzen kurz vorher aus Albanien über den Dortmunder Flughafen eingereist sein. Sie sollen im Auftrag von drei Männer gehandelt haben, die laut Staatsanwaltschaft bereits vom Landgericht Koblenz verurteilt worden waren. Diese drei Männer hatten noch weitere Cannabis-Aufzuchtanlagen im Bundesgebiet, unter anderem in Mudersbach im Westerwald in Rheinland-Pfalz, betrieben.

Weiteres Verfahren gegen Eigentümer

Der Eigentümer der ehemaligen Gaststätte hatte laut Staatsanwaltschaft bereits drei Jahre lang die Räume für jährlich 120.000 Euro vermietet. Der Mann saß auch kurze Zeit in U-Haft. Gegen ihn wird ein eigenes Verfahren angestrengt.

Die Staatsanwaltschaft hatte nach einem gezielten Hinweis der Staatsanwaltschaft Koblenz die ehemalige Gaststätte durchsuchen lassen. Dem Stromanbieter war der immense Stromverbrauch laut Staatsanwaltschaft nicht aufgefallen.

Sechs Verhandlungstage bis Ende Oktober

Laut Anklage sollte am unterfränkische Sambachshof alle zwei Wochen eine Ernte erfolgen. Für ihre Arbeit sollten die beiden Angeklagten alleine für die ersten drei Wochen jeweils 8.000 Euro erhalten. Laut Staatsanwaltschaft waren vor den jetzt angeklagten "Gärtnern" schon andere Leute mit der Cannabis-Aufzucht betraut. Diese sind der Staatsanwaltschaft aber nicht bekannt.

Die Angeklagten werden aus der Untersuchungshaft zum Prozess gebracht. Insgesamt sind sechs Verhandlungstage angesetzt. Der letzte Mitte Oktober.

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