(Symbolbild) Leuchtende Kabel vor einem Laptop-Bildschirm, der einen binären Code zeigt.
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(Symbolbild) Russland, China, Nordkorea: Die Cyberattacken ausländischer Akteure in Bayern nehmen zu.
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(Symbolbild) Russland, China, Nordkorea: Die Cyberattacken ausländischer Akteure in Bayern nehmen zu.

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Cyberkriminalität in Bayern: Angriffe aus dem Ausland nehmen zu

Cyberkriminalität in Bayern: Angriffe aus dem Ausland nehmen zu

Knapp 50.000 Fälle von Cybercrime gab es 2025 in Bayern – meistens aus dem Ausland. Dabei greifen Täter auch Behörden und kritische Infrastruktur an. Der Innenminister sieht Bayern "gut aufgestellt". Die Landkreise monieren gestrichene Förderungen.

Über dieses Thema berichtet: BR24 TV am .

Gestohlene Bankzugänge, erbeutet mit täuschend echten E-Mails und QR-Codes, gezielt überlastete und lahmgelegte Internetseiten oder kriminelle Datenverschlüsselung, um Lösegeld zu erpressen: Die Bedrohung durch Cyberangriffe sei "virulent und vielschichtig", sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) zum aktuellen Bericht zur Cybersicherheit in Bayern.

Rund 72 Prozent aller Fälle aus dem Ausland

Demnach nahm die Zahl der Cyberangriffe in Bayern leicht zu: Rund 49.500 Fälle registrierte die Landespolizei 2025, ein Plus von knapp zwei Prozent. Auffällig dabei: Die Zahl der aus Deutschland verübten Taten (ca. 13.800) ging um etwa sieben Prozent zurück – im Gegensatz dazu stieg die ohnehin schon deutlich höhere Zahl der Taten aus dem Ausland nochmal um knapp sechs Prozent auf rund 35.700 Fälle (rund 72 Prozent aller Delikte).

Von Attacken betroffen seien Privatpersonen, Unternehmen, aber auch immer häufiger Behörden und Einrichtungen der kritischen Infrastruktur. Neben finanziellen Motiven würden Cyberangriffe, zum Beispiel durch Desinformationskampagnen, auch zunehmend als "politisches Werkzeug" genutzt.

Politische Angriffe vor allem aus Russland, China und Nordkorea

Für politisch motivierte Cyberangriffe sind laut Herrmann vor allem Akteure aus Russland, China und Nordkorea verantwortlich. Aktuell sei im Vorfeld der ostdeutschen Landtagswahlen die sogenannte "Matrjoschka-Kampagne" zu beobachten, "die eine Polarisierung zwischen Ost- und Westdeutschland befördern soll". Ein weiteres Beispiel: Nordkoreanische Akteure würden versuchen, sich mit gefälschten Identitäten als IT-Mitarbeiter in westliche Firmen einzuschleusen.

Bei "Ransomware-Angriffen" verschlüsseln Täter sensible Daten von Unternehmen oder öffentlichen Einrichtungen. Im vergangenen Jahr waren demnach auch das Verwaltungsnetzwerk einer bayerischen Schule und zwei Gemeinden betroffen. Für die Freigabe der Daten fordern die Kriminellen Lösegeld. Insgesamt registrierte das Landeskriminalamt circa 230 derartige Fälle im Jahr 2025 – ein Plus von 18 Prozent.

Aufklärungsquote im Ausland deutlich niedriger als im Inland

Obwohl Ransomware-Angriffe nur einen Bruchteil der gesamten Cyberkriminalität in Bayern ausmachen, verursachen sie laut Bericht den größten wirtschaftlichen Schaden. Insgesamt gehen Behörden bei Cyberkriminalität von einer hohen Dunkelziffer aus. "Ich weiß, dass Unternehmen immer auch einen Reputationsverlust fürchten, wenn sie erfolgreiche Cyberattacken melden", sagte Justizminister Georg Eisenreich (CSU) – der trotzdem rät, die Sicherheitsbehörden frühzeitig zu informieren. Es gehe "vor allem auch um Geschwindigkeit, wenn solche Angriffe starten". Bayern setze sich für härtere Strafen bei Cyberdelikten ein.

Laut bayerischem Innenministerium lag die Aufklärungsquote bei Cybercrime-Delikten im Inland 2025 bei 33,6 Prozent. "Insbesondere mit Blick auf die technischen Möglichkeiten zur Anonymisierung im Internet ist das ein beachtlicher Wert." Für "Auslandsstraftaten mit Tatmittel Internet" liege die Aufklärungsquote im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Grund für den Unterschied seien der deutlich höhere Ermittlungsaufwand und die nötige Zusammenarbeit mit Behörden anderer Länder.

Landkreistag nennt ausgelaufene Förderung "bedauerlich"

"Die Angriffe sind spürbar schneller und komplexer geworden", sagte Finanzminister Albert Füracker (CSU), der die Cybersicherheit der Behörden verantwortet. Demnach unterstütze das Landesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (LSI) die bayerischen Kommunen mit Know-how und kostenloser individueller Beratung. "Wir informieren zur Prävention statt nur zur Reaktion", so Füracker. Dank einer engen Zusammenarbeit aller Sicherheitsbehörden sieht Innenminister Herrmann Bayern "für die Herausforderungen im Cyberraum gut aufgestellt."

Der Bayerische Landkreistag teilt mit, es brauche neben fachlicher auch "verlässliche finanzielle Unterstützung". Daher sei es "bedauerlich", dass das Förderprogramm für Kommunen, um Informationssicherheits-Managementsysteme (ISMS) zu implementieren, Ende 2023 beendet wurde: "Aus Sicht der Landkreise wäre es sinnvoll, eine solche Förderung wieder aufzunehmen."

Für 2026 "kein Rückgang zu verzeichnen"

Manuel Atug ist Sprecher der "AG Kritis", einer Gruppe von Fachleuten, die sich für mehr IT-Sicherheit, insbesondere bei kritischer Infrastruktur, einsetzt. Aktuell sei noch viel zu verbessern. Zwar gebe es ein Cybersicherheitsgesetz auf Bundesebene, es fehle jedoch an Rechtsdurchsetzung. Die Länder müssten ihre Verwaltung außerdem selbst schützen. Entsprechende Landesverordnungen gebe es bislang kaum, auch nicht in Bayern. Jedes Unternehmen, jede Behörde müsse Maßnahmen ergreifen: "Es ist ungefähr so, dass zwar viele abends ihr Ladenlokal oder ihr Werk abschließen, auch einen Werkschutz haben, aber die Systeme im Internet völlig ungeschützt und unsicher laufen."

Für 2026 liegen bislang noch keine genauen Zahlen vor. Laut Innenminister Herrmann sei "jedenfalls kein Rückgang zu verzeichnen, sondern wir gehen eher von einer weiteren Zunahme aus".

Im Video: Cyberangriffe aus dem Ausland nehmen zu

Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Rednerpult.
Bildrechte: Picture Alliance/dpa/Peter Kneffel
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Laut dem neuen Bericht zur Cybersicherheit in Bayern nehmen Angriffe deutlich zu – vor allem von ausländischen Akteuren.

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