Im zweiten Wahlgang fiel die Entscheidung: Angelina Seiler ist die neue Fränkische Weinkönigin. Als ihr Name im Regentenbau in Bad Kissingen verkündet wird, fließen Tränen – nicht nur bei ihr selbst. Auch im Publikum liegen sich ihre Mutter und Großeltern erleichtert in den Armen.
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Nachdem im ersten Wahlgang keine absolute Mehrheit erreicht worden war, setzte sich die 21-Jährige in der Stichwahl gegen Lisa Faber aus Obernbreit durch. "Ich bin total überwältigt und freue mich unwahrscheinlich auf alles, was in diesem Jahr auf mich zukommt", sagte Seiler unmittelbar nach der Wahl.
Was muss eine Weinkönigin mitbringen?
Mit ihrer Wahl bleibt es in Franken bei einer weiblichen Weinhoheit. Erstmals in der Geschichte des Wettbewerbs hatte sich auch ein Mann um das Amt beworben. Maximilian Lang, 23 Jahre alt und Weinprinz aus Hüttenheim im Landkreis Kitzingen, arbeitet in einem Weingut in Iphofen und trat als erster männlicher Kandidat an. Insgesamt stellten sich drei Frauen und ein Mann der Wahl.
Die Kandidatinnen und der Kandidat mussten sich vor einer rund 130-köpfigen Jury aus Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, der Weinbranche und den Medien beweisen. Neben Fachwissen rund um den Weinbau kam es vor allem auf Persönlichkeit, Auftreten und Spontaneität an.
"Weinprinzessin war mein Kindheitstraum"
Angelina Seiler studiert "Digitale Gesellschaft" an der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt. Dieses Studium bereite sie gut auf das Amt vor, sagte sie selbstbewusst während der Wahl. Ihr Fachwissen über Wein hat sich die Studentin erst in den vergangenen Monaten intensiv angeeignet. Bis Ende Februar war sie Weinprinzessin in ihrem Heimatort Stammheim. "Weinprinzessin war mein Kindheitstraum – Weinkönigin ist jetzt mein Erwachsenen-Traum", erklärte sie.
Mit der Krönung übernimmt Seiler das Amt von Antonia Krais. Seit 1950 gibt es in Franken eine Weinkönigin. Die Rolle hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert: Heute ist die Weinkönigin vor allem Botschafterin des Frankenweins – mit einem vollen Terminkalender. Sie repräsentiert die fränkische Weinregion bei Veranstaltungen im In- und Ausland, besucht Weinfeste und vertritt die Interessen der Winzer.
Wein als Wirtschaftsfaktor
Der Wein ist für Franken nicht nur Tradition, sondern auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Besonders der Weintourismus spielt eine wichtige Rolle für die Region. Von ihm profitieren nicht nur die Winzerinnen und Winzer in den Weinorten. Auch Gastronomie, Dienstleistungen, Handel und sogar das Baugewerbe ziehen Nutzen aus der Wertschöpfung rund um den Wein. Insgesamt hängen rund 65.000 Arbeitsplätze in Franken direkt oder indirekt vom Weintourismus ab.
Als neue Weinkönigin wird Angelina Seiler in den kommenden Monaten genau diese Bedeutung des Frankenweins nach außen tragen – und dabei ihre eigene Begeisterung für das Thema weitergeben. Für sie beginnt damit ein Jahr voller Termine, Begegnungen und Reisen. Und ein Traum, der für die 21-Jährige nun Wirklichkeit geworden ist.
Auf Instagram: Angelina Seiler trägt die Krone
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