Weinprinz Maximilian Lang ist seit 1950 der erste Mann, der um den Titel kandidiert
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68. Wahl der Fränkischen Weinkönigin

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Fränkische Weinkönigin: Der erste Mann greift nach der Krone

Fränkische Weinkönigin: Der erste Mann greift nach der Krone

Seit 1950 wird in Franken eine Weinkönigin gewählt. Heuer könnte diese Tradition enden. Denn erstmals tritt ein Mann zur Wahl an. Ist Maximilian Lang bereit, Weinkönig zu werden – und ist Weinfranken bereit, einen Weinkönig zu bekommen?

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Mainfranken am .

Weinprobe in Hüttenheim im Landkreis Kitzingen. Maximilian Lang gießt einen lieblichen Kerner ins Glas. Dabei trägt der 23-Jährige eine rote Scherpe, darauf steht in goldenen Lettern: Maximilian I. Weinprinz von Hüttenheim. Er ist einer von wenigen Weinprinzen unter vielen Prinzessinnen. "Ich bin offen angenommen worden", sagt Maximilian Lang. "Und ich wäre bestimmt auch ein guter erster Fränkischer Weinkönig."

Ein Weinkönig in Weinfranken. Das gab es noch nie. Seit 1950 wird die Fränkische Weinkönigin gewählt. Maximilian Lang hat sich in diesem Jahr um das Amt beworben und tritt als erster Mann zur Wahl der 68. Fränkischen Weinkönigin an.

Maximilian Lang könnte der erste Fränkische Weinkönig werden

"Es ist ein sehr lieblicher und erfrischender Wein, den wir hier probieren", sagt Maximilian Lang nach dem ersten Schluck. Und erfrischend, das möchte er auch im angestrebten Amt sein. Denn: "Im Beruf merkt man es ja, dass immer mehr Damen Herrenberufe machen oder Herren Damenberufe. Warum nicht das Ehrenamt ein wenig auflockern?"

Der 23-Jährige ist gelernter Winzer und arbeitet als Geselle in einem Weingut. Sollte er tatsächlich zum Weinkönig gewählt werden, würde er für ein Jahr von seinem Job freigestellt werden – schließlich warten dann rund 400 Termine im Jahr. Weinfeste eröffnen, auf Empfängen sprechen: Aufgaben einer Weinkönigin, die gelernt sein wollen. Maximilian Lang übt dafür schon jetzt: "Natürlich übe ich Rhetorik, Mimik und Gestik. Ich übe das mit einem Coach und daheim vor dem Spiegel."

Ist Weinfranken bereit für einen Weinkönig?

Maximilian Lang wäre bereit als Weinkönig für Franken. Aber wie sieht das umgekehrt aus? Stimmungscheck vor einem Weinausschank auf der Alten Mainbrücke in Würzburg. "Die Weinkönigin ist für mich weiblich. Frauenpower!", sagt eine Passantin. Ihre Freundin stimmt ihr zu: "Es gibt genug Bereiche, die sehr stark männlich dominiert sind. Deswegen würde ich bei der Weinkönigin dabei bleiben, dass es eine Frau machen soll." Am Nebentisch findet Maximilian Lang mehr Unterstützung: "Wer sich traut, sich als erster Mann als Fränkische Weinkönigin zu bewerben, dem drücken wir die Daumen, dass er gewinnt." Der Titel Weinkönig sei, "zwar noch ungewohnt. Aber kann man sich dran gewöhnen", sagt ein weiterer Mann.

Das Amt der Weinköniginnen wandelt sich. An der Wahl zur Deutschen Weinhoheit 2025 nahmen erstmals zwei Männer teil. Andererseits lassen einige Weinanbauregionen zu ihrer Königinnenwahl ausschließlich Frauen zu. Der Fränkische Weinbauverband nehme auch Bewerbungen von Männern an, sagt Weinbaupräsident Artur Steinmann. Aber: "Wir suchen eine fränkische Weinkönigin. Bei aller Offenheit schreiben wir das auch so aus. Wir schreiben jetzt nicht aus: Wir suchen weiblich, männlich, divers oder eine Weinhoheit." Würde Maximilian Lang gewinnen, würde er den Titel Weinkönig tragen, so Steinmann.

Auch drei Weinprinzessinnen stehen zur Wahl

Zur Wahl der Fränkischen Weinkönigin sind in diesem Jahr selbstverständlich auch drei Weinprinzessinnen zugelassen. Am Wahlabend haben die vier alle die gleiche Chance, um die rund 150-köpfige Jury von sich zu überzeugen. Die Wahl findet am 13. März im Regentenbau in Bad Kissingen statt.

Die noch amtierende fränkische Weinkönigin Antonia Kraiß hätte jedenfalls nichts gegen einen Mann als ihren Nachfolger: "Ich finde es super im Sinne der Zeit", sagt Kraiß. "Deswegen bin ich gespannt, wer es wird. Ich sage: Der Beste möge gewinnen. Aber ich drücke allen vier die Daumen für den Tag." Nur das Krönchen der Weinkönigin würde Maximilian Lang bei einer Wahl nicht übernehmen. Stattdessen würde er eine prunkvolle Kette erhalten.

Audio aus der Sendung "Mittags in Mainfranken" auf Bayern 1:

Die Weinkönigin Antonia Kraiß hält ihre Krone vor sich. Die Weinprinzessinen und der Weinprinz greifen danach.
Bildrechte: Rudi Merkl / Fränkischer Weinbauverband e.V.
Audiobeitrag

Maximilian Lang (4. v. re) und die drei anderen Kandidatinnen greifen nach der Krone der Fränkischen Weinkönigin.

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