Landrat mit Leib und Seele: Josef Niedermaier im Gespräch mit Ministerpräsident Markus Söder und Verkehrsminister Christian Bernreiter.
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Zwischen Verwaltung und Krisenmanagement: Der Landrat in Bayern

Zwischen Verwaltung und Krisenmanagement: Der Landrat in Bayern

Was macht ein Landrat eigentlich? Der Job ist weit mehr als Verwaltung: Landräte leiten große Behörden, vermitteln zwischen Politik und Kommunen und sind Krisenmanager bei Unwettern oder sozialen Herausforderungen – ein Amt mit viel Verantwortung.

Über dieses Thema berichtet: Stadt Land Leute am .

Fast 18 Jahre lang stand Josef Niedermaier an der Spitze des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen. Im März 2026 endet seine Amtszeit. Der Abschied bietet Anlass, auf ein Amt zu schauen, das in Bayern viel Verantwortung trägt – und häufig wenig sichtbar ist.

Abschied im Zeichen der Infrastruktur

In Bad Tölz wird an diesem Tag der neue Alpenbus vorgestellt – ein Projekt, für das Niedermaier über Jahre geworben hatte. Nur einer von vielen Terminen in seinem Kalender aber ein wichtiger. Sogar Ministerpräsident Markus Söder ist gekommen.

Er lobt das Vorhaben öffentlich als "gut angelegte Investition". Niedermaier selbst bleibt zurückhaltend. Nach fast 30 Jahren in der Kommunalpolitik, davon 26 Jahre als Bürgermeister und Landrat, sei für ihn der richtige Zeitpunkt gekommen, aufzuhören, sagt er.

Doch was macht ein Landrat eigentlich?

Eine Umfrage zeigt: Viele Bürgerinnen und Bürger haben großen Respekt vor dem Amt, verbinden es mit Verantwortung, Vermittlung und hohem Druck. Tatsächlich ist der Landrat in Bayern oberster Verwaltungsbeamter des Landkreises. Er leitet das Landratsamt, vertritt den Landkreis nach außen und setzt die Beschlüsse des Kreistags um.

Zugleich nimmt er staatliche Aufgaben wahr – eine gesetzlich festgelegte Doppelrolle. Politisch entscheidet ein Landrat nicht allein. Er arbeitet mit dem Kreistag, mit Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern sowie mit sozialen Trägern und Behörden zusammen. Entscheidungen entstehen durch Abwägung und Mehrheiten.

Krisen als Teil des Alltags

In den vergangenen Jahren forderte das Amt die Landrätinnen und Landräte in Bayern immens: Die Unterbringung und Versorgung von Geflüchteten gehörten zu den größten Herausforderungen, ebenso Naturereignisse wie Hochwasser oder extreme Schneefälle. In solchen Situationen ist der Landrat Krisenmanager, Koordinator und Ansprechpartner zugleich.

Niedermaier betont, es gehe weniger um Parteipolitik als um pragmatische Lösungen. Ein Landrat müsse für alle Menschen da sein – wissend, dass sich nicht jede Entscheidung konfliktfrei umsetzen lasse.

Ein Job mit Grenzen

Die Belastung ist hoch, lange Arbeitswochen sind üblich. Niedermaier sagt, man müsse akzeptieren, dass man es nie allen recht machen könne – Transparenz und das Werben um Verständnis seien deshalb entscheidend. Der Alpenbus steht am Ende sinnbildlich für seinen politischen Schwerpunkt: Infrastruktur als Grundlage von Lebensqualität im ländlichen Raum. Als der Bus abfährt, weiß Niedermaier, dass seine Amtszeit bald endet. Und im Kopf ist da dieser Satz von Fußballer Thomas Müller geblieben: "Wenn man gern aufhört, ist es zu spät." Für ihn ist jetzt der richtige Zeitpunkt.

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