Der 1. Januar wird ein wichtiger Tag für Stadt und Landkreis Landshut – sie treten zusammen mit den Landkreisen Garmisch-Partenkirchen und Mühldorf am Inn dem Münchner Verkehrsverbund MVV bei.
Skepsis und Freude bei den Bürgern
Was das konkret für die Menschen bedeutet, sieht man am Beispiel von Stadt und Landkreis Landshut: Der Landshuter Hauptbahnhof ist die Drehscheibe des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in Niederbayern. Täglich steigen hier Tausende Menschen in Busse und Bahnen ein. Mit der Erweiterung des Münchner Verkehrsverbundes MVV kommen zum 1. Januar allein aus Stadt und Landkreis fast eine Viertelmillion Menschen neu dazu. Trotz großer Infokampagnen herrscht kurz vor dem Start bei vielen Menschen noch Unsicherheit: "Also ich bin zunächst mal skeptisch, der MVV wird immer größer, es wird von München aus entschieden - aber ich lass mich überraschen", sagt ein Mann um die 60. "Ich arbeite in München und fahre täglich, mal schauen, wie es wird", ergänzt eine Frau im Vorbeigehen. Unterdessen freut sich ein Münchner, der gerade mit dem Zug in Landshut angekommen ist, über die MVV-Erweiterung nach Landshut und hofft, "dass die Busse hier künftig öfter fahren".
Günstiger zum Flughafen, aber keine Seniorenkarte mehr
Vieles wird einfacher und günstiger durch den Beitritt zum MVV, ist Landshuts Oberbürgermeister Alexander Putz (CSU) überzeugt, der zusammen mit dem Landshuter Landrat Peter Dreier (FW) in den vergangenen Jahren den Beitritt zum MVV vorangetrieben hat: "Bestes Beispiel ist der Flughafenexpress, die Fahrt vom Hauptbahnhof Landshut zum Flughafen kostet jetzt noch 17,90 Euro, wird dann 8,60 kosten."
Aber es gibt auch Nachteile, sagt eine ältere Dame auf dem Weg zum Bahnsteig: "Es gibt leider keine Seniorenvergünstigungen mehr und das stört mich am allermeisten." Konkret meint sie die in Stadt und Landkreis bislang beliebte Seniorenkarte für den ÖPNV, die es so im MVV-Tarif nicht mehr geben wird. Dafür bietet der MVV einen Spezialtarif für besonders bedürftige Menschen unabhängig vom Alter und die MVV-Monatskarte 65 für Senioren, erklärt eine Sprecherin der Münchner Verkehrs- und Tarifverbund GmbH auf Anfrage.
Streifenkarte: Einzelfahrten werden billiger
Begrüßt wird die Erweiterung des MVV-Gebiets zum 1. Januar 2026 auch von der Ortsgruppe des Verkehrsclubs Deutschland, kurz VCD, in Landshut, der sich für eine ökologische und soziale Verkehrswende einsetzt. Sprecherin Verena Putzo-Kistner freut sich vor allem, dass die Einzelfahrten für alle jetzt deutlich günstiger werden in Stadt und Landkreis Landshut: "Jetzt im Moment gibt es am meisten Verbesserungen für Gelegenheitsfahrer, die einzelne Fahrten machen, die können sich jetzt eine Streifenkarte kaufen und da kostet eine Fahrt 1,87 Euro, das heißt das wird um mehr als 50 Cent günstiger. Das ist aus unserer Sicht eine große Verbesserung."
Im Video: Verkehrsverbund erweitert – Massen an neuen Fahrgästen in Münchner ÖPNV erwartet
"Meilenstein" für die Mobilität in der Region
Die rund 230.000 Menschen in Stadt und Landkreis Landshut könne durch den Beitritt künftig mit einem Ticket alle Verkehrsmittel des MVV nutzen. Also die Regional- und S-Bahnen, die bisherigen Regionalbusse in und um Landshut bis hin zur U-Bahn und Tram in München. Landshuts Oberbürgermeister Alexander Putz und Landrat Peter Dreier sprechen von einem "Meilenstein" für die Mobilität in der Region. Das Tarifsystem werde dadurch in den allermeisten Fällen günstiger. Für Schüler mit Anspruch auf kostenlose Schulbeförderung gibt es auf Antrag das 365-Tage-Ticket, das das ganze Jahr im gesamten MVV-Gebiet kostenlos gilt. Außerdem - so Landshuts Oberbürgermeister Alexander Putz und Landshuts Landrat Peter Dreier - werden dadurch auch die digitalen Ticket-Angebote mit der MVVswipe-App deutlich besser.
MVV-Verbundraum mit 4,15 Millionen Einwohnern
Neben Stadt und Landkreis Landshut kommen zum 1. Januar auch die Landkreise Garmisch-Partenkirchen und Mühldorf zum MVV dazu. Der Münchner Verkehrsverbund wächst damit in der Nacht zum neuen Jahr um rund 450.000 Menschen. Insgesamt leben dann 4,15 Millionen Einwohner im MVV-Verbundraum. Und das freut nicht nur die Menschen in der Region, sondern auch die Menschen in München, sagt Oberbürgermeister Dieter Reiter: "Ab sofort können die Münchnerinnen und Münchner mit dem MVV-Ticket sogar bis nach Niederbayern und zur Zugspitze reisen. Ein attraktiver öffentlicher Nahverkehr in einem leistungsfähigen Verkehrsverbund bildet das Rückgrat für die wirtschaftliche Stärke der Region München."
Die neuen MVV-Regionen
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