Dominik Krause (Bündnis 90/Die Grünen), Zweiter Bürgermeister von München, steht bei der Wahlparty der Grünen nach der Stichwahl um das Amt des Oberbürgermeister in der bayerischen Landeshauptstadt auf der Bühne.
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V16: Nach der Stichwahl

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Der Tag nach der Stichwahl: Analyse und Reaktionen

Der Tag nach der Stichwahl: Analyse und Reaktionen

München wird in Zukunft grün regiert, in Augsburg siegt der SPD-Kandidat und in Nürnberg bleibt der CSU-Oberbürgermeister im Amt. Ein denkwürdiger Stichwahl-Abend in weiten Teilen Bayerns. BR24 um 16 Uhr mit Analysen und Reaktionen am Tag danach.

Über dieses Thema berichtet: BR24 TV am .

Die Kommunalwahlen in Bayern haben zum Teil unerwartete Ergebnisse hervorgebracht: In der Landeshauptstadt München regiert künftig ein grüner Oberbürgermeister. In Regensburg holt ein SPD-Kandidat einen schier aussichtslos erscheinenden Rückstand auf. Die Freien Wähler verdoppeln die Zahl ihrer Landräte, die CSU schaut häufiger als gedacht in die Röhre. Und: Der Amtsbonus scheint deutlich seltener eine Rolle zu spielen als früher.

Wie reagieren die Parteien auf die Wahlergebnisse und welche Folgen sind für die Landespolitik zu erwarten? Darüber sprach BR24 mit Julian von Löwis aus der BR-Redaktion Landespolitik. Das Video der Sendung finden Sie oben eingebettet in diesem Artikel.

Die Münchner wollten den Wechsel

Die Kommunalwahl 2026 hat die politische Karriere von Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter beendet. "Das war's von mir", sagte der SPD-Politiker, als die Stichwahl noch gar nicht vollständig ausgezählt war. Reiter stolperte über Vorwürfe, die er sich selbst zuzuschreiben hat. Er nahm Posten und Geld vom FC Bayern München an, ohne sich dies vorschriftsmäßig genehmigen zu lassen.

Die Münchnerinnen und Münchner wünschten sich einen Wechsel und wählten den erst 35 Jahre alten Dominik Krause zum Oberbürgermeister. Er muss nun eine Stadtregierung bilden. Ministerpräsident und CSU-Vorsitzender Markus Söder bot ihm am Montag schon einmal eine faire Zusammenarbeit an. Eine vernünftige Zusammenarbeit zwischen Landespolitik und Landeshauptstadt sei zwingend. Krauses Aufgabe sei es jetzt, in der Münchner Stadtpolitik Mehrheiten zu organisieren, so Söder.

CSU verliert Posten, Freie Wähler obenauf

Die CSU musste indessen auf der kommunalen Ebene Federn lassen, erlebte zumindest punktuell geradezu ein Debakel, besonders auf dem Land. In Augsburg muss CSU-Oberbürgermeisterin Eva Weber die Segel streichen, in Regensburg reicht es trotz fast 20 Punkten Vorsprung im ersten Wahlgang nicht für Astrid Freudenstein, Schweinfurt geht nach 30 Jahren CSU-Dominanz an die SPD. Und vor allem: Abseits der Städte verlieren die Christsozialen ein gutes Dutzend der bayernweit 71 Landratsposten - vor allem an die Freien Wähler, aber auch an die Grünen.

Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger ist nach der Kommunalwahl obenauf - obwohl er das Image der "Bürgermeisterpartei" abschütteln und auch - vergeblich - in den Bundestag einziehen wollte. Der Wahlausgang zeigt nun: Die Freien Wähler sind genau dort stark, wo sie einmal herkamen - in der Kommunalpolitik. Die Zahl der Landräte wurde verdoppelt - von 14 auf 28. Doch auch zwei Oberbürgermeister-Posten konnten die Freien Wähler erobern.

Amtsbonus verliert an Bedeutung

Amtsinhaber haben es längst nicht mehr so leicht, in ihren Ämtern bestätigt zu werden. In den drei größten Städten Bayerns schaffte es lediglich der Nürnberger Oberbürgermeister Marcus König (CSU) wieder ins Amt - und auch das nur im zweiten Wahlgang. In vielen Städten wurden die Amtsinhaber abgewählt - darunter in Erlangen, Hof und in Aschaffenburg.

"Die Bereitschaft, Amtsinhaber in die Wüste zu schicken, ist gewachsen. Das zeigt, dass Wähler bereit sind, auch einmal anders zu wählen, wenn sie jemandem persönlich vertrauen", erklärt die Politologin Ursula Münch, Direktorin der Akademie für Politische Bildung in Tutzing. Die Wechselbereitschaft bei Kommunalwahlen sei relativ groß, die Parteibindungen nähmen ab.

Mit Informationen von dpa

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