Der Ölfilm um die beiden vor Anker liegenden Kreuzfahrtschiffe ist aus der Luft deutlich zu sehen.
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Der Ölfilm um die beiden vor Anker liegenden Kreuzfahrtschiffe ist aus der Luft deutlich zu sehen.
Bildrechte: Freiwillige Feuerwehr Passau e.V.
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Diesel-Wasser in Donau gelangt: "Deutlich wassergefährdend"

Diesel-Wasser in Donau gelangt: "Deutlich wassergefährdend"

Nach dem Vorfall in Passau, bei dem ein Flusskreuzfahrtschiff eine Diesel-Verschmutzung verursacht hat, laufen Ermittlungen, ob eine Umweltstraftat vorliegt. Der Kapitän wollte sogenanntes Ballastwasser ablassen, um das Schiff auszubalancieren.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Ein 400 Meter langer Ölfilm mitten auf der Donau hat am vergangenen Samstag die Einsatzkräfte beschäftigt. Ein Flusskreuzfahrtschiff hat die Donau mit einem Wasser-Kraftstoff-Gemisch verschmutzt. Aus Versehen – eigentlich wollte es nur Wasser ablassen. Rund 75 ehrenamtliche Feuerwehrkräfte waren rund neun Stunden im Einsatz und konnten Teile des Kraftstoffs wieder einfangen.

Schiff war auf Grund gelaufen und offenbar beschädigt worden

Das Flusskreuzfahrtschiff eines großen Schweizer Anbieters war nach Angaben der Passauer Polizei kurz auf Grund gelaufen und hatte sich festgefahren. Vermutlich wurde dabei eine Schweißnaht an einem Tank beschädigt, mutmaßlich im Bereich zwischen Diesel‑ und Wassertank.

Dadurch habe sich Diesel mit Wasser vermischt. Der Kapitän wollte nach Polizeiangaben sogenanntes Ballastwasser ablassen, um das Schiff auszubalancieren – ein regulärer Vorgang, mit dem ein Schiff je nach Beladung und Passagierzahl leichter oder schwerer gemacht wird. Statt reinen Wassers gelangte jedoch das Diesel‑Wasser‑Gemisch in die Donau.

Taucher konnte kein Leck finden

Ein Taucher konnte bislang von außen kein Leck erkennen, also muss das Loch innen sein, vermutet die Passauer Polizei. Die Weiterfahrt des Schiffs wurde bereits genehmigt. Es soll heute Nachmittag in eine Werft nach Linz fahren. Dort soll die kaputte Schweißnaht repariert werden. Gleichzeitig laufen die Ermittlungen der Wasserschutzpolizei Passau, um herauszufinden, ob eine Umweltstraftat vorliegt – auch hierfür braucht es eine technische Untersuchung in der Werft. Das Schiff hatte zum Zeitpunkt des Geschehens keine Passagiere an Bord. 

Feuerwehr konnte nicht alles an verschmutztem Wasser einfangen

Die Feuerwehr hatte am Samstag sofort sogenannte Ölsperren errichtet, ein orangenes dickes Band, das man um die betroffene Stelle herumlegt, um das Öl einzufangen. Die Feuerwehr konnte dabei schätzungsweise rund 1.000 Liter Diesel abpumpen. 

Wie viel Diesel noch auf der Donau schwimmt, ist derzeit unklar. Nach Einschätzung des Wasserwirtschaftsamts Deggendorf wurde nicht der gesamte Kraftstoff eingefangen. Diesel ist dort als "deutlich wassergefährdend" eingestuft. Bisher liegen laut Behörde keine Berichte über Schäden an der Gewässerökologie vor, etwa über ein Fischsterben.

400 Meter langer Ölfilm, Ölgestank in der Luft

Die Passauer Polizei schätzt, dass zwischen 1.000 und 5.000 Liter des Gemisches in den Fluss gelangt sind. Auf Drohnenaufnahmen der Feuerwehr war der etwa 400 Meter langer Ölfilm auf der Donau deutlich zu sehen.   

Der BR hat sich am Montagvormittag vor Ort ein Bild gemacht: Sichtbar ist der Ölfilm auf der Donau nicht mehr, aber der Geruch ist in der kompletten Altstadt weiterhin deutlich wahrnehmbar – vergleichbar mit dem Dieselgeruch an einer Tankstelle.

Wegen des Schiffsverkehrs besteht ohnehin ein Badeverbot in der Donau bei Passau. Es gibt demnach keine Badestellen. Damit entfallen Beprobungen und Badewarnungen durch das Gesundheitsamt. Inn und Ilz sind laut Landratsamt nicht betroffen, da diese flussaufwärts liegen.

Niedrigwasser erhöht Risiko für Schiffe auf Grund zu laufen

Das Auffahren auf Grund ist kein Einzelfall: Erst am vergangenen Donnerstag hatte sich ein Güterschiff auf der Donau bei Passau festgefahren. Bei Niedrigwasser steigt die Gefahr dafür laut Experten deutlich. Ein behördliches Fahrverbot besteht auf Bundeswasserstraßen bei Niedrigwasser jedoch nicht. Die Entscheidung über die Fahrt trifft allein der Schiffsführer oder die Reederei.

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