Niedrigwasser an der Donau am Ortsende von Passau
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Donau auf historischem Tiefstand: 3,69 Meter in Passau

Donau auf historischem Tiefstand: 3,69 Meter in Passau

Historische Niedrigwasserstände in Passau: Donau unterschreitet Rekordtief, Inn und Ilz nähern sich ihren niedrigsten Pegeln seit über 70 Jahren. Zwar soll es am Mittwoch etwas regnen, am Niedrigwasser dürfte sich vorerst kaum etwas ändern.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Oberbayern am .

In den Passauer Flüssen werden derzeit historische Niedrigwasserstände verzeichnet. Allen voran die Donau: Sie erreichte am Sonntag- und Montagmorgen einen Pegel von nur 3,69 Metern, wie Daten des gewässerkundlichen Dienstes in Bayern (GKD) zeigen. Damit liegt sie sogar unter dem bisherigen Rekordtief von 3,72 Metern vom 6. Dezember 1962, wie Daten der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes zeigen.

Anhaltende Trockenheit sorgt weiter für extrem niedrige Flusspegel

Die Ilz fiel am Pegel Kalteneck am Dienstag um 10 Uhr auf 51 Zentimeter. Am 14.08.2026 wurden nur noch 48 Zentimeter erreicht. Der bisher niedrigste Wert wurde laut Wasserwirtschaftsamt Deggendorf im Jahr 1947 mit 46 Zentimetern gemessen. Wasserstandswerte unter 50 Zentimeter seien darüber hinaus nur noch 1905, 1906, 1934 festgestellt worden. Der Pegel Kalteneck/Ilz liefert seit dem 18. Januar 1900 Wasserstände.

Pegelstände am Inn werden auch vom Kraftwerk beeinflusst

Für den Inn wurde am Pegel Marienbrücke am Sonntag um 9 Uhr ein Wasserstand von 1,0 Meter gemessen. Da der Pegel vom flussaufwärtsgelegenen Kraftwerk Ingling beeinflusst wird, müssen hier laut Wasserwirtschaftsamt die Tagesmittelwerte der Wasserstände betrachtet werden, da regelungsbedinge Wasserstandschwankungen einen Vergleich unmöglich machen. Der Tagesmittelwert des Wasserstands am Pegel betrug am Montag, 7. September 2026, 116 Zentimeter. Der niedrigste Tagesmittelwert betrug am 21. Oktober 2018 113 Zentimeter. Werte unter 120 Zentimeter Wasserstand im Tagesmittel wurden nur noch 1973, 2004, 2015, 2016 und 2017 gemessen. Der Pegel Passau Marienbrücke/Inn liefert seit dem 1. November 1969 Wasserstandswerte.

Als Ursachen nennt das Wasserwirtschaftsamt Deggendorf einen schneearmen Winter sowie Hitze und Trockenheit im Sommer.

Alte Stegpfeiler für frühere Fähre ragen weit aus dem Wasser

Der Passauer Journalist Hubert Denk vom Magazin "Bürgerblick" verfolgt die Entwicklung der Pegelstände seit Längerem. Er hat die alten Holzpfosten im Inn vermessen, die früher den Steg der Fähre zum Schaiblingsturm trugen. Diese historische Seilfähre verband bis 1957 das Altstadtufer mit der Innstadt. "Sie ragen so weit wie noch nie aus dem Wasser", sagt Denk. "Ich habe den am Ufer nächstgelegenen Pfosten gemessen: 51 Zentimeter", berichtet Denk in einem Video vom Sonntag (externer Link auf Facebook). Auch eine kleine Insel, die am Sonntag im Inn hervortrat, hat er in seinem Video dokumentiert.

Einschränkungen für die Schifffahrt in diesem Sommer

Wegen der geringen Pegelstände ist auch die Schifffahrt auf der Donau weiter eingeschränkt. Personen- bzw. Ausflugsschiffe müssen immer wieder Fahrpläne ändern oder anpassen.

Beispiel Passau: Die Ausflugsschifffahrt, ein wichtiger touristischer Bereich in der Dreiflüssestadt, muss ihre Routen etwas einschränken. Weil der Inn nicht mehr befahrbar ist, so Florian Noé von der Reederei Wurm & Noé.

Noé zum BR: "Ich habe so etwas in den 20 Jahren, in denen ich hier bin, noch nicht erlebt. Und meine Mitarbeitenden, die teilweise 40 Jahre hier sind, auch nicht". Sein nautisch-technischer Inspektor habe ihn Anfang der Woche informiert, dass bei den aktuellen Pegelständen die Einfahrt der Schiffe in den Inn nicht mehr möglich sei. Normalerweise fahren diese Ausflugsschiffe auf der Donau um die Ortsspitze herum und dann einige hundert Meter innaufwärts. Stellenweise seien hier wegen des seit Wochen andauernden Niedrigwassers schon Inseln zu sehen. Wenn es bis zum Wochenende regnet, so Noé, könnte es wieder gehen.

Regen verändert Niedrigwassersituation kaum

Frachtschiffe können die Donau wegen geringer Wassertiefen nicht mehr durchgehend voll beladen befahren. Außerdem häufen sich Vorfälle, bei denen Schiffe auf Grund laufen – darunter ein Kreuzfahrtschiff, das dadurch eine Diesel-Verschmutzung verursachte.

Der geringe Regen der vergangenen Tage konnte an der Niedrigwassersituation kaum etwas ändern. Und auch wenn ab Mittwoch ein Wetterumschwung mit Niederschlägen vorhergesagt wird, für den Rest der Woche soll es nur noch vereinzelt Schauer geben, es soll aber kühler werden.

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Niedrigwasser am Inn in Passau. Die alten Holzpfosten, die früher den Steg der Fähre zum Schaiblingsturm trugen, ragen weit aus dem Wasser.

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