Regenwolken ziehen über ein trockenes Maisfeld.
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Wie schnell erholt sich trockener Boden?

Wie schnell erholt sich trockener Boden?

Braune Wiesen, welke Bäume, mickriger Mais. Wenn Böden bei andauernder Hitze und Dürre austrocknen, leidet die Vegetation. Wieviel Regen und Abkühlung braucht es, bis sich dieser Trockenstress wieder ausgleicht? Denn auch Böden haben ein Gedächtnis.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Tiefrot sind die Dürrekarten des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) für Bayern – was so viel bedeutet, wie: So trocken wie im bisherigen August war der Boden statistisch gesehen seit 50 Jahren nicht. Vor allem der gesamte Boden bis zwei Meter Tiefe ist außergewöhnlich trocken.

Je länger Regen, desto besser

Aber wie schnell können sich einzelne Bodenschichten wieder erholen? Ganz grob gesagt reichen für die obere Bodenschicht ein paar Tage gleichmäßiger Regen, während sich der Gesamtboden bis etwa zwei Meter Tiefe sehr viel langsamer erholt. Erst einige Monate mit überdurchschnittlichen Regenmengen machen hier einen Unterschied.

Karte: So trocken sind die Böden in Deutschland

Wählen Sie in der interaktiven Grafik aus, ob Sie die Werte für den Ober- oder Gesamtboden sehen wollen.

Eine pauschale Antwort, wie schnell sich einzelne Bodenschichten erholen, gibt es nicht, sagt Susanne Hufe vom UFZ in Leipzig. Je nach Bodenart, Bodentiefe und abhängig davon, wie lange es regnet und wie warm es dabei ist, kommt überhaupt Feuchtigkeit im Boden an: Bei hohen Temperaturen verdunstet die Feuchtigkeit noch in der Luft, aus der obersten Erdschicht oder über das Pflanzengrün gleich wieder.

Erholung ist abhängig von mehreren Faktoren

Bei durchschnittlichen Temperaturen allerdings "sieht man es schnell im eigenen Garten: Wenn es regnet, sprießt das Grün wieder." Gräsern, Sträuchern und allen einjährigen Kulturen hilft das, auch in der Landwirtschaft. Wobei die Unterschiede gravierend sein können, je nachdem, wie verdichtet ein Boden ist. Große Regenmengen, etwa bei Gewittern, fließen dort über Bäche und Flüsse besonders schnell ab, ohne im Boden zu versickern.

Kein dauerhafter Schaden durch Dürre

Wenn es nach einer längeren Dürre regnet, "springt der biologische Motor im Boden wieder an", sagt Martin Wiesmeier von der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL). Regenwürmer und Mikroorganismen werden dann wieder aktiv. Böden werden also durch eine lange Trockenheit nicht wirklich geschädigt.

Böden haben ein Gedächtnis

Allerdings kann man auch in Bayerns Böden beobachten, dass in den vergangenen Jahren die Wasserspeicherkapazität zurückgegangen ist. Martin Wiesmeier leitet die Arbeitsgruppe "Humus" an der LfL in Weihenstephan. In zu trockenen Wintermonaten werden die Wasserreserven im Boden nicht vollständig aufgefüllt. "Wir sind über die Jahre kontinuierlich in ein Defizit geraten", sagt Wiesmeier. Das beeinträchtigt die Böden dann im Sommer zusätzlich.

Böden resilient gegen Dürre machen

Damit Böden mit Hitze und Trockenheit besser zurechtkommen, gilt für Gartenbesitzer wie für Landwirte das Gleiche: den Boden möglichst schonend bearbeiten, bedeckt lassen, etwa mulchen, die Bodenstruktur fördern.

Auch Landsberg am Lech ist im Trockenstress

Michael Siller ist Forstamtsleiter der Stadt Landsberg am Lech. Normalerweise fallen dort 1.000 Liter Niederschlag im Jahr, bis Mitte August waren es nur ungefähr 350 Liter. "Da fehlt uns sonst ganz gewaltig was", sagt Siller und rechnet vor: "Wenn es die nächsten sieben bis zehn Tage mal 200 Liter regnen würde, wäre der Natur einigermaßen geholfen".

Je tiefer, desto länger dauert die Regeneration

Die Bodenschichten bis zwei Meter Tiefe, die relevant für Wälder, das Grundwasser und Pegel in Bächen und Flüssen sind, brauchen länger. Wichtig auch dafür: ein besonders nasses Winterhalbjahr, wo die Vegetation wenig Feuchtigkeit verbraucht und mehr Feuchtigkeit im Boden und im Grundwasser ankommt. "Als Richtwert kann ein halbes Jahr mit mindestens durchschnittlichem Niederschlag angesetzt werden", sagt Susanne Hufe vom UFZ.

Niederschläge versorgen im Winter den Boden, im Frühjahr die Pflanzen

Aber schon im Frühjahr werden die oberen Bodenschichten auch im Wald wieder wichtig. Michael Siller hat mit seinem Forstamtsteam im Frühjahr 10.000 bis 15.000 junge Setzlinge gepflanzt. "Dummerweise hat der April quasi keinen Niederschlag gebracht", erzählt Siller. Genau der Zeitraum, in dem die Wurzeln Wasser saugen müssen. 70 bis 80 Prozent dieser Setzlinge seien vertrocknet, sagt Siller, "weil ein Gießen im Wald keinen Sinn macht".

Dürrejahre werden häufiger

Der Langzeittrend zeigt, dass die Jahre mit ausgeprägter Dürre häufiger werden: Seit 2016 war der Gesamtboden in vier Jahren (2018, 2019, 2020 und 2022) bundesweit überdurchschnittlich trocken. Regionale Dürren gab es mit Ausnahme des Hochwasserjahres 2024 jedes Jahr. Zum Vergleich: Von Aufzeichnungsbeginn 1950 bis 2016 war nur das Jahr 1976 besonders trocken, nur vereinzelt gab es Jahre mit regionalen Dürren. 

Dieser Artikel ist erstmals am 18. August 2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.

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