Auf dem Bild ist ein Smartphone zu sehen auf dem die Nummer der Telefonseelsorge zu sehen ist
Auf dem Bild ist ein Smartphone zu sehen auf dem die Nummer der Telefonseelsorge zu sehen ist
Bild
(Symbolbild) Viele Hilfsangebote sind auch über die Feiertage erreichbar
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Michael Kappeler
Schlagwörter
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Michael Kappeler
Audiobeitrag

(Symbolbild) Viele Hilfsangebote sind auch über die Feiertage erreichbar

Audiobeitrag
>

Einsamkeit an Weihnachten: An diese Stellen kann ich mich wenden

Einsamkeit an Weihnachten: An diese Stellen kann ich mich wenden

Weihnachten ist für viele ein Fest der Familie und Freunde. Doch nicht alle können oder wollen die Feiertage mit anderen verbringen. Deshalb gibt es eine Vielzahl von Angeboten für Menschen, die sich über die Feiertage einsam fühlen.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Weihnachten ist ein Fest, das in der Vorstellung vieler Menschen durch das Zusammensein mit der Familie geprägt ist. Und wenn nicht mit der Familie, dann doch zumindest durch das Zusammensein und die Gemeinschaft mit anderen. Viele Menschen können oder wollen Weihnachten aber nicht mit anderen verbringen und fühlen sich einsam. Ein Überblick über offene Hilfsangebote an Weihnachten.

Psychiatrischer Krisendienst Bayern

Die Leitstelle des psychiatrischen Krisendienstes ist rund um die Uhr besetzt und bietet kostenlose telefonische Unterstützung in mehr als 120 Sprachen an, auf Wunsch auch anonym. Die Mitarbeitenden beraten Betroffene und Angehörige, vermitteln bei Bedarf Behandlungsangebote und schicken in akuten Notfällen auch mobile Einsatzteams zu Hausbesuchen. Solche Teams gibt es in allen bayerischen Landkreisen.

Telefonische Angebote

Wer nur reden möchte und dabei nicht den persönlichen Kontakt sucht, kann telefonische Angebote wahrnehmen, beispielsweise die "Telefonseelsorge", die für alle Menschen zugänglich ist. Die "Nummer gegen Kummer" ist ein Angebot, das sich vor allem an junge Menschen richtet, "Silbernetz" wendet sich vor allem an ältere Menschen. Wer nicht telefonieren möchte, kann sich via SMS oder WhatsApp über den "Krisenchat" Hilfe holen.

Angebote in Präsenz

Auch für Menschen, die Weihnachten lieber mit anderen feiern wollen, gibt es in ganz Bayern Angebote. In Ansbach organisiert die Evangelische Allianz an Heiligabend wie jedes Jahr das Weihnachtsessen "Brücke zum Nächsten". Ab 18.00 Uhr gibt es ein Buffet mit Getränken, einer Lesung der Weihnachtsgeschichte und ein Kinderprogramm.

In Augsburg startet im Rosenaustadion bei Live-Musik die alljährliche Stadtweihnacht – kostenlos für rund 500 Obdachlose und Bedürftige. Die Gäste werden im geschmückten Saal erst mit Kaffee und Kuchen und im Anschluss mit Rindsgulasch und Spätzle bewirtet.

In Deggendorf organisiert die Caritas an Heiligabend von 15 bis 18 Uhr ein festliches Weihnachtsmenü, begleitet von Liedern, dem Weihnachtsevangelium und dem gemeinsamen Singen von "Stille Nacht". Jeder Besucher erhält ein kleines Geschenk.

Unter dem Motto "Einsam? Nicht an Weihnachten!" lädt die Katholische Kirchenstiftung St. Ulrich am Heiligabend ab 17 Uhr ins Pfarrheim Maria unterm Kreuz in Königsbrunn ein. Es sei eine Einladung an alle, die Heiligabend nicht allein zu Hause feiern wollen.

Der Münchner Hauptbahnhof wird am 24. Dezember zur Kirche: Die Bahnhofsmission lädt zum ökumenischen Gottesdienst ein, der um 16.30 Uhr neben dem Reisezentrum – gegenüber der Gleise 12 und 13 – beginnt. Ab 18 Uhr lädt dann der katholische Männerfürsorgeverein noch ins Münchner Hofbräuhaus ein.

Initiative bringt Menschen virtuell und persönlich zusammen

Die Initiative "Keine(r) bleibt Allein" möchte Menschen zusammenbringen, die nicht allein sein wollen. Gegründet hat sie der Unternehmensberater Christian Fein aus einer eigenen Einsamkeitserfahrung heraus: 2016 hatte er sich kurz vor Weihnachten von seiner damaligen Frau getrennt und deshalb vor dem Alleinsein über Weihnachten Respekt. Über Twitter sucht er sich Gleichgesinnte, um mit ihnen die Feiertage virtuell zu verbringen.

Über Facebook und Instagram vermittelt "Keine(r) bleibt allein" Menschen, die einen Platz zum Mitfeiern anbieten oder suchen. Die Plätze werden anhand von Wohnort sowie Alter, Geschlecht und Hobbys vermittelt. Im vergangenen Jahr hätten sich um die 60.000 Menschen gemeldet, die Mehrheit wollte einen Platz anbieten. Bis zu 19.000 Paarungen entstanden auf diesem Wege.

Digitales Weihnachts-Angebot

Der Verein "Wege aus der Einsamkeit e.V." organisiert am 25. Dezember 2025 um 15 Uhr eine digitale Weihnachtsfeier. Dazu sind alle eingeladen, wer möchte, kann auch etwas beitragen - Gedichte, Geschichten, Spiele oder Rätsel sind willkommen.

Um Krisen und Konflikte zu vermeiden, raten die Experten, sich immer wieder Auszeiten zu gönnen. Wer an Einsamkeit leidet, könne sich für die Feiertage auch einen Theaterbesuch vornehmen oder sich ehrenamtlich engagieren, beispielsweise bei Aktionen für Bedürftige.

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!