Seit Monaten wartet München darauf, dass sie zurückkommt, die legendäre Eisbach-Welle im Englischen Garten. Immer wieder tauchte sie kurz auf - meist auf illegale Weise hergestellt - und verschwand entsprechend schnell wieder. Jetzt ist die Welle erneut wieder da, sie kam ganz unerwartet über Nacht. Es dauerte erwartungsgemäß nicht lang, bis die ersten Surfer die weltberühmte Welle ritten. Und das wiederum zog in kürzester Zeit auch zahlreiche Schaulustige an.
Kein Osterwunder – sondern Strömungsmechanik
Manche wollen im überraschenden Auftauchen der Eisbachwelle ein kleines Osterwunder erkennen - und das am Karfreitag. In Wahrheit steckt nichts anderes dahinter als ein strömungsmechanischer Effekt. Ob der allerdings auf natürlichem Wege entstand, oder ob erneut jemand nachgeholfen hat, war am Freitag unklar.
Denn in den vergangenen Monaten waren immer wieder in Nacht- und Nebelaktionen illegale Einbauten ins Wasser gehängt worden, damit sich die Welle erneut auftürmt - zuletzt vor einer Woche. Die Stadt ließ das eingebaute Gitter aber umgehend entfernen.
Welle seit Monaten verschwunden
Im April 2025 war an der bei Touristen und Wassersportlern aus aller Welt beliebten stehenden Surfwelle eine 33 Jahre alte Surferin ums Leben gekommen, nachdem sich ihre Sicherheitsleine am Grund des Eisbachs verhakt hatte. Danach wurde sie vorübergehend gesperrt. Und verschwand nach der Bachauskehr im vergangenen Herbst ganz - zum Verdruss der Surf-Gemeinde und vieler Touristen. Es fanden mehrere erfolglose Versuche statt, die Welle wieder verlässlich surfbar zu machen. Seit Februar ist das Surfen per Allgemeinverfügung verboten, das Einhängen von Brettern oder Gittern ebenso.
Neu gewählter OB will Welle endgültig wieder auferstehen lassen
Münchens neu gewählter Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) hatte gerade erst angekündigt, dass die Welle spätestens zum Start in die Sommerferien wieder zum Surfen freigegeben werden soll. Wie sie sich wieder aufbauen soll, ließ er allerdings unklar. Die Stadt befinde sich "in einem guten Austausch" mit der Surfer-Community, um eine sichere und gemeinsam getragene Lösung für die Wiedereröffnung zu entwickeln, sagte Krause. Auch Experten aus dem Universitätsbereich seien in die Gespräche involviert. "Die Eisbachwelle ist Ausdruck des entspannten Lebensgefühls unserer Stadt und ein echtes Wahrzeichen. Mein Ziel ist, dass das Surfen bald wieder möglich ist, spätestens bis zum Sommer", so Krause wörtlich.
Mit Informationen von dpa
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