Die deutschen Rüstungsunternehmen TDW und Stark Defence haben auf einem Sprengplatz in Bayern Gefechtsköpfe für die Kamikazedrohne Virtus getestet. Es gab eine heftige Detonation und tief durchlöcherte Platten aus Panzerstahl – alles verlief den Angaben nach kontrolliert unter Laborbedingungen. Die Kamikazedrohne habe bei dem Test mehr als 80 Zentimeter Panzerstahl durchschlagen, heißt es vom Drohnenhersteller Stark Defence. Der Test fand auf einem Sprengplatz in Bayern statt, weil das Rüstungsunternehmen TDW im oberbayerischen Schrobenhausen sitzt. TDW stellt die Gefechtsköpfe für die Kamikazedrohnen Virtus her und arbeitet mit Stark Defence dafür zusammen.
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Verantwortlich für Großteil von Abschüssen in Ukraine
Wie wichtig solche Kamikazedrohnen sein können, zeigt ein Blick auf das Schlachtfeld in der Ukraine. Kamikazedrohnen zählen zur sogenannten "Loitering Munition" – auf Deutsch lässt sich das in "lauernde Munition" übersetzen. Das sind Drohnen mit einem Sprengkopf, die zunächst in der Luft kreisend warten und auf Befehl sich dann auf ein Ziel stürzen und explodieren. Diese Loitering Munition sei für 70 Prozent aller Abschüsse verantwortlich, erklärt der TDW-Geschäftsführer Andreas Seitz.
Die Virtus-Drohne könnte im Einsatz dann mehr als 100 Kilometer an Distanz zurücklegen und länger als eine Stunde in der Luft fliegen, so der Vizepräsident von Stark Defence, Josef Kranawetvogl. Außerdem sagt er, dass die Waffe im Kern jetzt schon einsatzbereit sei und man sie derzeit noch an die Nato-Vorschriften anpasse. Ob die Bundeswehr für ihre Kamikazedrohnen auf das Virtus-Modell von TDW und Stark Defence setzen will, ist noch nicht sicher. Für diesen Lieferauftrag bieten auch die Unternehmen Helsing und Rheinmetall mit.
Bis zu hunderttausende Sprengköpfe möglich
Der dazugehörige Sprengkopf-Entwickler TDW aus Schrobenhausen plant jetzt schon mit einer großen Nachfrage. Geschäftsführer Seitz erklärt, man rüste jetzt so auf bei der TDW, dass man auch in Zehntausenden oder sogar Hunderttausenden Stück von diesen standardisierten Loitering-Munition-Gefechtsköpfen denken könne - und diese dann auch liefern werde.
Sechs Batterien bis 2029
Die Bundeswehr warnte davor, vorschnell Schlüsse aus den Ergebnissen zu ziehen. Aber auch sie hat bereits konkrete Jahreszahlen genannt, wann solche Kamikazedrohnen bereitstehen sollen. Konkret hat sich der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Christian Freuding, dazu im November beim Parlamentarischen Abend des Förderkreises Deutsches Heer geäußert. Dort sagte er: "Wir haben Testungen begonnen, im fairen Wettbewerb, und wollen bis 2027 die erste Batterie mittlerer Reichweite einsatzbereit machen, bis 2029 fünf weitere." Eine Batterie entspricht in der Größe einer Kompanie aus 60 bis 150 Soldaten.
Mit Information von dpa.
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