Jugendliche sitzen vor Fotos in einem Workshop.
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Jugendliche bei Studientagen im Max Mannheimer Haus in Dachau, einer Einrichtung des Bayerischen Jugendrings.
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Jugendliche bei Studientagen im Max Mannheimer Haus in Dachau, einer Einrichtung des Bayerischen Jugendrings.

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Erinnerung ohne Zeitzeugen: Wie sich Bildung verändern muss

Erinnerung ohne Zeitzeugen: Wie sich Bildung verändern muss

81 Jahre nach der Befreiung vom Nationalsozialismus leben nur noch wenige Zeitzeugen. Wie muss sich Erinnerungskultur weiterentwickeln, damit sie junge Menschen erreicht? Darüber diskutiert der Bayerische Jugendring in Nürnberg.

Über dieses Thema berichtet: BR24 TV am .

Im Max Mannheimer Studienzentrum in Dachau, einer Einrichtung des Bayerischen Jugendrings (BJR), ist gerade eine Schulklasse aus Hagen in Nordrhein-Westfalen zu Gast. In unmittelbarer Nähe zur KZ-Gedenkstätte beschäftigen sie sich eine Woche lang intensiv mit der NS-Zeit – und das nicht aus historisch-distanzierter Perspektive. Stets schwingt die Frage mit, welche Lehren sie für ihr eigenes Leben ziehen und wie sie sich für die Demokratie einsetzen können.

Jugendliche sollen Antisemitismus erkennen

Vor allem geht es laut der pädagogischen Leiterin Felicitas Raith darum, den jungen Menschen die Strukturen von Antisemitismus und Rassismus klarzumachen. Das gelinge vor allem dadurch, dass sie die Schicksale der von den Nationalsozialisten verfolgten und ermordeten Menschen kennenlernen. "Viele Jugendliche kennen keine jüdischen Menschen, deswegen ist es für sie ein sehr abstraktes Phänomen, das mit ihrem Alltag vermeintlich nichts zu tun hat", erklärt Raith, "obwohl Antisemitismus so weit verbreitet ist und Jugendliche natürlich beispielsweise im Internet viel mit Antisemitismus konfrontiert sind, ohne ihn zu erkennen."

Berichte von Zeitzeugen beeindrucken

Deshalb beschäftigen sich die Zwölftklässler aus Hagen auch mit der Propaganda der Nazis. Fotos und Zeitungsartikel zeigen ihnen, dass Jüdinnen und Juden in der NS-Zeit durchweg stereotyp und behaftet mit negativen Eigenschaften dargestellt wurden, um Hass in der Bevölkerung zu schüren. Demgegenüber stehen die Erzählungen von Überlebenden und Besuche in der nahen KZ-Gedenkstätte. Beides macht auf die Jugendlichen großen Eindruck. "Das Krematorium fand ich sehr erschütternd, und die realen Sachen, die der Zeitzeuge uns erzählt hat", sagt etwa Elias Brinkmann. Emilia Steffen hat vor allem die Größe des Konzentrationslagers erschreckt. "Wo ich das alles gesehen hab, fühlt sich das so nah an", findet sie.

Erinnerungsorte schaffen bleibende Eindrücke

Intensives Lernen an authentischen Erinnerungsorten, ohne schulischen Notendruck – aus Sicht des BJR ist das der richtige Weg in der Bildungsarbeit mit jungen Menschen. Dazu gehören die KZ-Gedenkstätten, aber auch Orte wie Nürnberg als "Stadt der Täter", wie Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König (CSU) auf der BJR-Vollversammlung an diesem Wochenende in Nürnberg betonte. In Nürnberg hielt die NSDAP ihre Reichsparteitage ab. Die Bildungsangebote müssten stets auch eine Brücke zum Heute schlagen und fragen, was wir für die Gegenwart aus der Geschichte lernen können, so König.

Der BJR ermunterte Delegierte und Gäste dazu, Jugendlichen entsprechende Angebote zu machen. Lernen an Erinnerungsorten, "das macht mit jungen Menschen was", meint BJR-Präsident Philipp Seitz. "Sie stellen sich Fragen, sie nehmen Eindrücke mit, und gerade diese Eindrücke, die sind ja bleibend."

BJR: Jugendarbeit ist Demokratiearbeit

Bildungsangebote wie die des Max Mannheimer Studienzentrums in Dachau (externer Link) sind aus Sicht des BJR-Präsidenten der beste Schutz vor Rechtsextremismus. Jugendarbeit müsse Haltung für Vielfalt, Toleranz und Menschenfreundlichkeit beziehen. "Letzten Endes ist Jugendarbeit auch Demokratiearbeit", so Seitz. "Von daher brauchen wir starke Strukturen und starke finanzielle Mittel, wir brauchen stabile Rahmenbedingungen und Verlässlichkeit in der Förderung."

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