Immer wieder ertönen die Rufe "Weg! Weg! Weg! Die Mullahs müssen weg!". Die 300 Exil-Iraner am Münchner Odeonsplatz hoffen auf einen baldigen Regimewechsel. Obwohl die immer noch spärlichen Informationen aus dem Iran darauf hindeuten, dass die Massenproteste auf den Straßen vor Ort abebben.
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Massive Gewalt im Iran
Das sei angesichts der massiven Gewalt verständlich, sagen die Protestierenden. Sie zeigen viele Portraitaufnahmen von Menschen, die im Iran vermisst werden. Sie dürften zu den unzähligen Toten zählen, die von Angehörigen der Staatsmacht erschossen worden sind. Laut Angaben eines Insiders aus der Regierung seien mindestens 5.000 Menschen getötet worden.
Surin Zakikhani, eine der Sprecherinnen der Veranstalterorganisation "Women.Life.Freedom e.V.", fordert daher, "dass der Unterdrückungsapparat des Regimes, die Revolutionsgarden, als terroristische Organisation anerkannt wird".
Rolle des Schah-Sohnes sehr umstritten
"Women.Life.Freedom" wurde in vielen Städten der westlichen Welt gegründet, nachdem die junge Mahsa Amini im Jahr 2022 von der islamischen Republik umgebracht worden war. Die Männer und Frauen dieses Netzwerks verstehen sich als parteipolitisch neutrale Opposition zum Mullah-Regime. Allerdings sind sie im Gegensatz zu vielen konservativeren Exil-Iranern gegen eine führende Rolle des Schah-Sohnes Reza Pahlewi in der Oppositionsbewegung.
Während die konservativen Kräfte glauben, dass nur Reza Pahlewi die Ausstrahlung habe, die viele Oppositionsströmungen zu einen, befürchten die Anhänger einer liberalen Republik, dass der Schah-Sohn die Umsturzbewegung nach und nach für seine eigenen Zwecke kapern könnte. So wie es Ayatollah Chomeini Ende der 1970er Jahre mit der damaligen Revolutionsbewegung gegen den Schah getan habe.
Die Hoffnung lebt
Die Veranstalter der Demo in München sind zuversichtlich, dass die Kräfte der Opposition ausreichen, um in absehbarer Zeit einen Machtwechsel herbeizuführen. Rebee Mokhtari Nejad von "Women.Life.Freedom" hält das Regime für sehr geschwächt. "Allein schon die barbarische Reaktion auf die vielen Proteste im Inneren des Landes zeigt jetzt auch, wie sehr die Mullahs im Grunde genommen um ihre Macht fürchten". Auch die Internetsperre, die am Tag der Demo am Odeonsplatz schon zehn Tage lang währt, sei eigentlich ein Zeichen der Schwäche.
Im Audio: 300 Exil-Iraner demonstrieren am Münchner Odeonsplatz
Surin Zakikhani von Women.Life.Freedom Munich e.V.
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