Ein Schiff auf einem Fluss.
Ein Schiff auf einem Fluss.
Bild
In diesem Jahr ein eher selteneres Bild: Ein Ausflugsboot am Donaudurchbruch bei Weltenburg.
Bildrechte: stock.adobe.com/mojolo
Schlagwörter
Bildrechte: stock.adobe.com/mojolo
Audiobeitrag

In diesem Jahr ein eher selteneres Bild: Ein Ausflugsboot am Donaudurchbruch bei Weltenburg.

Audiobeitrag
>

"Existenziell schlimm": Niedrigwasser setzt Donau-Schifffahrt zu

"Existenziell schlimm": Niedrigwasser setzt Donau-Schifffahrt zu

Der trockene Sommer hat für extrem niedrige Flusspegel gesorgt - auch an der Donau. Der berühmte Donaudurchbruch war monatelang nicht befahrbar Das spüren die Kelheimer Schifffahrtsunternehmen - für die kommende Saison ändern sie den Fahrplan.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Niederbayern am .

Die Ausflugsschifffahrt an der Donau hat das anhaltende Niedrigwasser im vergangenen Sommer unterschiedlich gut weggesteckt. Während sich die Unternehmen in Regensburg und Passau zufrieden zeigen, spricht man in Kelheim von einer existenziell schlechten Saison.

Fehlende Fahrten im Donaudurchbruch wirken sich aus

Hier mussten die Fahrten durch den berühmten Donaudurchbruch seit Juni fast durchgängig ausfallen, berichtet Karin Steibl-Lotter von der Steibl Personenschifffahrt. Es sei finanziell "die schlechteste Saison in der Geschichte der Kelheimer Schifffahrt" gewesen. Teilweise wurde Kurzarbeit eingeführt. "Das geht jetzt langsam in Richtung existenziell schlimm, das kann man glaube ich durchaus sagen", so die Geschäftsführerin. Man merke in der ganzen Stadt, dass weniger los sei, wenn die Schiffe nicht durch den Donaudurchbruch fahren können.

"Sagen wir mal so: Sie war nicht gut", bilanziert Andreas Schweiger vom Personenschiffsverkehr Schweiger die Saison. Die Umsatzeinbußen schränken ihm zufolge die Möglichkeiten ein, "zu investieren, was man gern investieren möchte". Der Wasserstand beschäftige die Schifffahrtsunternehmen in Kelheim schon länger – "wir sind hier eben weit im Oberlauf der Donau", so Schweiger.

Hoffnung auf kommende Saison: mehr Fahrten durchs Altmühltal

Als Ersatz bieten die Schifffahrtsunternehmen derzeit noch Rundfahrten zum Hafen Saal an. Auch die Schifffahrt im Altmühltal war immer möglich. "Aber das fängt niemals die Umsätze auf, die uns verloren gehen, wenn der Donaudurchbruch nicht befahrbar ist", betont Steibl-Lotter. Sie habe die Saison abgehakt. Für die kommende Saison haben die Kelheimer Schifffahrtsunternehmen jetzt den Fahrplan angepasst, auch als Reaktion auf das Niedrigwasser der Donau.

Sie bieten ab Mai mehr Fahrten auf dem Main-Donau-Kanal durch das Altmühltal an: täglichen Linienverkehr nach Riedenburg und mehrere Tagestouren nach Beilngries. Hier sind sie nicht vom Pegel abhängig. "Da ist gestaut, da haben wir die Wassertiefen, die wir brauchen. Auch bei Hochwasser hätten wir keine Probleme mit den Brückendurchfahrtshöhen, da können wir immer fahren und den Gästen diese schöne Landschaft zeigen", sagt Andreas Schweiger zuversichtlich gegenüber dem BR. Die ersten Buchungen habe man schon.

Regensburg und Passau profitieren von Staubereichen

In Regensburg und Passau sind die Schifffahrtsunternehmen Klinger sowie Wurm & Noé weitgehend zufrieden mit der Saison: Die Strudel-, Walhalla- und Dreiflüsse-Rundfahrten konnten stattfinden. "Unsere Fahrstrecken befinden sich größtenteils im Staubereich, und deswegen waren wir wenig betroffen vom Niedrigwasser", bilanziert Margit Noé. Die Schiffe hätten einen niedrigen Tiefgang. In Passau fuhren ihre Schiffe aber zeitweise nicht in den Inn. Klinger-Chefin Susanne Völkl musste die wöchentlichen Fahrten von Regensburg nach Kelheim ausfallen lassen. Ohne die Anschlussroute zum Kloster Weltenburg sei die Fahrt für die Gäste weniger attraktiv.

Auch Bahnbaustellen haben Folgen für Schifffahrt

Ausgewirkt habe sich auch "die relativ große Hitze, da sind dann eben nicht mehr so viele Leute unterwegs", so Völkl. Und auch die Folgen der Bahnbaustellen auf den Strecken von Passau und Nürnberg nach Regensburg habe sie gespürt. Aus Österreich und Franken seien weniger Besucher gekommen. Die Ausflugsschiffe in Regensburg, Passau und Kelheim fahren noch bis Ende Oktober/Anfang November.

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!