Darum geht’s:
- Neu an der aktuellen Desinformationskampagne ist, dass einzelne Kandidaten auf Landes- und Kommunalebene angegriffen werden.
- Desinformationskampagnen sind wie Drohnenvorfälle oder Sabotageversuche Teil der hybriden Kriegsführung Russlands gegen Deutschland und Europa. Das Ziel: Unsicherheit zu streuen und die Demokratie sowie die Unterstützung der Ukraine zu untergraben.
- Der Kreml unterhält ein ganzes System von Sub-Dienstleistern und Spezialeinheiten für Desinformationskampagnen.
Grundlage dieses Texts ist eine Recherche von Joscha Weber von DW Faktencheck aus dem ARD Faktencheck Netzwerk.
Eric Stehr steht als Kandidat für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt für die Partei Die Linke auf Listenplatz 2. Der Student, Mitte 20, ist stellvertretender Landesvorsitzender der Partei, bislang aber noch nicht im Parlament. Im Wahlkampf ist er in den Fokus mutmaßlich russischer Desinformation geraten. Posts auf sozialen Netzwerken verbreiten massive Lügen über ihn, wie zum Beispiel, dass er seine Großmutter ermordet habe, um ihre Wohnung zu erben. Oder dass er die Bauhaus Universität Weimar dabei unterstütze, westdeutschen Studenten bessere Noten zu geben. "Ich möchte nicht, dass sowas im Internet steht", sagt Stehr im Interview mit Deutsche Welle Faktencheck. "Aber ich weiß andererseits, ich kann dagegen nichts tun."
Die Lügen über Stehr wurden in englischsprachigen Fake-Videos mit Logos bekannter deutscher Medien wie "FAZ", "SternTV", "ARD" oder "SpiegelTV" verpackt. Eine Recherche von Deutsche Welle Faktencheck mithilfe von Daten des anonymen Recherchekollektivs "Antibot4Navalny" zeigt: Die Angriffe auf Eric Stehr sind ein Teil einer größeren Desinformationskampagne mutmaßlich russischen Ursprungs. Sie zielt auf die anstehenden Wahlen in Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern im September. DW Faktencheck und Antibot4Navalny zählten mehr als 180 Fake-Posts auf den Plattformen X, Bluesky und TikTok.
Desinformation "nur ein Ausschnitt" der hybriden Kriegsführung
Auch der Bundesverfassungsschutz warnt: Laut ihm sind die Fakes Teil der bereits bekannten Desinformationskampagne "Matryoshka". Der Nachrichtendienst schreibt in einer Pressemitteilung, das aggressive Vorgehen der Informationsmanipulationskampagne Matryoshka zeige erneut, "dass Desinformation und Informationsmanipulation zentrale Instrumente hybrider Bedrohungen darstellen." Auch angesichts der hybriden Angriffe Russlands sei "mit weiteren Aktivitäten zu rechnen, die Spaltlinien verstärken, demokratische Amtsträger diskreditieren, den Wahlprozess beziehungsweise das Wahlergebnis in Frage stellen und Positionen der russischen Staatsführung verstärken sollen", heißt es darin weiter.
Ist die Desinformation vor den Wahlen im September tatsächlich Teil eines hybriden Kriegs, den Russland gegen uns führt?
Ja, meint Mateusz Łabuz. Er forscht zu kognitiver Kriegsführung und hybriden Bedrohungen am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Uni Hamburg und sagt im Interview mit dem #Faktenfuchs: "Es geht nicht nur um Desinformation. Das ist nur ein Ausschnitt davon." Die russische Staatsführung nutze das gesamte Repertoire der hybriden Kriegsführung, um Deutschland und Europa anzugreifen. "Schließlich gibt es auch Sabotageversuche, Drohnenflüge über Infrastruktureinrichtungen, Beschädigungen von Unterseekabeln oder Störungen des GPS."
In jüngerer Vergangenheit gab es mehrere solcher Vorfälle: Laut einer Recherche von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung von Mitte August 2026 etwa haben Ermittler im Spätsommer 2025 ein geheimes Waffendepot bei Berlin entdeckt. Das Bundesamt für Verfassungsschutz habe der Recherche zufolge Hinweise darauf, dass es sich um ein geheimes Waffendepot russischer Geheimdienste handelt. Und am 4. August 2026 wurde am Flughafen in Leipzig eine Drohne mit Sprengstoff gefunden. Anfang September machte die Bundesregierung Russland für den Vorfall verantwortlich.
Russland nutze dabei die Lücken in Systemen aus, um zu zeigen: "Wir können euch erreichen, ihr seid nicht sicher", so Łabuz. "Ich glaube, das Schlimmste ist diese psychologische Wirkung. Die Leute vertrauen dem Staat nicht mehr und denken: 'Ok, unser Land könnte uns nicht schützen, wir sind angreifbar'." Diese Wirkung entfalte sich erst aus der Kombination unterschiedlicher hybrider Angriffe. Die langfristigen strategischen Ziele Russlands seien es dabei, das Demokratiemodell und die Unterstützung der Ukraine zu untergraben.
Persönliche Angriffe auf einzelne Kommunal- und Landespolitiker sind neu
Nicht nur Eric Stehr von der Linken, auch Politiker anderer Parteien wurden Opfer der Diskreditierung durch Fakes vor den anstehenden Wahlen. In einem X-Post wurde etwa behauptet, Kai Wegner, der Regierende CDU-Bürgermeister von Berlin, habe versucht, einen Profi-Tennisspieler zu ermorden, oder der Ministerpräsident Niedersachsens, Olaf Lies von der SPD, stehe unter Verdacht, Minderjährige sexuell missbraucht zu haben. Über Andreas Silbersack, Fraktionsvorsitzender der FDP im Sachsen-Anhalter Landtag, wird in einem weiteren Post behauptet, er habe sich geweigert, die Arztkosten für eine Sexarbeiterin zu bezahlen, nachdem er sie körperlich verletzt habe.
Mit Fake-Nachrichten im Design bekannter Medien wie diesen sollen Politiker vor den Wahlen im September diskreditiert werden.
Für all diese Behauptungen gibt es keinerlei Belege. Julia Smirnova, Desinformationsforscherin am gemeinnützigen Thinktank Center für Monitoring, Analyse und Strategie (CeMAS), sagt im Interview mit der DW: "Es ist neu für russische Einflusskampagnen, dass konkrete Kandidatinnen auf Ebene von Landtagswahlen angegriffen werden." Sogar einzelne Kommunalpolitiker sind in den Daten von Antibot4Navalny von den Fakes betroffen.
Auch für Konfliktforscher Mateusz Łabuz sind die Angriffe auf Politiker auf Kommunal- und Landesebene neu. "Ich sehe darin eine erhebliche Gefahr, da auf den unteren Ebenen Stimmenverschiebungen in der Regel mehr Gewicht haben", so Łabuz.
Fakes sollen Spaltung Deutschlands vertiefen
Andere Videos derselben Desinformationskampagne sollen die Spaltung zwischen Ost- und Westdeutschland vertiefen. Ein Fake-Video mit dem Logo der Europäischen Statistikbehörde Eurostat berichtet zum Beispiel davon, dass angeblich eine große Mehrheit der Westdeutschen die Wiedervereinigung mit Ostdeutschland als einen historischen Fehler betrachte. Eurostat schreibt der Deutschen Welle dazu: "Das ist ein Fake-Video, Eurostat hat es nicht produziert. Eurostat hat auch nicht die im Video erwähnte Umfrage durchgeführt."
Der ARD-DeutschlandTrend vom Oktober 2025 zeigt, die Stimmung in der Bevölkerung ist in Wirklichkeit eine andere: 64 Prozent der Westdeutschen sind demnach mit dem Stand der deutschen Wiedervereinigung zufrieden, in Ostdeutschland sind es 50 Prozent.
Bereits Ende Juni berichtete der Spiegel als erstes davon, es kursierten gefälschte Titelseiten großer Zeitungen im Netz, die Deutschland als tief gespaltenes Land darstellen. Auf einer gefälschten "Bild"-Titelseite hieß es demnach zum Beispiel "Der Westen HASST den Osten", ein Fake-Tagesspiegel titelte: "Baut die Mauer wieder auf!".
Julia Smirnova vom CeMAS sagt der DW: "Es geht darum, Menschen aus Ost- und Westdeutschland gegeneinander aufzuhetzen oder zu behaupten, dass Menschen in Ostdeutschland von Menschen in Westdeutschland verachtet, gehasst oder diskriminiert worden seien".
Alle Parteien betroffen - bis auf AfD und BSW
Pablo Maristany de las Casas, Desinformations- und Kreml-Experte vom Institute for Strategic Dialogue (ISD), erkennt bei der Kampagne Ähnlichkeiten zu früheren russischen Einflussversuchen, wie er im DW-Interview sagt. Einmal mehr seien die Narrative und Botschaften "pro-russisch, anti-deutsch und EU-feindlich".
Für Mateusz Łabuz ist die Kampagne vor den Wahlen im September "geradezu ein Lehrbuchbeispiel" für russische Desinformationskampagnen. "Die Diskreditierung von Einzelpersonen ist billig und kann sehr effektiv sein. Negative Assoziationen zu wecken ist einfacher, als schlüssige politische Argumente zu entwickeln." Auch das Aufgreifen real existierender Konfliktpotenziale – wie dem zwischen Ost- und Westdeutschland – sei typisch für Einflussoperationen.
Smirnova sagt der DW, die aktuelle Operation sei "mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit eine russische Kampagne". Meist führten "private Unternehmen mit Expertise im Bereich vom digitalen Marketing und politischen Einflusskampagnen" die Operationen durch, wahrscheinlich im Auftrag des russischen Staates, so Smirnova.
In den Daten von Antibot4Navalny, die DW Faktencheck ausgewertet hat, sind alle Parteien mit Ausnahme der in Teilen rechtsextremen Alternative für Deutschland und des Bündnis Sahra Wagenknecht von den Fakes betroffen. Julia Smirnova hat schon vor der Bundestagswahl beobachtet, dass russische Kampagnen in der Regel versucht haben, Kandidaten aller Parteien außer der AfD und des BSW zu diskreditieren. "Insofern ist das, was wir jetzt im Vorfeld der Landtagswahlen sehen, eine Fortsetzung der langfristigen Russland-Strategie, die Parteien zu unterstützen, die eher russlandfreundliche Positionen vertreten, und andere Parteien und Kandidatinnen zu diskreditieren", sagt sie im DW-Interview.
"Doppelgänger"-Kampagne: Verbindungen bis zur russischen Staatsführung
Auch der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) berichtete am 17. August 2026 von solchen Fake-Nachrichten im Design des MDR. Dem Sender lägen 338 Social-Media-Posts vor, von denen 107 gefälschte MDR-Inhalte seien. Sachsen-Anhalt, wo am 6. September die Landtagswahl stattfindet, liegt im Berichtsgebiet des MDR.
Die Süddeutsche Zeitung berichtete am 19. August 2026 ebenfalls davon, dass eine Fälschung der SZ-Webseite aufgetaucht ist. Eine Fake-Recherche diskreditierte darauf den amtierenden Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, Sven Schulze von der CDU. Eine Journalistin der Süddeutschen Zeitung berichtete auf LinkedIn, dass ihr echtes SZ-Autorinnenprofil auf der Fake-Webseite verlinkt worden sei.
Fake-Nachrichten im Gewand etablierter Medienmarken sind nicht neu. Schon im Rahmen der sogenannten "Doppelgänger"-Kampagne tauchten seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 Fake-Nachrichtenseiten auf, die bekannte Medienmarken imitierten. Laut einem Bericht von CeMAS über Doppelgänger war das Ziel dieser Kampagne, die Ukraine zu destabilisieren und ihre Unterstützung im Westen zu untergraben.
Lanciert wurde die Doppelgänger-Kampagne von einer russischen Organisation namens "Social Design Agency". Das zeigt ein Daten-Leak, über das WDR, NDR und SZ 2024 berichteten. Das Ziel der Kampagne laut den internen Dokumenten: mehr Zukunftsangst in der deutschen Bevölkerung und eine Stärkung der AfD. Laut Erkenntnissen des US-Justizministeriums operiert die "Social Design Agency" in enger Abstimmung mit der russischen Präsidialverwaltung.
"Matryoshka" ist Teil eines russischen Desinformations-Systems
Mateusz Łabuz sagt dem #Faktenfuchs: "Es gibt nicht so viele klare Unterschiede zwischen Matryoshka und Doppelgänger. Sie dienen denselben Zielen." Es sei meist schwierig, Inhalte eindeutig einer bestimmten Kampagne oder einem bestimmten Urheber zuzuordnen. "Der Einsatz von Subunternehmen sorgt dafür, dass es immer eine bequeme Ausrede gibt. Manchmal dauert eine Untersuchung sogar mehrere Monate oder mehrere Jahre, bevor unwiderlegbare Beweise vorgelegt und diplomatische Schritte unternommen werden." Klar sei aber: Russland unterhalte ein ganzes System von Einheiten und Sub-Dienstleistern, die solche Einflusskampagnen ausführen. "Dazu gehören staatliche Akteure sowie spezialisierte Einheiten wie zum Beispiel die Social Design Agency oder Storm-1516. Die vollständige Befehlskette von Matryoshka ist uns aber nicht bekannt."
"Storm-1516" verbreitete vor der Bundestagswahl 2025 Falschinformationen über deutsche Politiker, etwa die damaligen Kanzlerkandidaten Robert Habeck von den Grünen und Friedrich Merz von der CDU. Auch das Ziel dieser Kampagne sei es gewesen, "Unsicherheit zu streuen, Wähler zu polarisieren und grundsätzlich das politische Klima zu destabilisieren", sagte Leonie Pfaller vom Portal "Newsguard" 2025 dem #Faktenfuchs dazu.
- Mehr über prorussische Kampagnen vor der letzten Bundestagswahl lesen Sie hier.
Der Bundesnachrichtendienst (BND) und das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) haben Storm-1516 Ende 2025 der Russischen Föderation zugeordnet. In einer entsprechenden Pressemitteilung des BND heißt es: "Mithilfe des russischen Militärgeheimdienstes GRU führen sehr wahrscheinlich Angehörige des von Aleksandr Dugin gegründeten Center for Geopolitical Expertise und der vom russischen Oligarchen Konstantin Malofejew finanzierten Doppelkopf-Adler-Bewegung eine koordinierte Kampagne gegen die Bundesrepublik durch."
Die aktuelle Kampagne schreibt der Bundesverfassungsschutz der Kampagne Matryoshka zu. Pablo Maristany de las Casas vom ISD teilt im #Faktenfuchs-Interview diese Einschätzung. Er hat seit Ende Juni mehr als 250 Posts untersucht und erkennt darin Muster, die zu früheren Matryoshka-Operationen passen: "Matryoschka ist eine Einflussoperation, die mit einem festen Zeitplan von Montag bis Freitag arbeitet." Inhalte würden grundsätzlich zwischen 8 und 20 Uhr veröffentlicht, "wobei die überwiegende Mehrheit der Posts zwischen 12 und 19 Uhr erscheint." An den jeweiligen Kampagnentagen habe sie durchschnittlich 13 Posts veröffentlicht und sei dabei am 6. Juli mit insgesamt 23 Posts am aktivsten gewesen, so Maristany de las Casas.
Das ISD beobachte Matryoshka-Aktivitäten schon lange. "Wir haben schon bei den Wahlen in Armenien und in Ungarn in diesem Jahr beobachtet, dass Matryoshka montags bis freitags postet. In unseren bisherigen Beobachtungen haben wir laut den gesammelten Daten keine Aktivitäten am Wochenende festgestellt."
Wie groß ist der Einfluss der Kampagne wirklich?
In der Vergangenheit wurden als Teil der Kampagne auch gezielt Faktenchecker und Forscher kontaktiert – mutmaßlich, um diese von anderen Themen abzulenken oder, um die Wahrnehmung zu verstärken, die Einflusskampagne sei besonders wirkungsvoll. Denn auch so könnte das Ziel erreicht werden, die deutsche Bevölkerung zu verunsichern.
Berichterstattung über Desinformationskampagnen wie Matryoshka birgt auch immer das Risiko, dass sie den Verbreitern in die Karten spielt – wenn sie die Reichweite und den Einfluss der Kampagne größer darstellt, als sie tatsächlich ist. Wie gefährlich ist Matryoshka also wirklich?
Maristany de las Casas sagt im DW-Interview: "Die Auswirkungen sind nicht signifikant. Das sehen wir auch an der künstlichen Amplifizierung der Inhalte". Der Analyst hat beobachtet, dass die Posts der Matryoshka-Kampagne zwar teilweise mehr als 100.000 Aufrufe haben, dafür aber kaum organische Reichweite wie Kommentare. Eine Untersuchung des ISD vom Juli 2025 zeigte, dass der Einfluss von Matryoshka zu dem Zeitpunkt begrenzt war – auch, weil die Beiträge häufig schnell von den Plattformen gelöscht wurden.
"Man braucht die richtige Erzählung"
Grund zur Entwarnung ist das laut Mateusz Łabuz dennoch nicht unbedingt. "Wir können den Einfluss nicht messen. Manchmal reicht sogar eine kleine Reichweite, um die Stimmung zu verändern. Bei Kommunalwahlen kann das bereits ausreichen, um den Ausschlag zugunsten einer Partei oder eines Kandidaten zu geben."
Wie können sich Deutschland und andere europäische Demokratien auf staatlicher Ebene gegen die Angriffe mit Desinformation zur Wehr setzen? Łabuz sagt im #Faktenfuchs-Interview, jede Entscheidung, Inhalte zu entfernen, ließe sich als Zensur darstellen. "Aber das Betreiben eines Netzwerks aus gefälschten Konten, das eine Botschaft künstlich verstärkt, lässt sich technisch definieren, beweisen und verbieten", so Łabuz. Dafür müssten EU-Länder Plattformen unter Druck setzen und Regulierungen konsequent durchsetzen.
Auf der anderen Seite sei auch strategische Kommunikation wichtig: "Die Bekämpfung von Desinformation muss damit beginnen, Vertrauen zwischen Bürgern und Staat aufzubauen." Der Staat müsse den Bürgern zuhören, mit ihnen sprechen und niemanden in eine Schublade stecken. Und: "Man braucht die richtige Erzählung. Wie können wir attraktiver für unsere Bürger wirken als Russland? Unsere Erzählung sollte so attraktiv sein, dass die Leute wieder Demokratie, dem Staat und seinen Institutionen vertrauen."
Fazit
Vor den anstehenden Wahlen im September in Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern tauchten Posts und Webseiten auf, die mit Falschbehauptungen Kandidaten diskreditieren und Deutschland als gespaltenes Land darstellen. Laut Bundesverfassungsschutz sind sie der Kampagne russischen Ursprungs "Matryoshka" zuzuordnen. Russland unterhält ein ganzes Ökosystem an Sub-Dienstleistern und Sondereinheiten für die Verbreitung von Desinformation im Ausland.
Mit Desinformation, Drohnenflügen über Flughäfen, der Sabotage von Unterseekabeln und anderen hybriden Mitteln soll die deutsche Bevölkerung verunsichert werden. Das langfristige strategische Ziel dabei: das Vertrauen in die Demokratie und die Unterstützung für die Ukraine zu untergraben.
Quellen:
Interviews/Presseanfragen
Interview mit Mateusz Łabuz, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Leiter des Projekts Internationale Cybersicherheit am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg
Interview mit Pablo Maristany de las Casas, Analyst am Institute for Strategic Dialogue
Veröffentlichungen
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CeMAS: Die prorussische Desinformationskampagne Doppelgänger in Deutschland
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NDR: Vor Kommunalwahl: Fake-Videos greifen Politiker in Niedersachsen an
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