Im Fall der insolventen Allgäuer Supermarktkette Feneberg ist nun der nächste offizielle Schritt erreicht: Nach dem Schutzschirmverfahren wurde zum 1. April das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung für die Allgäuer Supermarktkette planmäßig eröffnet. Das teilte Sanierungsgeschäftsführer Stephan Leibold dem BR mit. Der Geschäftsbetrieb in allen 72 Filialen laufe aber uneingeschränkt weiter.
"Sämtliche Lieferanten, Produzenten und Geschäftspartner stehen weiterhin zur Feneberg Lebensmittel GmbH und gewährleisten die kontinuierliche Warenversorgung. Auch alle Tankstellen bleiben regulär geöffnet", heißt es in einer Pressemitteilung der Kanzlei Grub Brugger, die Feneberg in dem Insolvenzverfahren berät.
Übernahme durch Edeka oder Rewe im Gespräch
Die Gespräche mit Investoren zu einer möglichen Übernahme der Allgäuer Supermarktkette laufen unterdessen weiter. Laut Sanierungsgeschäftsführer Leibold gehören Edeka und Rewe zu den aussichtsreichsten Kandidaten. Derzeit liefen Gespräche, wer welche Filialen am Ende übernehmen könnte. Eine komplette Übernahme durch einen der beiden Konzerne wäre nach Leibolds Einschätzung aus kartellrechtlichen Gründen wahrscheinlich nicht möglich.
In den kommenden vier bis sechs Wochen wollen die Verantwortlichen eine Lösung für Feneberg präsentieren. Im Vordergrund stünden dabei der Erhalt des Filialnetzes sowie die Sicherung möglichst vieler Arbeitsplätze, heißt es.
Rund 200 Millionen Euro Schulden
Die Allgäuer Supermarktkette Feneberg befindet sich schon seit Jahren in einer wirtschaftlichen Schieflage. Unter anderem kämpft das Familienunternehmen nach Angaben von Sanierungsgeschäftsführer Leibold aufgrund hoher Pensionsrückstellungen und Darlehen gegen eine große Schuldenlast. Die Rede ist von etwa 200 Millionen Euro.
Feneberg betreibt mehr als 70 Supermärkte in Süddeutschland. Das Familienunternehmen erwirtschaftete nach eigenen Angaben zuletzt einen Jahresumsatz von über 500 Millionen Euro und beschäftigt rund 3.000 Mitarbeitende.
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